VG-Wort Pixel

1. Bundesliga Bundesliga-Prognose - Meisterschaft und Champions League


Nachdem wir im ersten Teil in den unteren Regionen der Tabelle gewildert haben, wirft sportal.de nun einen Blick auf das Restprogramm der Top Vier und kommt zu einer bemerkenswerten Prognose.

In Teil zwei unserer Prognose beschäftigen wir uns mit dem Kampf um die deutsche Meisterschaft zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München, sowie mit dem um Platz drei zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach.

Nachdem wir im ersten Teil versucht haben, die Ergebnisse im Kampf gegen den Abstieg und die Europa League zu prognostizieren, versuchen wir auch hier die gekonnte Kombination von Indizien, Tendenzen, Serien und schamlos zur Schau gestellter subjektiver Meinung.

Meisterrennen: Borussia Dortmund gegen Bayern München

Im Meisterschaftsrennen mit dabei sind, nach unserer zwar subjektiven, aber diesmal leicht nachvollziehbaren Einschätzung, lediglich noch der deutsche Meister Borussia Dortmund sowie der FC Bayern München. Derzeit führt der BVB mit 63 Punkten die Tabelle vor den Bayern mit 60 Punkten an. Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach liegen neun beziehungsweise zwölf Punkte hinter dem BVB und spielen im Meisterrennen keine Rolle mehr.

Am 30. Spieltag kommt es in Dortmund zum möglicherweise entscheidenden Duell der beiden Kontrahenten, sollte Dortmund hier gewinnen, wäre die Meisterschaft wohl praktisch - möglicherweise auch faktisch - entschieden. Sollten die Bayern aber in Dortmund gewinnen, ist das Rennen wieder offen. Die Ausgangslage ist damit klar, werfen wir nun einen Blick auf das jeweilige Restprogramm der beiden Titelaspiranten.

1. Borussia Dortmund: 63 Punkte, 63:21 Tore

Restprogramm: Wolfsburg (A), Bayern (H), Schalke (A), Gladbach (H), Kaiserslautern (A), Freiburg (H)

Borussia Dortmund hat das wohl schwerste Restprogramm aller Bundesligisten. Die Borussen treten mit Bayern, Schalke und Gladbach noch gegen die Nummer zwei bis vier der Tabelle an, außerdem muss der BVB noch zu den sehr heimstarken Wölfen aus Wolfsburg, die sich derzeit in blendender Verfassung befinden und ihre vier letzten Spiele gewinnen konnten.

Ein Vorteil für Dortmund ist aber, dass sie den FC Bayern und Borussia Mönchengladbach in der heimischen Arena empfangen, wo sie auch in dieser Saison wieder eine echte Macht sind (elf Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage). Schwerere Brocken werden aber die Auswärtsspiele in Wolfsburg, auf Schalke und vielleicht auch in Kaiserslautern, sollte das am vorletzten Spieltag noch nicht abgestiegen sein. Der FCK hat mehr als einmal in dieser Saison bewiesen, dass er es dem Gegner mit seiner disziplinierten Defensive schwer machen kann.

2. FC Bayern München: 60 Punkte, 67:18 Tore

Restprogramm: Augsburg (H), Dortmund (A), Mainz (H), Bremen (A), Stuttgart (H), Köln (A)

Der FC Bayern hat im Vergleich mit Dortmund das deutlich leichtere Restprogramm. Neben dem wohl entscheidenden Auswärtsspiel in Dortmund empfangen die Münchener Augsburg, Mainz und Stuttgart, was ohne Überheblichkeit seitens der Münchener nach allem Ermessen neun sichere Punkte sein dürften und müssen. Interessant zu beobachten wird sein, ob man sich in den beiden anderen Auswärtsspielen in Bremen und am letzten Spieltag in Köln schadlos halten wird. Die Partie in Dortmund muss ohnehin gewonnen werden, sonst sind sämtliche anderen Szenarien für die sprichwörtliche Katz.

