Formel 1 Spekulationen um Schumis Karriereende


Michael Schumachers furiose Aufholjagd in der Formel-1-WM wird von neuen heftigen Spekulationen in der Zukunftsfrage begleitet. Eine italienische Zeitung ist sich sicher, dass diese Saison Schumis letzte sein wird.

Kurz vor dem Großen Preis von Ungarn ist die "La Gazzetta dello Sport" davon überzeugt, dass der Rekord-Champion Michael Schumacher am Saisonende seine einmalige Karriere beenden wird. "Die Entscheidung ist Schumacher schwer gefallen, sie ist aber wohlüberlegt", schreibt die italienische Sportzeitung. Schumacher-Manager Willi Weber sagte dagegen der Nachrichtenagentur DPA: "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen." Erst beim Großen Preis von Italien (8. bis 10. September) in Monza wird die Zukunftsfrage beantwortet. "Wir haben schon vor langem festgelegt, dass wir dann unsere Fahrer für 2007 bekannt geben", erklärte Ferrari-Teamchef Jean Todt.

Ratschlag des Managers

Beim Großen Preis von Ungarn könnte Schumacher (89 Punkte) mit seinem 90. Karriere-Sieg im Optimalfall bis auf einen Zähler an WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (100) herankommen. Für Ex-Weltmeister Niki Lauda ist klar, dass der Kerpener in den sechs Rennen bis zum Finale am 22. Oktober in Brasilien das Unmögliche möglich machen wird: "Michael ist motivierter, daher hat er die besseren Chancen."

Weber hat seinem Schützling, der in der Fahrer-Wertung nur noch elf Punkte hinter seinem spanischen Renault-Rivalen liegt, bereits geraten, auf dem Höhepunkt abzutreten: "Wenn Michael zum achten Mal Weltmeister wird, rate ich ihm aufzuhören." Laut "La Gazzetta" hat der 37 Jahre alte Rheinländer diesen Schritt bereits vollzogen: "Schumacher scheint sich entschlossen zu haben, seine wunderbare Karriere zu beenden und sich anderem zu widmen."

Ferrari-Troika soll getrennte Wege gehen

Mit ein Grund für Schumachers möglichen Sinneswandel soll die Amtsmüdigkeit von Todt und Ross Brawn sein. Nach Meinung des Blattes hat sich die bislang unzertrennliche Ferrari-Troika Schumacher, Todt und Brawn bereits auf eine gemeinsame Strategie geeinigt. Angeblich wollen sie nach dieser bislang außergewöhnlich verlaufenen Saison getrennte Wege gehen.

Todt wolle sich mehr ins Privatleben zurückziehen und neue Projekte zusammen mit seiner Frau Michelle Yeoh angehen. Außerdem widme er den Projekten von Professor Saillant immer mehr Zeit. Der französische Arzt, der Michael Schumacher nach dessen Rennunfall von Silverstone 1999 operiert hatte, forscht auch dank Todts Unterstützung, um Kinder mit Gehirnerkrankungen besser behandeln zu können.

Fiat- und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat in der vergangene Woche vielleicht auch deshalb angekündigt, dass Todt Ferrari erhalten bleibe und damit für Spekulationen gesorgt. "La Gazzetta" erwartet, dass der Franzose in Firmenhierarchie weiter aufsteigen und dem Rennteam damit nicht mehr wie bisher zur Verfügung stehen werde.

"Wir wissen, was wir wollen"

Brawn soll es zurück nach England ziehen. Nach einer Auszeit im Kreise seiner Familie wolle er für Ferrari weiterarbeiten, aber nicht mehr in vorderster Front. Ein weiterer Grund für Schumachers Rückzug soll sein, dass ihm der Finne Kimi Raikkönen, dessen Wechsel von McLaren-Mercedes als sicher gilt, in der nächsten Saison im Nacken sitzen würde.

"Michael und ich haben ein sehr inniges Verhältnis. Wir sind gute Freunde. Freundschaft ist die eine, der Beruf die andere Sache. Das vermischen wir nicht miteinander", hatte Todt der DPA in einem Interview gesagt. "Wir haben schon sehr oft über alle Details gesprochen. Er kennt meinen, ich seinen Standpunkt. Wir wissen beide, was wir wollen."

Volker Gundrum und Bernhard Krieger/DPA DPA

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