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Umfrage zur Wiedervereinigung: Ostdeutsche vermissen Schulsystem und Gesundheitswesen

Vor 25 Jahren fiel die Mauer, die Deutschland trennte. Heute zeigen sich mehr Ostdeutsche als Westdeutsche in einer Umfrage damit zufrieden. Einige Dinge wurden in der DDR jedoch als besser bewertet.

Seit 25 Jahren gibt es die DDR nicht mehr - doch Relikte wie das Sandmännchen haben in der Bundesrepublik inzwischen Kultstatus

Seit 25 Jahren gibt es die DDR nicht mehr - doch Relikte wie das Sandmännchen haben in der Bundesrepublik inzwischen Kultstatus

Etwa 75 Prozent der Ostdeutschen bewerten die Wiedervereinigung nach einer repräsentativen Umfrage heute positiv. In Westdeutschland sieht dagegen nur rund die Hälfte der Befragten (48 Prozent) mehr Vor- als Nachteile. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap. Rund ein Viertel der Westdeutschen findet demnach, die deutsche Wiedervereinigung habe ihnen eher Nachteile gebracht. Im Osten sagen das nur 15 Prozent.

Im Osten sind vor allem junge Menschen bis 29 Jahre sehr positiv gestimmt. Für 96 Prozent von ihnen überwiegen die Vorteile der Einheit - gegenüber 66 Prozent im Westen. Im direkten Vergleich mit der DDR schätzen die Ostdeutschen am wiedervereinigten Deutschland vor allem die Reisefreiheit und ihre persönliche Freiheit. Dann folgen Wirtschaft, Lebensstandard und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.

DDR-Schulsystem als Stärke

Besser im Vergleich zu heutigen Verhältnissen finden dagegen 78 Prozent der Ostdeutschen immer noch das DDR-Schulsystem - das sind sogar zwei Prozentpunkte mehr Zustimmung als in einer ersten Umfrage aus dem Jahr 1995. Weiterhin nennen Ostdeutsche die soziale Absicherung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und das Gesundheitssystem als Stärken der DDR.

Das politische System der Bundesrepublik wertet etwas mehr als die Hälfte der befragten Ostdeutschen (57 Prozent) als Stärke - rund ein Fünftel (19 Prozent) entscheidet sich bei dieser Frage für die DDR.

Die Meinungsforscher befragten im Auftrag der MDR-Sendereihe "Exakt! - So leben wir!" von Mitte August bis Anfang September 2014 rund 1000 Menschen ab 14 Jahren in der gesamten Bundesrepublik.

kis/DPA / DPA