Wer wird denn nun Deutscher Meister?

Borussia Dortmund. Warum? Weil sie zwar das deutlich schwerere Restprogramm haben, aber man nachwievor nicht vergessen darf, dass Dortmund noch drei Punkte Vorsprung hat und blendend in Form ist. Nimmt man die letzten Partien der Münchner gegen Dortmund unter die Lupe, so deutet derzeit nicht viel auf einen Auswärtserfolg der Münchener im Signal Iduna Park hin.

Gehen wir auch nur von einem Unentschieden aus, so müsste Dortmund schon ein Spiel verlieren und der FC Bayern alles gewinnen, was wir aufgrund der Doppelbelastung durch die Champions League und der über die Saison gesehen keinesfalls überzeugenden Auswärtsauftritte der Münchner für zumindest unwarscheinlich halten.

Während sich der BVB nämlich vollständig auf die Meisterschaft konzentrieren kann, muss, beziehungsweise darf der FC Bayern zweimal in der Champions League gegen Real Madrid antreten, darunter kann die Konzentration in der Bundesliga leiden. Schon gegen Nürnberg zeigte sich, dass sich die Münchner gegen gut verteidigende Gegner schwer tun, wenn sie zudem nicht in Bestbesetzung antreten.

Auch die derzeitige Form spricht nicht für einen Wechsel an der Spitze. Borussia Dortmund ist es gelungen, auch die Spiele während ihrer "Schwächephase" zu gewinnen, als es spielerisch nicht wirklich rund lief. Das deutet darauf hin, dass die Mannschaft mittlerweile aus den Fehlern, vor allem denen in der Champions League, gelernt hat und auch mal die dreckigen Siege einfahren kann.

Der amtierende Deutsche Meister holte in der Rückrunde zudem 29 von 33 möglichen Punkten und ist seit 22 Ligaspielen ungeschlagen. Der FC Bayern verfügt zwar seit dem letzten Spieltag sowohl über die beste Abwehr (18 Gegentore), als auch über den besten Sturm (67 Tore), hat aber bereits sechs Niederlagen auf dem Konto. Mit so vielen Niederlagen wurden seit 1986 nur sechs Teams noch Meister, darunter allerdings auch die Bayern 2000/2001 (9 Niederlagen).

Schalke und Gladbach kämpfen um die Champions League

Hinter den beiden Branchenprimen... (Oder Branchenprimussen? Oder Branchenprimeln?) blühen die beiden anderen Westvereine aus den Top vier diese Saison richtig auf.

Der FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach kämpfen gegeneinander um Platz drei und damit die direkte Qualifikation für die Champions League. Der Verlierer des Duells wird die Saison aller Voraussicht nach auf Platz vier beenden und müsste damit in die Qualifikationsrunde zur Königsklasse - was für die Schalker wohl weniger tragisch wäre als für die Gladbacher, aber dazu später mehr.

Von den Plätzen fünf und dahinter droht allerdings beiden Teams kaum noch Gefahr, liegt mit Hannover 96 der nächste Verfolger doch bereits zehn Punkte hinter den Gladbachern. Dass dieser Vorsprung noch schmelzen könnte, darf bezweifelt werden. Werfen wir auch hier vor einer Prognose einen Blick auf das Restprogramm beider Teams.

3. Schalke 04: 54 Punkte, 61:35 Tore

Restprogramm: Hannover (H), Nürnberg (A), Dortmund (H), Augsburg (A), Hertha (H), Bremen (A) 

Nachdem die Schalker in der Europa League ausgeschieden sind, können sie sich nun voll auf die letzten Partien in der Bundesliga konzentrieren, das sind nicht nur schlechte Nachrichten für die Bundesliga in der Fünfjahreswertung der UEFA, sondern vor allem für Borussia Mönchengladbach.

