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Schimon Peres "Ein Licht ist ausgegangen": Schimon Peres stirbt mit 93 Jahren

Schimon Peres
Schimon Peres gehörte zur Generation der Gründerväter Israels und war von 2007 bis 2014 Präsident
© Picture Alliance
Er kämpfte bis zuletzt für Frieden in Nahost: Israels ehemaliger Präsident Schimon Peres ist nach einem Schlaganfall gestorben. Mit ihm geht der letzte Politiker aus der Generation der Gründerväter des jüdischen Staates.

Israel trauert um seinen ehemaligen Präsidenten Schimon Peres. Der Friedensnobelpreisträger sei am Mittwochmorgen im Alter von 93 Jahren gestorben, sagte sein persönlicher Arzt und Schwiegersohn Rafi Walden der Nachrichtenagentur AFP. Peres hatte vor zwei Wochen einen schweren Schlaganfall erlitten. Die Nachricht von seinem Tod löste nicht nur in Israel Bestürzung aus.

Peres lag seit dem 13. September in einem Krankenhaus bei Tel Aviv auf der Intensivstation. Er hatte nach Angaben seiner Ärzte einen schweren Schlaganfall mit Hirnblutung erlitten und wurde ins künstliche Koma versetzt. Nachdem zwischenzeitlich eine leichte Besserung seines Zustandes vermeldet worden war, hieß es am Dienstagabend überraschend, der Patient schwebe "zwischen Leben und Tod".

Obama würdigt Peres Lebenswerk 

Am Mittwochmorgen gegen 3 Uhr (Ortszeit, 2 Uhr MESZ) sei Peres dann gestorben, sagte Walden. Ein Vertrauter des ehemaligen Staatsoberhauptes berichtete AFP, die Familie sei bei ihm gewesen.

Peres gehörte zur Generation der Gründerväter Israels und war von 2007 bis 2014 Präsident. 1994 erhielt er als einer der Förderer des Osloer Friedensabkommens den Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem später ermordeten israelischen Regierungschef Jizchak Rabin und dem 2004 verstorbenen Palästinenserführer Jassir Arafat. Seit seiner Einlieferung ins Krankenhaus hatte ganz Israel um den 93-Jährigen gebangt, aus aller Welt kamen Genesungswünsche.

Die Nachricht von Peres' Tod löste nun weltweit Bestürzung aus. US-Präsident Barack Obama würdigte den Verstorbenen als einen Freund, der seinen Traum vom Frieden niemals aufgegeben habe. "Es gibt wenige Menschen auf der Welt, die den Lauf der menschlichen Geschichte verändern. Mein Freund Schimon war einer dieser Menschen", erklärte Obama in Washington. "Ein Licht ist ausgegangen, aber die Hoffnung, die er uns gegeben hat, wird für immer brennen."

Leben im "Dienst von Frieden und Versöhnung" 

In Berlin würdigte Bundespräsident Joachim Gauck neben dem Ringen des Verstorbenen um Frieden zwischen Israel und den Palästinensern vor allem seine Bereitschaft zur Versöhnung. "Trotz der Gräueltaten, die Deutsche an seiner Familie und seinem Volk während des Holocausts verübten, reichte Schimon Peres uns die Hand. Für diese Haltung sind wir ihm von Herzen dankbar." Peres habe sein Leben in den "Dienst von Frieden und Versöhnung" gestellt, heißt es im Kondolenzschreiben Gaucks.

Peres war zweimal Regierungschef, je dreimal Verteidigungs- und Außenminister. Er saß 48 Jahre lang für drei verschiedene Parteien in der Knesset und gehörte 16 Regierungen an. 19 Jahre lang führte der Sohn eines Holzhändlers die israelische Arbeitspartei.

Peres glaubte an Zweistaaten-Lösung

Zu seiner Biografie gehört auch, dass er lange als Falke auftrat: So hatte Peres 1975 als Verteidigungsminister im Widerspruch zur Haltung seiner Arbeitspartei ultranationalistischen Siedlern Rückendeckung gegeben, welche die ersten drei jüdischen Siedlungen im Herzen des Westjordanlands errichteten.

Später verschrieb sich Peres zur Beilegung des Nahost-Konflikts der Zweistaaten-Lösung, für die er unermüdlich kämpfte. Als sein Ziel nannte er "einen jüdischen Staat mit dem Namen Israel an der Seite eines arabischen Staats namens Palästina, die sich nicht bekämpfen, sondern Seite an Seite in Freundschaft und Zusammenarbeit leben".

amt AFP

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