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Umfrage-Werte: SPD kann freien Fall stoppen - Mehrheit der Deutschen will Gabriel als Außenminister

Es ist die erste halbwegs gute Nachricht für die SPD seit langer Zeit: Im Deutschlandtrend der ARD legen die Sozialdemokraten einen Prozentpunkt zu. Riesig ist der Zuspruch für den amtierenden Außenminister.

Fast drei Viertel der Wahlberechtigten in Deutschland wünschen sich, dass der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel auch in einer neuen Bundesregierung Außenminister bleibt. 17 Prozent der Befragten bevorzugen dagegen einen anderen Außenminister, wenn die Koalition aus Union und SPD zustande kommt, wie der neue "Deutschlandtrend" von Infratest dimap für das ARD-"Morgenmagazin" zeigt.

Gabriel würde bei einer Neuauflage der Koalition gerne Außenminister bleiben, ihm werden aber nur geringe Chancen eingeräumt - trotz seines jüngsten politischen Erfolgs mit der Freilassung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel aus türkischer Untersuchungshaft. Zuletzt hatte der frühere SPD-Chef in einem Interview mit der "Braunschweiger Zeitung" beteuert, nicht um das Amt kämpfen zu wollen.

Sonntagsfrage: SPD legt einen Punkt zu

In der Wählergunst legen Union und SPD leicht zu. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union auf 34 Prozent der Wählerstimmen, die SPD auf 17 Prozent - das ist für beide ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Für die AfD würden sich 14 Prozent entscheiden (minus 1), für die Grünen zwölf (-1), die Linke zehn (-1) und die FDP neun Prozent (unverändert).

Damit setzen sich die Sozialdemokraten auf niedrigem Niveau immerhin wieder etwas von der AfD ab. Die Rechtspopulisten hatten in der Umfrage eines anderen Instituts zuletzt sogar vor der SPD gelegen. Die Fraktionschefin und designierte Parteivorsitzende Andrea Nahles bangt indes trotz niedriger Umfragewerte nicht um die Zukunft ihrer Partei. Nach den "großen Debatten" der letzten Wochen sei man nicht überrascht, "dass die Umfragen nicht top sind", sagte Nahles am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Wenn die SPD-Mitglieder mehrheitlich für eine Regierungsbeteiligung stimmten, könne viel von dem umgesetzt werden, was in den Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU ausgehandelt wurde. Sie sei "nicht pessimistisch, was die Zukunft angeht." Ähnlich äußerte sich Nahles auch in einem Interview mit dem stern.


Mehr zur SPD im großen stern-Interview mit Andrea Nahles in der aktuellen Ausgabe: