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1. Bundesliga: Bundesligaanalyse - Wer wird Meister, wer erreicht die Champions League?

Die Bayern spielen derzeit außergewöhnlich gut. Aber außergewöhnliche Leistungen brauchen sie auch, wenn sie noch Meister werden wollen. Wir haben einen Blick in die Statistik geworfen und zwei Meister seit 1996 gefunden, die alle acht Spiele gewinnen konnten. Das Meister-Duell und der Kampf um die CL-Plätze unter der Lupe.

Die Bayern erzielten zuletzt 20 Tore in drei Spielen und zeigten sich in unglaublicher Verfassung. Da sollte eine Serie von acht Siegen in acht Spielen auch möglich sein. Einen solchen Lauf braucht der Rekordmeister wohl, um den BVB noch abfangen zu können.

Wir haben uns die Statistik seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel angesehen (1996) und entdeckt, dass es eine solche Serie bereits zwei Mal gab. Wir haben das Meisterduell und das Champions League-Duell zwischen Schalke und Gladbach unter die Lupe genommen und geben eine Prognose ab.

4. Schalke 04 – 50 Punkte

Schalke hat als Tabellenvierter stolze 50 Punkte. Das gab es zuletzt 2006, da war Bremen mit 50 Punkten Vierter und holte am Ende die Vizemeisterschaft. Den größten Absturz mit 50 oder mehr Punkten erlebte der HSV 2009. Die Hamburger hatten am 26. Spieltag 51 Punkte (2.) und holten nur noch 10 weitere Zähler, wurden am Ende Tabellenfünfter. Auch Schalke selbst war Mal mit 51 Punkten Tabellendritter (2006), holte nur noch 10 Punkte und wurde am Ende Vierter. Beide Absturzbeispiele sind aber mit der Lage der Schalker derzeit nicht zu vergleichen.

Der HSV hatte 2009 nur zwei Punkte Vorsprung auf Hertha und Schalke hatte 2006 nur einen Punkt Vorsprung auf Bremen. Die Verfolger saßen den Clubs also im Nacken. Schalke hat derzeit zehn Punkte Vorsprung auf den Fünften, Bayer Leverkusen. Nächste Woche kommt Bayer in die Arena auf Schalke. Dort können die Schalker mit einem Sieg wohl zumindest die Champions League-Qualifikation einplanen.

Ob es in den letzten acht Spielen noch zu einem Sprung auf Platz drei reicht, wird sich zeigen. Schalke trifft noch auf Leverkusen (H), Hoffenheim (A), Hannover (H), Nürnberg (A), Dortmund (H), Augsburg (A), Hertha (H) und Bremen (A).

3. Borussia Mönchengladbach – 51 Punkte

Gladbach hat als Dritter 51 Punkte. Eine solch hohe Punktzahl als Dritter, das gab es erst zwei Mal seit 1996. Im Jahr 2006 hatte Schalke als Dritter 51 Punkte und wurde am Ende Vierter. 2010 hatte Leverkusen sogar 53 Punkte, wurde am Ende mit nur 59 Zählern ebenfalls Vierter. Ein schlechtes Omen für Gladbach? Es gibt auch das Gegenbeispiel.

Der VfB Stuttgart war 2007 mit nur 46 Punkten Dritter. Die Stuttgarter lagen damals sieben Punkte hinter dem Tabellenführer Schalke 04. Am Ende holte der VfB mit 70 Punkten die Meisterschaft. Derzeit hat Gladbach acht Punkte Rückstand auf den BVB. Es ist also nicht unmöglich, auch nach ganz oben zu blicken. Bayern und Dortmund spielen aber derzeit gefühlt in einer eigenen Liga. Für Gladbach wird es also wohl eher darum gehen, den Status Quo zu halten.

Das Restprogramm der Borussen ähnelt dabei dem der Schalker. Gladbacher spielt noch gegen: Hoffenheim (H), Hannover (A), Hertha (H), Bremen (A), Köln (H), Dortmund (A), Augsburg (H) und Mainz (A).

Duell um die direkte CL-Qualifikation

Prognose: Gegen sechs dieser acht Gegner muss auch Schalke spielen. Beide Clubs haben also fast das identische Restprogramm, bis auf die Tatsache, dass Schalke den BVB zuhause empfängt, während Gladbach in Dortmund ran muss. Für Gladbach spricht die kompakte Defensive (Nur 16 Gegentore bisher – Schalke hat dagegen 34 Gegentreffer). Für Schalke die tolle Offensive (58 erzielte Treffer – Gladbach hat nur 39 Tore erzielt). Statistisch betrachtet, ist ein abrutschen aus den CL-Rängen für beide Clubs unwahrscheinlich.

