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Generalbundesanwalt Siegfried Buback: "RAF-Täter wurden gedeckt"

Für die Pannen nach dem Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback im April 1977 findet dessen Sohn Michael eine ungeheuerlich klingende Erklärung: Verrat und Vertuschung.

Herr Professor Buback, Sie haben versucht herauszufinden, wer Ihren Vater erschossen hat. Sind Sie zu einem Ergebnis gekommen?

Ich habe mir zusammen mit meiner Frau ein Bild erarbeitet: Wir meinen nun mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu wissen, wer die am Attentat Beteiligten waren.

Wer saß denn am 7. April 1977 in Karlsruhe auf dem Motorrad, von dem aus der Generalbundesanwalt und seine beiden Begleiter getötet wurden?

Wir haben keine Erkenntnisse, die dagegen sprechen, dass es Günter Sonnenberg und Verena Becker waren.

Becker ist nie wegen der Morde von Karlsruhe belangt worden. In Ihrem Buch "Der zweite Tod meines Vaters" äußern Sie die Vermutung, dass die RAF-Terroristin über Jahrzehnte von staatlichen Stellen gedeckt worden sei.

Eine solche Annahme hätte ich noch vor zwei Jahren für absurd gehalten. Wir hatten ja nie Zweifel an der offiziellen Darstellung, dass Knut Folkerts, Christian Klar und Sonnenberg die Tatbeteiligten waren. Dann nannte uns der frühere Terrorist Peter-Jürgen Boock aber Stefan Wisniewski als möglichen Täter; und danach fanden wir voneinander unabhängige Hinweise auf eine Frau als unmittelbar Tatbeteiligte. Daran kamen wir nicht mehr vorbei, und es ergab sich eine Merkwürdigkeit nach der anderen, die zu unserem Erkenntnisstand geführt hat. Was ich im Buch präsentiere, ist ein, wie ich meine, konsistentes, wenn auch sehr düsteres Bild.

Warum sollten Ermittler ausgerechnet eine Frau decken, die womöglich den obersten Ankläger der Republik erschossen hat?

Natürlich kann es auch sein, dass unglaubliche Fehler gemacht wurden, die dann vielleicht vertuscht werden sollten. Dagegen spricht aber, dass der Schutz für eine Frau praktisch unmittelbar nach der Tat eingesetzt hat. Das erzwingt geradezu die Annahme, dass Täter gedeckt worden sind. Für uns war dies ein äußerst belastender, schwieriger Gedanke. Aber erst mit dieser Annahme passen die Puzzlesteine.

Verena Becker hat bereits 1981 dem Verfassungsschutz Wisniewski als Schützen genannt. Warum wurde danach nicht gegen ihn ermittelt?

Das ist eine sehr wichtige Frage, die mich lange beschäftigt hat. Der Generalbundesanwalt - Kurt Rebmann war Nachfolger meines Vaters - hatte diese Information aus belastbarer Quelle; zeitnah, umfassend und schriftlich - und nichts geschieht! Das war für mich unbegreiflich.

War Rebmann aus Ihrer Sicht Teil der Konspiration zur Deckung von Verena Becker?

Das ist eine geradezu wahnwitzige Vorstellung! Die einzige mir einleuchtende Erklärung hierfür lautet: Rebmann wusste, dass die Verfassungsschutzakte mit der Frau Becker zugeschriebenen Aussage nicht die Wahrheit über den Schützen enthält.

Die Erklärung dazu legen Sie in Ihrem Buch sehr nahe: Im Kern der RAF gab es bereits 1977 einen Konfidenten des Verfassungsschutzes, der gedeckt wurde, nachdem er den Generalbundesanwalt erschossen hat. Beckers Aussage war demnach ein Manöver, um eine rasche Haftentlassung zu erreichen. Tatsächlich wurde sie 1989 begnadigt.

Das ist das Bild, dem wir nicht ausweichen können. Wenige Wochen nach der Tat wurde Frau Becker vom Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs als Mittäterin beim Karlsruher Attentat bezeichnet. Später verschwinden die Hinweise auf sie aus Akten und Prozessen.

Es gab also ein systematisches Vorgehen des Staates über Jahrzehnte?

Nicht des Staates. In der Bundesanwaltschaft wussten es wohl drei Leute - da kann man nicht sagen: die Bundesanwaltschaft. Ich fühle mich dieser Behörde sehr nahe. Ich will sie keinesfalls als Ganzes in ein ungünstiges Licht rücken.

Warum wurden die Fehler nicht entdeckt?

Das wüsste ich gern. Es ist merkwürdig, wenn im Laufe der Jahrzehnte ein Vorgang geheimer wird. Die Aussagen gegenüber dem Verfassungsschutz wurden damals vollständig an den Generalbundesanwalt übergeben. Warum kann er sie jetzt nicht erneut erhalten? Warum sind sie jetzt unter Verschluss? Das macht mich stutzig.

Fällt es Ihnen schwer zu sagen, staatliche Stellen haben RAF-Mörder geschützt?

Sehr schwer. Dabei ließe sich das einfach aus der Welt räumen: Warum sagt mir niemand, es gab definitiv mit Frau Becker vor 1981 keinerlei Geheimdienstkooperation?

Nicht zuletzt wegen Ihrer Recherchen sind DNA-Spuren aus einem Helm der Täter untersucht worden. Die Ergebnisse entlasten Verena Becker.

Ich empfinde diese Untersuchungen als unbefriedigend. Warum sagt man nun lediglich, dass die drei Mischspuren nicht von Frau Becker stammen? Warum werden die Spuren nicht mit der DNA der anderen möglichen Täter verglichen? Tatrelevante DNA-Spuren sollten doch die Täter - wenigstens einen von ihnen - überführen.

Sie fühlen sich allein in Ihrem Kampf um die Wahrheit?

Ja, leider. Ich hatte erwartet, dass Behörden nach den zahlreichen neuen Erkenntnissen im vergangenen Jahr sofort anspringen würden. In der Bundesanwaltschaft kannte man doch die Aussage, die mir der "Zeuge vom Vortag" über eine zierliche Frau auf dem Soziussitz des Tatmotorrads gemacht hatte, gar nicht und wusste wohl auch nichts von der vor vielen Jahren der Behörde übergebenen Verfassungsschutzakte.

Verena Becker ist wegen versuchten Polizistenmordes bei ihrer Festnahme in Singen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Ja, das ist auffällig. Sie hat in Singen niemanden getötet. Für den Mord an meinem Vater und seinen Begleitern wird sie trotz erheblicher Verdachtsmomente nicht angeklagt, wohl aber wegen Singen. Dort hat sie einen Polizisten nicht getötet, obwohl sie die Waffe in der Hand hielt und der verletzte Polizist wehrlos direkt vor ihr lag.

Vielleicht zitterten ihr die Hände.

Vielleicht war es so. Ich sage ja nur, was mir auffällt. Wenn sie den Beamten getötet hätte, wäre ein Schutz für sie sehr schwer geworden, da man ihr Gesicht gesehen hatte. Auch das könnte eine Rolle gespielt haben.

Mit Ihrem Buch werden Sie Widerspruch provozieren. Man wird Sie als Laien abtun, der sich verrannt hat.

Ich suche nach der Wahrheit. Meine Frau und ich haben eineinhalb Jahre unsere gesamte Freizeit aufgewendet. Ich musste das Buch schreiben, schon weil mir unser Land wichtig ist. Ich bin es auch meinem Vater schuldig. Er war ein begnadeter Ermittler.

Interview: Stefan Schmitz, Axel Vornbäumen / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(