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Die Morgenlage: Stadt Göttingen testet nach Corona-Ausbruch alle Bewohner einer Wohnanlage auf Covid-19

Göttingen bereitet Hunderte Coronatests vor +++ Proteste in den USA weitgehend friedlich +++ Frankreich startet Corona-Warn-App +++ Urlauber dürfen wieder nach Italien +++ Die Nachrichtenlage am Mittwoch.

Coronatest: Mitarbeiter eines Gesundheitsamtes mit Abstrich-Probe in der Hand

Mitarbeiter eines Gesundheitsamtes mit Abstrichprobe in der Hand: Nach einem Corona-Ausbruch testet die Stadt Göttingen Hunderte Bewohner einer Wohnanlage auf Covid-19.

DPA

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

an einem Morgen, aus dem aus den USA weniger massive Proteste als zuletzt gemeldet werden, schauen wir zunächst auf uns. Denn in Berlin soll das Ringen der großen Koalition um ein milliardenschweres Konjunkturprogramm in die Verlängerung gehen. Angesichts großer Differenzen unterbrachen die Spitzen von CDU, CSU und SPD ihre Verhandlungen im Kanzleramt kurz vor Mitternacht - und vermieden so die "gefürchteten" Entscheidungen mit halb geschlossenen Augen, über die zuletzt manchmal gespottert wurde. Heute sollen die Gespräche fortgesetzt werden und dann auch zu einem Ergebnis kommen - es könnte aber erneut bis tief in die Nacht gehen. Nach der ersten Runde der Verhandlungen hieß es am frühen Mittwochmorgen aus Teilnehmerkreisen, die Gespräche seien sehr konzentriert und intensiv verlaufen. Endgültige Entscheidungen sollen demnach heute fallen. Wir dürfen gespannt sein, denn ob Autokaufprämie, Hilfe für Unternehmen oder Familienbonus - die Beschlüsse dürften jeden von uns auf die ein oder andere Weise betreffen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Göttingen bereitet Hunderte Corona-Tests in Wohnanlage vor

Wegen eines Corona-Ausbruchs nach dem Zuckerfest will die Stadt Göttingen alle Bewohner einer Wohnanlage auf Covid-19 testen lassen. Das seien bis zu 700 Personen, hatte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler erklärt: "Die Testung wird zur Zeit vorbereitet in einer Arbeitsgruppe." Der Wohnkomplex am nördlichen Rand der Innenstadt ist laut Köhler der Schwerpunkt der Covid-19-Infektionen. Nach privaten Feiern zum muslimischen Zuckerfest sind mehrere Hundert Menschen in Quarantäne. Die Zahl der Infizierten lag zuletzt bei 80 Personen. Dieser Wert könne sich aber erhöhen, es stünden noch Testergebnisse aus.

Trotz Ausgangssperre: Demonstrationen vor Weißem Haus nach Floyds Tod

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz haben sich Demonstranten vor dem Weißen Haus erneut über die Ausgangssperre in Washington hinweggesetzt. Friedliche Proteste vor der US-Regierungszentrale dauerten auch nach Inkrafttreten der nächtlichen Ausgangssperre an. Hunderte Menschen protestierten gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Demonstranten skandierten Slogans wie "Wir bewegen uns nicht" und "Scheiß auf Eure Ausgangssperre". Seit Tagen kommt es in US-Metropolen zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. 

Maas verurteilt Trumps Drohung mit Militäreinsatz gegen Demonstranten

Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Drohung von US-Präsident Donald Trump, angesichts der Unruhen in den USA notfalls das Militär gegen Demonstranten einzusetzen, scharf verurteilt. "Statt Öl ins Feuer zu gießen, müssen wir versöhnen. Statt uns auseinanderdividieren zu lassen, sollten wir den Schulterschluss suchen gegenüber den radikalen Extremisten", sagte Maas dem "Spiegel". Mit Gewalt zu drohen, löse nur weitere Gewalt aus. "Demokraten dürfen nie eskalieren - auch nicht durch Worte", fügte Maas hinzu.

Proteste in den USA: stern-Korrespondent Nicolas Büchse berichtet aus New York City.

Frankreich startet Corona-Warn-App "StopCovid"

Frankreich hat seine angekündigte Warn-App "StopCovid" an den Start gebracht. Die kostenlose Anwendung steht seit Dienstag zum Herunterladen auf das Handy bereit, wie die Regierung auf Twitter mitteilte. Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bürger sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben. Die Anwendung ist für Android-Geräte in Googles App-Plattform Play Store und für iPhones mit dem Betriebssystem iOS im App-Store von Apple verfügbar.

30,7 Grad in Lingen - Bisher wärmster Tag des Jahres

Bereits am zweiten Tag des meteorologischen Sommers ist in Deutschland gleich zweimal die 30 Grad-Marke geknackt worden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es damit der bislang wärmste Tag des Jahres. Demnach stieg das Thermometer in Lingen im Emsland auf 30,7 Grad. Auch an einer Wetterstation in Trier stiegen die Temperaturen am Dienstag auf 30 Grad. In Köln-Stammheim fehlte mit 29,8 Grad nicht mehr viel für einen offiziell heißen Tag. Während Meteorologen bei Temperaturen ab 25 Grad von einem Sommertag sprechen, sind 30 Grad das Mindestmaß für einen heißen Tag. 

Was heute wichtig wird:

Debatte über Auto-Kaufprämien als Teil des geplanten Konjunkturpakets

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD beraten über ein milliardenschweres Konjunkturpaket, mit dem die Wirtschaft nach dem Einbruch infolge der Corona-Krise wieder angekurbelt werden soll. Dabei geht es auch um Anreize für den Kauf von Autos.

Urlauber dürfen wieder nach Italien einreisen

Italien erlaubt nach Corona-Sperre wieder die Einreise für EU-Bürger. Zudem dürfen die Menschen auch innerhalb Italiens wieder frei von einer Region in die andere fahren. Italien hatte seine Grenzen Anfang März dicht gemacht und hofft nun auf einen Neustart des Tourismus.

Bundesregierung bereitet Aufhebung der Reisewarnung vor

Die Bundesregierung bereitet ein Ende der Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten vor, wenn die Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Dazu soll ein Eckpunktepapier beschlossen werden, das als Gesprächsgrundlage für eine Einigung mit den Urlaubsländern auf Regeln für einen Infektionsschutz dienen soll. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung der Reisewarnung soll erst später fallen.

Nicht-Abstiegsplatz lockt: Werder Bremen vor wichtigem Nachholspiel

Werder Bremen kann in der Fußball-Bundesliga zum ersten Mal seit vier Monaten wieder einen direkten Abstiegsplatz verlassen. Voraussetzung dafür ist ein Heimsieg am Mittwochabend im Nachholspiel gegen Eintracht Frankfurt. Die Partie im Weser-Stadion beginnt um 20.30 Uhr.

ivi / dho / DPA / AFP