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Winterchaos bei der Bahn: Ramsauer droht mit Konsequenzen

Mit vielen Ausfällen und Verspätungen musste die Deutsche Bahn in den vergangenen Wochen kämpfen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) droht mit Konsequenzen, falls das Chaos vermeidbar gewesen wäre.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat den Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn mit Konsequenzen für mögliches Fehlverhalten beim Winterchaos gedroht. "Wenn sich herausstellt, dass es vermeidbares Chaos gab, muss es Konsequenzen geben", schrieb der Minister in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Das Winterwetter und Fehler in der Vergangenheit taugten nicht "als Ausrede" für die Verspätungen und Zugausfälle.

Ramsauer kritisierte die Bahn auch für den Sparkurs der vergangenen Jahre: "Auf der Schiene regierten jahrelang Sparpolitik und Renditedruck. Reserven wurden abgebaut, Personal eingespart", schrieb er. Der CSU-Politiker forderte die Bahn deshalb zu mehr Investitionen auf. "Die Bahn muss jetzt mit einer Qualitäts- und Investitionsoffensive reagieren", schrieb Ramsauer.

Bislang setzt die Bundesregierung allerdings noch darauf, mithilfe der Bahn den Staatshaushalt zu sanieren. Die Sparbeschlüsse der schwarz-gelben Koalition sehen vor, dass die Bahn jährlich eine Dividende von 500 Millionen Euro an ihren Eigentümer, den Bund, überweisen soll. Davon rückte die Regierung bis jetzt nicht ab.

Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD) forderte in diesem Punkt nun einem "Spiegel"-Bericht zufolge eine Umkehr: Er will bei einem Sondertreffen der Länderverkehrsminister am Montag eine entsprechende Vorlage einbringen, wie der "Spiegel" am Samstag vorab berichtete. Diese sieht demnach vor, dass die Bahn das Geld künftig "in den Bereichen der Infrastruktur, der Fahrzeuge, der Werkstätten und des Personals" investiert.

Das Winterwetter macht der Bahn seit Wochen zu schaffen. Viele Züge fielen ganz aus oder waren zum Teil erheblich verspätet. Im Fernverkehr waren im Dezember einem Bericht zufolge teils sogar nur 20 Prozent der Züge pünktlich.

AFP / AFP