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Philipp Röslers Stellvertreter: FDP steht vor Kampfabstimmung

Fünf Interessenten, aber nur drei Posten: In der FDP zeichnet sich ein Wettrennen um den Job des Vizechefs ab. Drei der möglichen künftigen Rösler-Stellvertreter haben am Montag bereits offiziell ihre Bewerbung angekündigt.

In der FDP zeichnet sich ein Wettlauf um die drei Posten der künftigen Stellvertreter des designierten Parteichefs Philipp Rösler ab. Nach dem nordrhein-westfälischen FDP-Chef Daniel Bahr meldeten nach Angaben aus Parteikreisen am Montag in Berlin auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie Hessens FDP-Vorsitzender Jörg-Uwe Hahn offiziell ihre Bewerbung an. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und der sächsische Landeschef Holger Zastrow bekundeten Interesse.

Hahn erklärte vor Journalisten allerdings, die Zusammenstellung der neuen Mannschaft obliege Rösler. Als Team-Spieler sei er notfalls auch bereit, sich mit dem Platz eines Beisitzers zufrieden zu geben, wenn Rösler dies wolle. "Die Eitelkeiten müssen jetzt weg", sagte der hessische Justizminister.

Über das künftige Führungsteam beriet das FDP-Präsidium am Montag gemeinsam mit den Chefs der Landesverbände. Neuer Schatzmeister der Liberalen soll der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Patrick Döring werden. Rösler schlug den 37-Jährigen offiziell als Nachfolger von Hermann-Otto Solms vor. Solms (70) hatte auf eine weitere Kandidatur verzichtet.

Mehr Frauen als Aufbruchsignal

Die Entscheidung über die künftige Parteispitze soll beim nächsten Bundesparteitag fallen, der Mitte Mai in Rostock stattfindet. Für die Nachfolge von Parteichef Guido Westerwelle, der nach zehn Jahren nicht mehr antreten wird, ist Gesundheitsminister Rösler der einzige Kandidat.

Die bisherigen FDP-Vize Cornelia Pieper und Andreas Pinkwart hatten schon angekündigt, dass sie nicht mehr antreten wollen. Brüderle - ebenfalls stellvertretender Parteichef - will seine endgültige Entscheidung nach Angaben aus seiner Umgebung von Beratungen mit seinem rheinland-pfälzischen Landesverband abhängig machen. Zastrow wird schon längere Zeit als Kandidat der ostdeutschen FDP-Landesverbände gehandelt.

Nach Angaben von Teilnehmern äußerte sich Rösler zunächst nicht konkret zur Zusammensetzung der künftigen Führungsspitze. Er appellierte jedoch an die Landesverbände, mehr Frauen für die Spitzengremien der Partei zu nominieren. Ohne weitere weibliche Kandidaten werde vom Parteitag in Rostock "kein Aufbruchssignal" ausgehen.

mad/DPA/Reuters / DPA / Reuters