Izchak Rabin Peace!


Der israelische Minsterpräsident Izchak Rabin wurde vor zehn Jahren von einem jüdischen Fanatiker ermordet. Israel gedenkt dem Friedenskämpfer; gleichzeitig werden Stimmen nach neuen Ermittlungen des Attentats laut.

Zum zehnten Jahrestag des Mordanschlages auf den israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin hat Vizeregierungschef Schimon Peres die Jugend zur Belebung des Friedensprozesses aufgefordert. "Ich rufe die junge Generation auf, tretet in die Fußstapfen von Izchak Rabin", schrieb Peres, der damals Außenminister in der Regierung Rabin war, in der israelischen Zeitung "Maariv".

"Was er begonnen hat, wird nie vergessen werden und wir werden wie er handeln, bis wir das größte Ziel unseres Lebens erreicht haben, und das ist der Frieden mit uns und unseren Nachbarn", sagte Peres. Der israelische Abzug aus dem Gazastreifen sei nur ein Schritt, dem weitere folgen müssten. Rabin, Peres und der palästinensische Präsident Jassir Arafat hatten 1993 gemeinsam den Friedensnobelpreis erhalten.

Verschwörungstheorien?

Unterdessen wurden Forderungen nach einer neuen Untersuchung des Verbrechens laut. Dror Jizchaki, der damals beim Geheimdienst Schin Bet für die Sicherheit des Regierungschefs verantwortlich war, wies zwar Verschwörungstheorien zurück, nach denen der verurteilte Jigal Amir nicht allein gehandelt haben soll. Dennoch wünsche er sich neue Ermittlungen, um die genauen Umstände des Attentats zu klären, sagte Amir in einem Fernsehinterview.

Der jüdische Fanatiker Jigal Amir hatte Rabin am 11. November 1995 am Ende einer Friedenskundgebung im Zentrum Tel Avivs mit mehreren Schüssen getötet. Der israelische Präsident Mosche Katzav hat eine Begnadigung des zu lebenslanger Haft verurteilten Täters ausgeschlossen.

Politisches Erbe vereiteln

Israel gedenkt mit einer Serie von Veranstaltungen der Ermordung Rabins. Die zentrale Kundgebung auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv soll am 12. November im Beisein des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton stattfinden. Zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Herzl-Berg in Jerusalem werden am 14. November, dem zehnten Jahrestag der Ermordung nach dem jüdischen Kalender, Politiker und Staatschefs aus aller Welt erwartet. Danach ist die Einweihung des neuen Rabin-Zentrums für Toleranz und Demokratie in Tel Aviv geplant. Das zweistöckige Gebäude mit drei Lehrsälen und einem elektronischen Archiv soll das politische Erbe Rabins verewigen.

DPA/AP AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker