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Stuttgart 21: Bauarbeiten sollen bald wieder aufgenommen werden

Nach sechswöchigem Baustopp will die Deutsche Bahn (DB) möglichst rasch die Arbeiten zum Umbau des Stuttgarter Bahnhofs und der Strecke nach Ulm wieder anlaufen lassen.

Nach sechswöchigem Baustopp will die Deutsche Bahn (DB) möglichst rasch die Arbeiten zum Umbau des Stuttgarter Bahnhofs und der Strecke nach Ulm wieder anlaufen lassen. Auf einen konkreten Beginn für die Wiederaufnahme der Arbeiten wollte sich DB-Vorstandsmitglied Volker Kefer am Mittwoch in Stuttgart noch nicht festlegen: "Wir hatten eine sechswöchige Bauunterbrechung, und deshalb müssen wir erst einmal mit den Bauleitern sprechen." Es werde jedoch entgegen den Behauptungen von Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 am Freitag keine Baumfällarbeiten in der Nähe des Nordflügels des denkmalgeschützten Bahnhofs geben.

Nach Kefers Worten können die Brückenarbeiten an der Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm demnächst wieder aufgenommen werden. Auch auf dem Gleisvorfeld des Stuttgarter Bahnhofs sowie am Technikgebäude könne weiter gearbeitet werden. Hingegen bremse das kalte Wetter derzeit die Vorarbeiten für die geplante Absenkung des Grundwasserspiegels. Mit einer Vergabe der Tunnelbauten sei voraussichtlich im Laufe des Jahres 2011 zu rechnen. Die Kosten für die etwa 30 Kilometer langen Tunnelstrecken werden auf 800 Millionen bis eine Milliarde Euro geschätzt. Der Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof werden insgesamt von der Bahn mit 4,1 Milliarden Euro veranschlagt.

Ergebnisse aus dem geplanten Belastungstests des neuen Durchgangsbahnhofs lägen voraussichtlich nicht vor Sommer kommenden Jahres vor, sagte Kefer. Bei dem von Schlichter Heiner Geißler vorgeschlagenen Kapazitätstest solle die Ankunft von 49 statt bisher 37 Zügen zu Verkehrsspitzenzeiten simuliert werden. Kapazitätsprobleme gebe es jedoch nicht im Bahnhof, sondern möglicherweise auf den Zufahrtsstrecken, sagte der DB-Vorstand. Notfalls müsse im geplanten Flughafenbahnhof und der Wendlinger Kurve ein zweites Gleis nachgeplant werden. Im künftigen Hauptbahnhof selbst reichten die acht geplanten Gleise wohl aus. "Wir werden nach heutigen Erkenntnissen kein Gleis neun und zehn brauchen", sagte Kefer. Die Kosten für das Gutachten übernehme die Bahn. Die vom Schlichter vorgeschlagenen Nachbesserungen unter anderem beim Brandschutz werde die Bahn verwirklichen.

Reuters / Reuters