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Streit in Monaco: Rosberg will Versöhnung mit Hamilton

Nicht nur auf dem Formel-1-Kurs von Monaco lieferten sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton ein hartes Rennen. Zwischen den beiden Mercedes-Kollegen herrscht Eiszeit, nun soll es eine Aussprache geben.

Nico Rosberg will reden. Der Formel-1-Spitzenreiter setzt im Streit mit seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton nun auf klärende Gespräche. "Das Wochenende war eines der schwierigeren. Aber dann lassen wir es etwas ruhen, setzen uns dann wie immer zusammen und reden drüber", sagte der 28-Jährige nach seinem Sieg in Monaco.

Hamilton hatte in den Tagen des Grand-Prix-Klassikers mehrfach seinem Frust freien Lauf gelassen und Rosberg kaum eines Blickes gewürdigt. Bei der Siegerehrung nach dem Rennen verweigerte er dem Sieger sogar den Handschlag. Versuche von Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda, zwischen dem Duo zu vermitteln, waren zunächst gescheitert.

Der Streit war spätestens am Samstag öffentlich ausgebrochen. Rosberg hatte als Führender im Qualifying in der Mirabeau-Kurve zu spät gebremst und war dann notgedrungen geradeaus gefahren. Die Streckenposten schwenkten wegen der Gefahrenstelle gelbe Flaggen, Hamilton musste in seiner letzten Runde vom Gas. "Bis dahin war ich im Plan", versicherte der 29-Jährige säuerlich. Er musste von Rang zwei starten, Rosberg ging als Erster ins Rennen, was auf dem engen Stadtkurs von Monaco ein entscheidender Vorteil war.

Streithähne kennen sich seit der Kindheit

Rosberg und Hamilton kennen sich bereits aus Kartzeiten und wohnen in Monte Carlo im selben Appartment-Hochhaus. Wegen des engen Rennens um den WM-Titel, der wohl zwischen den Silberpfeil-Fahrern entschieden wird, war das Verhältnis der beiden zuletzt deutlich abgekühlt. In der Woche vor dem Monaco-Rennen hatte Hamilton seinen Kollegen bereits provoziert: "Ich komme aus einem schwierigen Londoner Vorort und habe auf der Couch in der Wohnung meines Vaters gelebt. Nico ist in Monaco mit Flugzeugen, Hotels, Booten und solchen Sachen aufgewachsen. Der Erfolgshunger ist ein anderer", sagte der Brite. "Und wer den Titel gewinnen will, der muss der Hungrigste sein."

Für Rosberg ist Hamiltons Verhalten indes keine große Überraschung. "Es kann einen nicht so viel überraschen, wenn man sich schon kennt, seit man 13 Jahre alt war", sagte der gebürtige Wiesbadener.

nck/DPA / DPA

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