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CDU-Wahlerfolge: Warum die Bundeskanzlerin an Wahlabenden schweigt

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht immer direkt am Wahlabend über die Wahlergebnisse seiner Partei bei Landtagswahlen. Ganz anders Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel freut sich - wie hier nach der Wahl in Schleswig-Holstein - immer erst einen Tag später öffentlich über die Wahlerfolge der CDU bei Landtagswahlen

Bundeskanzlerin Angela Merkel freut sich - wie hier nach der Wahl in Schleswig-Holstein - immer erst einen Tag später öffentlich über die Wahlerfolge der CDU bei Landtagswahlen

Die erste Hochrechnung zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen war kaum draußen, da trat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz auf die Bühne der SPD-Parteizentrale in Berlin. Eine "wirklich krachende Niederlage" sei das Wahlergebnis. "Das ist ein schwerer Tag für die SPD. Es ist ein schwerer Tag auch für mich persönlich", sagte Schulz. "Wir haben eine wichtige Landtagswahl verloren." Schulz stammt aus dem nordrhein-westfälischen Würselen.

Und seine Kontrahentin bei der Bundestagswahl im September? Angela Merkel sagte zum Wahlsieg ihrer CDU: nichts. Zumindest am Wahlabend hält die Bundeskanzlerin sich zurück. Stattdessen folgt am Montag nach der Wahl ein Auftritt mit der Wahlsiegerin oder dem Wahlsieger. "Der gestrige Tag war ein schöner Tag und damit auch ein ermutigender Tag", sagte Merkel einen Tag nach der Wahl im Saarland beim gemeinsamen Auftritt mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer in Berlin. Am vergangenen Montag beglückwünschte sie Daniel Günther, CDU-Wahlsieger in Schleswig-Holstein, ebenfalls in Berlin. Und auch mit Armin Laschet stellt sie sich am Tag nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen in Berlin den Fragen der Journalisten.

Angela Merkel über Landtagswahlen

Warum sie das so handhabt, lässt sich nur erahnen. In einem Interview vor der Wahl in Schleswig-Holstein sagte sie dem "Flensburger Tageblatt": "Eine Landtagswahl ist eine Landtagswahl, nicht mehr und nicht weniger, und am Sonntag geht es um eine gute Zukunft für die Menschen in Schleswig-Holstein."

Die Kanzlerin unterstützt die CDU-Kandidaten also im Wahlkampf, sieht das Wahlergebnis aber primär als Erfolg auf Landesebene und nicht als etwas, womit sie als Bundeskanzlerin sich schmücken muss.

Dagegen fühlt sich Martin Schulz als SPD-Spitzenkandidat auch für Landtagswahlergebnisse verantwortlich. Und vielleicht kann Merkel es sich wegen ihres Amtes auch einfach eher leisten, vorerst zu schweigen.


mit Agenturen