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Auf dem falschen Weg?: Von Saudi-Arabien bis Russland: Was die Bürger von der Politik ihres Landes halten

Fragt man die Menschen in China, Saudi-Arabien oder Indien, so scheinen sie mit der Politik ihrer Länder zufrieden zu sein. Ein Phänomen, das insbesondere in autoritär regierten Staaten zu beobachten ist. In Russland ist die Stimmung allerdings im Umschwung. 

60 Prozent der Befragten einer weltweiten Ipsos-Erhebung glauben, dass die Politik in ihrem Land in die falsche Richtung läuft. Für die Studie "What worries the world?" wurden knapp 21.000 Teilnehmer aus 28 Ländern befragt. Am unzufriedensten sind die Menschen demnach in Brasilien, wobei die Umfrage von Ende August bis Anfang September durchgeführt wurde, also vor der Präsidentenwahl. Aber auch in Spanien sind 81 Prozent der Meinung, dass etwas schief läuft im Land. 

Deutschland liegt mit 69 Prozent Unzufriedenen ebenfalls über dem Durchschnitt, wie die Grafik von Statista zeigt. Am zufriedensten zeigen sich erstaunlicherweise die Menschen in autoritär regierten Ländern, in denen Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt sind. Ob die Umfrageteilnehmer sich hier getraut haben, ihre richtige Meinung zu äußern oder tatsächlich zufriedener sind, bleibt offen. Die positivere Bewertung mag auch mit der verbreiteten Stastaspropaganda in diesen Ländern zusammenhängen.

Meinungsumschwung in Russland 

Ein deutliche Meinungsumschwung ist dabei in Russland zu verzeichnen. Seit die Regierung Wladimir Putins im vergangenen Sommer die Reformierung des russischen Rentensystems bekant gegeben hat, sinken nicht nur die Beliebtheitswerte des Präsidenten, sondern auch die allgemeine Zufriedenheit mit der Arbeit der Regierung. Einer Umfrage des unabhängigen Levada-Zentrums zufolge, fanden im Juli dieses Jahres 42 Prozent der Russen, dass sich ihr Land in die falsche Richtung entwickelt. Im Mai waren es noch 27 Prozent. In der Befragung von Ipsos sind es nun sogar 60 Prozent, die denken, dass sich Russland politisch auf dem falschen Weg befindet.

Auch die Zustimmung zu Putins Außenpolitik geht zurück. Vor zwei Jahren hatten bei einer Umfrage des Levada-Zentrums noch 22 Prozent die Außenpolitik als Grund für ihre Unterstützung für Putin angegeben. Im Juli dieses Jahres waren es nur noch 16 Prozent.

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ivi/Statista