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Israels Ex-Präsident Schimon Peres nach Schlaganfall in Klinik

Israels Ex-Präsident Schimon Peres
Israels Ex-Präsident Schimon Peres liegt auf der Intensivstation. Sein Zustand sei kritisch, heißt es.
© Jens Büttner/DPA
Er hat sein Leben dem Ringen um Frieden in Nahost gewidmet - nun liegt Israel Ex-Präsident Schimon Peres auf der Intensivstation. Seine Familie spricht von "schweren Stunden".

Nach einem schweren Schlaganfall liegt Israels Ex-Präsident Schimon Peres im Krankenhaus. "Er wird weiter beatmet, er ist weiter auf der Intensivstation, und sein Zustand wird weiter überwacht", sagte ein Sprecher von Peres am Mittwochmorgen.

Der 93-jährige Friedensnobelpreisträger war am Dienstagabend in die Klinik in der Nähe von Tel Aviv eingeliefert worden. Die Nachrichtenseite "Ynetnews" berichtete anschließend von einem künstlichen Koma.

Das israelische Fernsehen berichtete, Peres' Zustand sei kritisch, aber stabil. Seine Ärzte hätten entschieden, ihn vorerst nicht zu operieren. Er habe gestern eingeschränkt mit ihnen kommunizieren können, beispielsweise durch Händedruck. Sein Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

"Dies sind schwere Stunden für mich und meine Familie", sagte Schimon Peres' Sohn Chemi am Abend. "Die Zeit wird kommen, wo wir einige Entscheidungen treffen müssen." Alles hänge davon ab, wie sich die Dinge entwickelten.

1994 erhielt Schimon Peres den Friedensnobelpreis

Schimon Peres hatte erst vergangene Woche einen Herzschrittmacher eingesetzt bekommen. Bereits Anfang des Jahres hatte der Friedensnobelpreisträger einen Herzinfarkt erlitten. Bei einem öffentlichen Auftritt im Juli wirkte er gesundheitlich angeschlagen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu telefonierte nach Angaben seines Büros noch am Abend mit dem Krankenhaus und ließ Peres Genesungswünsche übermitteln. Das ganze Volk bete für ihn. Auch Präsident Reuven Rivlin zeigte sich besorgt angesichts des Gesundheitszustandes von Peres.

Peres hatte sich bisher trotz seines hohen Alters unvermindert für eine Verständigung zwischen Israelis und Arabern eingesetzt, unter anderem mit seinem Peres Center for Peace in Tel Aviv. Er hat nie die Hoffnung auf eine friedliche Lösung im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern aufgegeben. Auch wegen seines beharrlichen Strebens nach Frieden ist er zudem einer der wenigen israelischen Politiker, der im Ausland beliebt ist.

Peres äußerte sich auch als Staatspräsident immer wieder sehr politisch - ungewöhnlich für dieses Amt. Er war zweimal Regierungschef und mehrmals Minister. Den Friedensnobelpreis erhielt er 1994 als Außenminister gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Izchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat. Von 2007 bis 2014 war er Staatspräsident.

Peres wurde 1923 als Sohn eines Holzhändlers im damaligen Ost-Polen geboren und wanderte 1934 ins damalige Palästina ein. Er wurde auch als Vater des israelischen Atomprogramms bekannt.

jek DPA

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