Schalke hat mit Hannover, Bremen und in erster Linie Dortmund noch drei schwere Gegner vor der Brust. Der Vorteil für die Schalker: Dortmund und auch Hannover empfangen die Knappen in der heimischen Veltins Arena, wo man diese Saison hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund drittbestes Team der Liga ist, 39 ihrer 61 Saisontore erzielten die Schalker zu Hause.

Die Herausforderungen in der Fremde sind überschaubar, in Nürnberg, Augsburg und Bremen sollte Schalke zwischen sechs und neun Punkten holen. Allerdings hat Schalke in dieser Saison bereits sechs Mal auswärts verloren, dabei auch überraschend in Freiburg.

Viel hängt bei Schalke jedoch davon ab, wie die Mannschaft auf das Ausscheiden in der Europa League reagiert. Konzentriert sich die Mannschaft voll auf die Bundesliga und startet einen Endspurt, um sicher in der Champions League zu stehen, oder lässt sich die Mannschaft gegen Ende in der Liga hängen? Beides scheint möglich.

4. Borussia Mönchengladbach: 51 Punkte, 41:20 Tore

Restprogramm: Hertha (H), Bremen (A), Köln (H), Dortmund (A), Augsburg (H), Mainz (A)

Gladbach hat im direkten Vergleich mit Schalke das etwas leichtere Restprogramm. Allerdings hat Glabach in der Rückrunde bisher über weite Strecken die überragenden Leistungen der Hinrunde nicht bestätigen können, was jedoch auch nicht ernsthaft zu erwarten und schon gar nicht zu verlangen war.

Zu Hause ist die Borussia, wie die drei anderen Topteams der Liga auch, bärenstark und hat mit Hertha, Köln und Augsburg drei Abstiegskandidaten zu Gast, die im Normalfall keine Gefahr für die Gladbacher sind. Bei der Heimniederlage gegen Hoffenheim zeigte sich allerdings, dass man auch das bessere Team sein und trotzdem verlieren kann.

Die Auswärtsaufgaben der Gladbacher sind ungleich anspruchsvoller: In Dortmund, in Bremen und in Mainz müssen die Fohlen noch antreten.Gladbach hat von den Topteams am ehesten die Tendenz, auch gegen die "Kleinen" Punkte liegen zu lassen.

Und wer macht jetzt das Rennen um die Champions League?

Schalke 04. Warum? Hier eine Prognose zu treffen, ist wirklich schwer. Wir halten Schalke für die reifere und besser besetzte Mannschaft, das spricht für Platz drei. Gleichzeitig war bei Gladbach in den letzten Spielen ein Trend nach unten zu erkennen, sowohl was die Ergebnisse als auch die spielerischen Elemente betrifft.

Gut möglich, dass das letzte Fünckchen Motivation bei der Borussia im Saisonendspurt fehlt, jetzt wo man zumindest Platz vier so gut wie sicher hat. Auch ob der bevorstehenden Abgänge in der Sommerpause scheint die Euphorie der Frage zu weichen, wie es in der nächsten Saison weitergeht mit der Borussia. Für Schalke ist die Teilnahme an der Champions League finanziell dagegen wesentlich wichtiger als für Gladbach.

Wir sehen also Schalke am Ende auf Platz drei und die Gladbacher auf einem vierten Platz, mit dem sie sich für ihre sensationelle Saison belohnen. Von der internationalen Warte aus betrachtet, wäre es sicherlich besser, wenn der FC Schalke 04 in die Qualifikation müsste, da wir den Schalkern eher zutrauen, diese zu schaffen und bisher nicht abzusehen ist, wie Borussia Mönchengladbach den bevorstehenden Aderlass mit den Abgängen von Reus, Neustädter, vermutlich Dante und vielleicht sogar Favre verkraften wird. Ein Selbstläufer wäre die Qualifikation für Gladbach in keinem Fall.

Michael Stricz

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker