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Westerwelle in der Krise: Hessen-FDP drängt auf Sonderparteitag

In der FDP-Führungskrise um Parteichef Guido Westerwelle strebt der Landesverband Hessen nach einem "Focus"- Bericht einen Sonderparteitag im Februar an. Ein entsprechender Antrag müsste von drei weiteren Landesverbänden unterstützt werden.

In der FDP-Führungskrise um Parteichef Guido Westerwelle strebt der Landesverband Hessen nach einem "Focus"- Bericht einen Sonderparteitag im Februar an. Ein entsprechender Antrag müsste von drei weiteren Landesverbänden unterstützt werden. Die Hessen befürchten ein schlechtes Ergebnis bei den Kommunalwahlen am 27. März.

Der FDP-Spitzenkandidat für die Rheinland-Pfalz-Landtagswahl am 27. März, Herbert Mertin, sagte dem Münchner Magazin: "Wenn - wie auf unseren Regionalkonferenzen - Kritik geübt wird und nichts geschieht, dann ärgert mich das. Wenn man dann noch aus Berlin hört, die durften sich mal auskotzen und jetzt ist gut, kann man sich nur wundern. Nichts ist gut." Westerwelle solle die Weihnachtsfeiertage nutzen, "damit wir wieder in die Offensive kommen", forderte Mertin. "Wenn wieder nichts geschieht, dann ist durch meine Äußerung wenigstens deutlich geworden, dass wir Rheinland-Pfälzer mit dieser Art der Politikgestaltung nicht mehr einverstanden sind."

Der Sprecher des "Liberalen Aufbruchs" in der FDP, der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler, äußerte Zweifel an der Besetzung des Außenministeriums durch Parteichef Westerwelle. "Es ist nach wie vor ein Fehler, dass wir das Finanzministerium nicht besetzen", sagte Schäffler dem "Focus". "Beim Poker um die Zukunft des Euro ist der Außenminister der Diplomat. Dadurch sitzen wir als FDP in der Falle." Die Partei müsse aber bei den großen Themen wie der Steuerpolitik und der Euro-Debatte erkennbar vorkommen.

DPA / DPA