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stern-RTL-Umfrage: Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg auf der Kippe

Ministerpräsident Stefan Mappus muss sich um seine schwarz-gelbe Mehrheit in Baden-Württemberg sorgen: SPD und Grüne legen in der Wählergunst zu, während CDU und FDP stark verlieren. Der Regierungschef selbst kommt allerdings überraschend gut weg, wie die Umfrage zeigt.

Rund dreieinhalb Wochen vor der Landtagswahl zeichnet sich in Baden-Württemberg ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. In einer gemeinsamen Umfrage für das Hamburger Magazin stern und den Fernsehsender RTL liegen CDU und FDP sowie SPD und Grüne mit je 45 Prozent gleichauf.

Die schwarz-gelbe Koalition muss mit Verlusten rechnen: Für die CDU wollen sich derzeit 39 Prozent der Wähler entscheiden, rund fünf Prozentpunkte weniger als bei der letzten Wahl im März 2006. Die FDP erreicht in der Umfrage 6 Prozent, ein Minus von ebenfalls rund 5 Punkten. Die SPD kommt auf 26 Prozent, rund 1 Punkt mehr als bei der vorigen Wahl. Größter Gewinner wären die Grünen, die mit 19 Prozent rund 7 Prozentpunkte zulegen. Sie rangieren aber klar hinter der SPD und hätten damit keine Chance, den Ministerpräsidenten zu stellen. Die Linke erreicht 4 Prozent und wäre nicht im Landtag vertreten. "Sonstige Parteien" wollen 6 Prozent der Baden-Württemberger ihre Stimme geben.

Gute Werte für Mappus

In der Bevölkerung kommt Regierungschef Stefan Mappus besser an als seine Herausforderer von SPD und Grünen. Wenn die Baden-Württemberger ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 33 Prozent für Mappus (CDU) entscheiden. Für SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid würden 16 Prozent stimmen. Winfried Kretschmann von den Grünen kommt auf 15 Prozent. Im Gegensatz zu seinen Kontrahenten schafft es Mappus, die eigene Klientel hinter sich zu scharen: 71 Prozent der CDU-Wähler würden für ihn stimmen. Zum Vergleich: Schmid kommt bei den SPD-Wählern nur auf 38 Prozent, Kretschmann bei den Grünen-Anhängern auf 47 Prozent.

Wichtigstes Wahlkampf-Thema ist der Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Auf die Frage, was das wichtigste Problem des Landes sei, nannten 32 Prozent der Befragten "Stuttgart 21". An zweiter Stelle stehen Bildungs- und Schulpolitik (27 Prozent Nennungen), gefolgt von Verkehrsproblemen (24 Prozent).

Dass der Stuttgarter Hauptbahnhof wie geplant umgebaut werden sollte, befürworten 51 Prozent der Baden-Württemberger. 39 Prozent - vor allem Anhänger von Grünen und Linken - sprechen sich dagegen aus.

Für die Umfrage befragte das Forsa-Institut vom 21. bis 25. Februar 1001 Wahlberichtigte in Baden-Württemberg.

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