stern-RTL-Wahltrend Griechen demolieren Merkels Ansehen


Finstere Zeiten für die Kanzlerin: Kurz vor der NRW-Landtagswahl brechen ihre Sympathiewerte weg, auch die Union verliert Prozente. Der Grund dafür liegt auf der Hand.

Kurz vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an diesem Sonntag ist die Union bundesweit in der Wählergunst eingebrochen. Im stern-RTL-Wahltrend sackte sie im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 34 Prozent ab. Die FDP liegt in der vierten Woche in Folge stabil bei acht Prozent. SPD und Grüne konnten zulegen: Die Sozialdemokraten stiegen im Wochenverlauf um einen Punkt auf 25 Prozent, die Grünen kletterten um zwei Punkte auf 16 Prozent. Die Linke fiel um einen Punkt auf zehn Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sieben Prozent stimmen. Mit zusammen 51 Prozent liegen SPD, Grüne und Linke derzeit neun Prozentpunkte vor Union und FDP (gemeinsam 42 Prozent).

Offenbar verübeln die Bürger der Union, dass sich Deutschland nun doch mit mehr als 22 Milliarden Euro an den Notkrediten für Griechenland beteiligt: Am Donnerstag und Freitag voriger Woche, als sich die Entscheidung für das Hilfspaket abzeichnete, fielen CDU/CSU sogar auf Tageswerte von nur 33 Prozent.

Schlechtes Krisenmanagement

Wie die Union insgesamt büßte auch Kanzlerin Angela Merkel im stern-RTL-Wahltrend an Zustimmung ein: Bei der Frage, wen die Deutschen direkt zum Kanzler wählen würden, fiel sie im Vergleich zur Vorwoche um sechs Punkte auf 48 Prozent. Nur mäßige Noten erhält auch ihr Krisenmanagement: Lediglich 41 Prozent finden, sie habe gut (36 Prozent) oder sehr gut (fünf Prozent) gehandelt, knapp jeder Zweite (48 Prozent) dagegen stellt ihr ein schlechtes Zeugnis aus (37 Prozent "weniger gut", elf Prozent "gar nicht gut"). Selbst jeder dritte Anhänger der schwarz-gelben Koalition bewertet das Handeln der Kanzlerin in der Krise negativ.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern: "Anders als bei der Bankenkrise vor anderthalb Jahren ist die Kanzlerin nicht der ruhende Pol, der den Menschen in der Krise Zuversicht und Orientierung gibt. Damals erklärte sie, das Hilfspaket sei nicht für die Banken da, sondern für die Menschen. Doch letzte Woche hat sie eine entsprechende Formel nicht gefunden."

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