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WAHLKAMPF: Bereit zum Duell

Am 25. August und 8. September ist es soweit: Bundeskanzler Schröder und sein Herausforderer Stoiber liefern sich einen politischen Schlagabtausch im Fernsehen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und sein Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) werden in der Endphase des Wahlkampfes zweimal zu einem Fernsehduell antreten. Nach mehrstündigen Verhandlungen einigten sich die Wahlkampfmanager der beiden Spitzenpolitiker und Vertreter der Fernsehanstalten am Donnerstag in Berlin auf die Sendetermine 25. August und den 8. September. ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann und SAT-1-Chefredakteur Jörg Howe sagten, die öffentlich-rechtlichen und die privaten Fernsehsender würden am Sonntagabend jeweils eine Diskussionsrunde übertragen. Bei der Runde der privaten Sender moderieren am 25. August RTL-Nachrichtenmoderator Peter Kloeppel und N24-Chefredakteur Peter Limbourg. ARD und ZDF lassen am 8. September von ihren Polit-Talkmasterinnen Sabine Christiansen und Maybrit Illner die Fragen stellen.

Befragung im Stehen, ohne Zuschauer und ohne die FDP

Beide Sendungen sollen 75 Minuten dauern. Im Studio wird es keine Zuschauer geben. Schröder und Stoiber sollen während der Debatte stehen. Einer Beteiligung von FDP-Chef Guido Westerwelle an den Streitgesprächen erteilten die Fernsehchefs eine Absage. ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sagte, juristische Gutachten hätten ergeben, dass die FDP keinen rechtlichen Anspruch habe, an den Diskussionen teilzunehmen. Die FDP hatte beklagt, dass sie durch einen Ausschluss aus den Streitgesprächen der Kandidaten der beiden großen Volksparteien benachteiligt werde. RTL-Chefredakteur Hans Mahr sagte, die TV-Anstalten würden gerne ein Duell zwischen Westerwelle und dem Grünen-Spitzenkandidaten, Außenminister Joschka Fischer, übertragen. FDP-Sprecher Marthin Kothe sprach von einer unzulässigen Benachteiligung seiner Partei, die gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes verstoße. »Wir behalten uns weitere Schritte vor.«

SPD-Bundesgeschäftsführer Matthias Machnig sagte, Schröder sei der erste Bundeskanzler, der sich einem Schlagabtausch im Fernsehen stelle. »Ein Fernsehduell ist ein Gewinn für die politische Informationskultur des Landes«, sagte er. Stoibers Wahlkampfberater Michael Spreng betonte, es werde kein »Showduell« geben, sondern eine Informationsveranstaltung für die Zuschauer. Die Fernsehdebatte solle nicht überschätzt werden, da diese nur ein Element des Wahlkampfes sei.

Streit über den Ablauf der Sendung

Zwischen Kanzler und Herausforderer hatte es in den vergangenen Tagen erhebliche Differenzen über die Modalitäten des Fernsehduells gegeben. Strittig waren zwischen den beiden Lagern insbesondere die Termine. Auch war eine Debatte entbrannt, ob die Gespräche im Stehen oder im Sitzen geführt werden sollten. Stoiber ist etwas größer gewachsen als Schröder. Über den konkreten Ablauf der Sendungen wird es noch einmal eigene Verhandlungen geben, sagte von der Tann. Die Initiative für das Fernsehduell war von Stoiber ausgegangen.