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Nahles-Nachfolge: Der nächste Kandidat: Auch Unternehmer Robert Maier kandidiert für SPD-Vorsitz

Die Liste der Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge von Andrea Nahles wird immer länger. Nun strebt auch ein Berliner Politiker den SPD-Vorsitz an.

Ein etwas fülliger Mann mit kurzen Haaren und Drei-Tage-Bart lächelt in die Kamera. Er trägt ein blau-weiß gestreiftes Hemd

Robert Maier lebt in Berlin-Kreuzberg und bewirbt sich um den SPD-Vorsitz

DPA

In Berlin wohnt Robert Maier mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern mittendrin. Das Kottbusser Tor und den Görlitzer Park in Kreuzberg zählt der Unternehmer zu seinem Kiez - jene von Kriminalität und Drogenhandel geprägten Areale also, in denen der Rechtsstaat täglich gefordert ist. Für einen starken Rechts- und Sozialstaat, der Bürger vor Gewalt und Kriminalität ebenso schützt wie vor Armut, tritt der 39-Jährige ein, der am Montag seine Kandidatur für den SPD-Vorsitz bekanntgab. Die SPD dürfe die innere und äußere Sicherheit nicht länger vernachlässigen.

Maier wächst in St. Augustin bei Bonn auf, in einer "sehr politischen Familie", wie er es formuliert. Schon als Kind verteilt er Wahlwerbung mit seiner Mutter, der langjährigen Bundestagsabgeordneten und Finanzpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier (erst FDP/dann SPD). In die SPD tritt er 2004 ein, weil er die Arbeitsmarktreformen von Kanzler Gerhard Schröder unterstützen will. "Die SPD hat damals zum wiederholten Male bewiesen, dass sie bereit ist, das Richtige zu tun, auch wenn es gerade nicht populär oder opportun ist", sagt er.

Robert Maier unterstützt junge Unternehmer

Grundlage für Maiers berufliche Karriere ist ein VWL-Studium, das er als Diplom-Kaufmann abschließt. 2008 ist er Mitbegründer des Internet-Startups Visual Meta, das unter anderem das Shopping-Portal Ladenzeile.de entwickelt. Heute hat das Berliner Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter. Maier verkauft seine verbliebenen Anteile 2018, sucht andere Herausforderungen. Heute arbeitet er als Investor und "Business Angel", unterstützt also junge Unternehmer mit neuen Ideen.

Andrea Nahles und Martin Schulz sitzen beim SPD-Sonderparteitag 2018 zusammen

Vor diesem Hintergrund legt der 39-Jährige, der Vizepräsident des von ihm mitbegründeten SPD-Wirtschaftsforums ist, in seiner Agenda als möglicher Parteichef großen Wert auf Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Digitalisierung und Forschung. Einen "Linksruck der SPD mit Kollektivierungs- und Enteignungsplänen" lehnt er ab.

Migrationspolitik als wichtiges Thema

Großes Thema für Maier ist die Migrationspolitik. "Wir brauchen eine offene und ehrliche Debatte der Asyl- und Flüchtlingspolitik, ohne berechtigterweise besorgte Bürger*innen in die rechte Ecke zu stellen", schreibt er auf seiner Webseite. Er sei für eine bunte Gesellschaft, in der auch Zuwanderer nach den hiesigen Gesetzen und Werten leben. "Klarstellen müssen wir aber auch, dass unsere Gesellschaft nicht unbegrenzt aufnahmefähig ist."

Quellen: DPA, maiers-politik.de, SPD-Wirtschaftsforum.

tkr / DPA