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Raubritter: "Beutemachen gehörte zur Kriegsführung"

Natürlich wurde im Mittelalter ordentlich geplündert und gebrandschatzt. Aber Raubritter hat es in Wahrheit nie gegeben - auch wenn Politiker wie Kurt Beck sie gerne zu Vergleichen heranziehen. Der Historiker Malte Prietzel erklärt im stern.de-Interview, warum Beck auf eine Legende hereingefallen ist.

Kurt Becks Kritik am Fürstentum Liechtenstein sollte heftig klingen. Im stern-Interview warf der SPD-Chef dem Fürstentum im Zuge der Steueraffäre "modernes Raubrittertum" vor. Doch eigentlich gab es die reitenden Räuberbanden aus dem sozialdemokratischen Beschimpfungsarsenal in Wirklichkeit nie. Das sagt zumindest Malte Prietzel, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Berliner Humblodt Universität. Wenn Kaufleute ausgeplündert wurden, dann vor allem von kriegführenden Adeligen. Und das fanden die Leute früher vollkommen normal.

Herr Prietzel, Sie mögen den Begriff "Raubritter" nicht. Warum?

Im Mittelalter sind aufgrund von Interessen und Hintergedanken gewisse Dinge niedergeschrieben worden, die dann im 19. Jahrhundert von Historikern kritiklos aufgegriffen wurden. Der Begriff "Raubritter" stammt nicht aus dem Mittelalter, sondern aus der Neuzeit.

Gab es überhaupt Raubritter?

Nicht, wie wir es heute verstehen. Im 14. und 15. Jahrhundert veränderte sich Mitteleuropa gesellschaftlich, der Fürstenstaat setzte sich durch, das ging auf Kosten des Landadels. Es gab Profiteure dieser geschichtlichen Entwicklung und solche Adelige, die sich verspekuliert haben. Wer auf der Verliererseite stand, musste umdenken und sich andere, vielleicht riskantere Möglichkeiten suchen, um an Geld zu kommen. Zum Beispiel konnten Adelige Kriegsdienst leisten. Oder sie verbündeten sich mit Gleichgesinnten und erklärt anderen die Fehde.

Waren "Raubritter" also keine verwegenen Diebe, sondern stinknormale Krieger?

Ja - zumindest aus ihrer eigenen Sicht. Zur Kriegführung gehörte damals eben auch das Beutemachen dazu. Man stelle sich vor, da riskieren Menschen in Gefechten ihr Leben. Und dann will man ihnen verbieten, sich selbst ihren Lohn dafür zu nehmen. Das wirkte in den Augen der mittelalterlichen Menschen geradezu absurd. Es war völlig normal und überall akzeptiert, dass Beutemachen ein legitimer Teil der Kriegsführung war.

Wie ist unsere Vorstellung vom "Raubrittertum" überhaupt entstanden?

Dazu muss man die Interessenlagen der einzelnen Kriegsparteien verstehen. Nehmen wir an, ein Adeliger hat einer reichen Stadt die Fehde erklärt. Und dann rollt der Wagen eines Geschäftsmannes aus der befehdeten Stadt durch die von ihm kontrollierten Ländereien. Der kriegführende Adelige sagt sich: Die Beute gehört mir, er nimmt sich den Wagen – freilich zum Ärger des Kaufmanns, der sich bestohlen fühlt. Nun ist es aber so, dass der Adel weniger Zeugnisse hinterlassen hat als die reichen Städte. Und in den Quellen der Stadt wird eben die Sicht des Kaufmanns dargestellt, nicht die des Adligen.

Gab es den Begriff damals schon?

Nein. Denn später, im 19. Jahrhundert, wurden diese Quellen von Historikern entdeckt, die unter Umständen aufgrund des Zeitgeists selbst Vorurteile gegen den Adel hatten. So wurden die vermeintlichen Belege für das Fehlverhalten der Adeligen gesammelt. Und dann kreierte man einen Begriff, der zwar plakativ wirkte, aber niemals in irgendeiner Quelle zu finden war.

Nun hat Kurt Beck in der aktuellen Steueraffäre um Liechtensteiner Konten gesagt, das Fürstentum betreibe eine moderne Form des "Raubrittertums". Was halten sie von dieser Formulierung?

Der Fürst von Liechtenstein reitet ja nicht durch die Lande und überfällt Kaufleute. Der einzige Berührungspunkt ist wohl die adelige Herkunft. Ähnliche Konflikte um Steuervorteile und das Bankgeheimnis gab es ja in der Vergangenheit auch schon mit der Schweiz und Luxemburg. Die Polemik sollte sich nicht gegen den Fürsten richten, sondern gegen Menschen mit krimineller Energie, die gewisse Gesetzeslücken ausnutzen.

Interview: Sebastian Christ
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.