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"heute wichtig" Warum den USA das größte Verfahren der Landesgeschichte bevorstehen könnte

Donald Trump am 6. Januar 2021 in Washington
Donald Trump nach seiner mutmaßlich aufwiegelnden Rede vor dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 in Washington.
© Joe Rondone / AP / DPA
Hat Donald Trump am 6. Januar 2021 einen Staatsstreich versucht? Das beleuchtet eine Untersuchungskommission, die den Sturm aufs Kapitol und seine Folgen untersucht. Sollte Trump angeklagt werden, wäre das der größte Skandal seit Watergate, sagt US-Korrespondent Jan Christoph Wiechmann.

"Wir alle hier werden nicht akzeptieren, dass uns der Sieg gestohlen wird von den radikal linken Demokraten und von den Fake News. Wir werden niemals aufgeben und niemals zustimmen, das werden wir nicht tun." Mit Worten wie diesen soll der damalige US-Präsident Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Anhänger:innen zum Sturm aufs Kapitol angestachelt haben. Nun analysiert ein Untersuchungsausschuss unter dem Vorsitz der prominenten Republikanerin Liz Cheney die Fragen: Hat sich Donald Trump damit strafbar gemacht? Kann man ihm möglicherweise sogar nachweisen, einen Putschversuch mit verschuldet zu haben?

Falls der ehemalige Präsident deshalb angeklagt wird, wird sich die Gesellschaft wohl noch weiter spalten, sagt Jan Christoph Wiechmann: "Der Justizminister wird eine kühle Entscheidung treffen müssen, ob Trump eine Verschwörung versucht hat, einen Staatsstreich. Falls das passiert, haben wir das größte Verfahren vor uns, das die Vereinigten Staaten jemals gesehen haben. Größer noch als Watergate." Wiechmann ist stern-Reporter und langjähriger US-Korrespondent und erklärt in der 308. Folge des Podcasts "heute wichtig" die möglichen Folgen der Anhörungen zu den Ereignissen am 6. Januar 2021. 

 

Michel Abdollahi
© TVNOW / Andreas Friese

Podcast "heute wichtig"

Klar, meinungsstark, auf die 12: "heute wichtig" ist nicht nur ein Nachrichten-Podcast. Wir setzen Themen und stoßen Debatten an – mit Haltung und auch mal unbequem. Dafür sprechen Host Michel Abdollahi und sein Team aus stern- und RTL-Reporter:innen mit den spannendsten Menschen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Sie lassen alle Stimmen zu Wort kommen, die leisen und die lauten. Wer "heute wichtig" hört, startet informiert in den Tag und kann fundiert mitreden.

Sturm aufs US-Kapitol: "Es war Chaos in Washington, Gewalt, und es gab Tote"  

An diesem Tag soll der Wahlsieg von US-Präsident Joe Biden offiziell im Kongress verkündet werden, alle hochrangingen Politiker:innen waren deshalb vor Ort. Was folgt ist einer der schwärzesten Tage in der demokratischen Geschichte der USA. Bewaffnete Anhänger:innen von Donald Trump drängen sich an der Kapitolpolizei vorbei und stürmen das Gebäude. Diese Menschen glauben die Lüge von Donald Trump, dass die Wahl gestohlen worden sei und Joe Biden kein legitimer Präsident sei. Bis heute zweifeln noch mehr als 40 Prozent der Amerikaner:innen daran, dass Biden rechtmäßig die Wahl gewonnen hat. Das ergab eine Umfrage des Instituts "Momentive". Obwohl es nach wie vor keinen einzigen Beweis dafür gibt. 

Die Republikanische Partei distanziert sich seitdem entweder gar nicht oder nur halbherzig von der Gewalt am 6. Januar. Selbst die Republikaner:innen, die sich direkt danach kritisch geäußert haben, kritisieren "The Donald" heute nicht mehr, sagt Jan Christoph Wiechmann: "Wer sich heute bei den Republikanern gegen Trump ausspricht, hat keine Chance [...] und bekommt das zu spüren. Entweder an der Wahlurne oder durch die Äußerungen von Trump und seinen Anhängern."

Deshalb ist sich Wiechmann auch sicher, dass der Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei bei den Wahlen 2024 wieder Donald Trump heißen wird. Daran werden wohl auch die Ergebnisse des Ausschusses nur wenig ändern können: "Die Frage wird sein, ob man Donald Trump nachweisen kann, dass er von Anfang an an diesem 6. Januar den Staatsstreich durchführen wollte. Das ist juristisch nicht leicht." 

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