Den wohl schlimmsten Absturz erlebte Kaiserslautern 2001. Die Roten Teufel holten auf Platz drei liegend nur noch vier Punkte aus den letzten acht Spielen und wurden schließlich Achter. Dabei hatte aber auch Lautern nicht den Vorsprung, den Schalke und Gladbach derzeit haben. Diese zehn, bzw. elf Punkte verspielen die beiden Teams wohl nicht. Wir glauben an ein enges Rennen bis zum Schluss, indem Schalke die Nase knapp vorn haben wird. 

2. Bayern München – 54 Punkte

Wie sieht es bei den Bayern aus? Können die Münchener mit 54 Punkten noch Meister werden? Können sie weiter abfallen? Was sagt die Statistik? Der HSV gab 2006 ein schlechtes Beispiel. Mit 56 Punkten auf Platz zwei liegend, gaben die Hamburger den zweiten Platz noch preis und wurden letztlich Dritter. Bei Bayern zählt der dritte Platz aber wohl ebenso wenig, wie der Zweite. Die Münchener haben sich aus der Mini-Krise geschossen, sind derzeit in Topform und glauben wieder an ihre Chance Meister zu werden. Sie haben fünf Punkte Rückstand auf den BVB. Ist das aufzuholen?

Der VfB Stuttgart hat 2007 sieben Punkte auf Schalke aufgeholt und ist Meister geworden. Seit 1996 gaben allerdings nur zwei Tabellenführer des 26. Spieltages den ersten Platz noch auf. Das war 2002 Bayer Leverkusen (Dortmund wurde Meister) und wie angesprochen Schalke (2007). 14 Mal wurde der Tabellenführer des 26. Spieltages also seitdem auch Meister.

Ein schlechtes Omen für die Bayern? Das Restprogramm der Münchner sieht wie folgt aus: Hannover (H), Nürnberg (A), Augsburg (H), Dortmund (A), Mainz (H), Bremen (A), Stuttgart (H) und Köln (A). Bayern muss also nur noch gegen vier Gegner aus der ersten Tabellenhälfte spielen.

1. Borussia Dortmund – 59 Punkte

Mit 59 oder mehr Punkten ist seit 1996 jeder Club auch Meister geworden. Das Restprogramm des BVB hat es allerdings in sich. Köln (A), Stuttgart (H), Wolfsburg (A), München (H), Schalke (A), Gladbach (H), Lautern (A) und Freiburg (H). Fünf Gegner aus der ersten Tabellenhälfte, dabei Topteams wie Schalke, Gladbach und Bayern. Die Bilanz der Dortmunder aus der Hinrunde gegen die Topdrei der Liga ist allerdings glänzend. Gegen Schalke und Bayern konnte man gewinnen, in Gladbach spielte man unentschieden.

Titelkampf: Außergewöhnliche Leistungen gefordert!

Das Duell um den Titel schlechthin, das Aufeinandertreffen des BVB mit den Bayern – in Dortmund – findet am Mittwoch den 30. September statt. Sollte Bayern in Dortmund gewinnen, dann sind es nur noch zwei Punkte, die Bayern auf Dortmund aufholen müsste, da Bayern die klar bessere Tordifferenz hat (zehn Treffer mehr erzielt). Bayern dürfte sich allerdings wohl keine Schwäche mehr erlauben. Die letzten acht Spieltage ohne Punktverlust, gab es das schon?

2005 konnte Bayern tatsächlich die Maximalpunktzahl von 24 Punkten (acht Siegen) holen. Auch dem VFB Stuttgart gelang es 2007 acht Siege in den letzten acht Spielen einzufahren und die Schwaben wurden Meister. Im Durchschnitt erzielten die Meister der letzten 16 Jahre aber 16,375 Punkte aus den letzten acht Spielen.

Eine im wörtlichen Sinne durchschnittliche Leistung im Saisonendspurt reicht den Bayern somit aber wohl nicht. Doch die Bayern sind derzeit auch keine durchschnittlich spielende Mannschaft. Die Münchner erzielten 20 Tore aus den letzten drei Spielen. Es ist also alles möglich für die Münchner.

Das schwere Restprogramm und die derzeitige Topform der Bayern sprechen gegen Dortmund. Die Champions League-Belastung, der Rückstand von fünf Punkten und das souveräne Auftreten der Dortmunder derzeit sprechen gegen die Bayern. Eine Prognose fällt schwer, doch eines scheint klar. Am 30. September sehen wir wohl das Endspiel und Spannungs-Highlight dieser Bundesligasaison.

Sollte Bayern gewinnen, sind es danach noch vier Spieltage, an denen Dortmund zwei Punkte auf die Bayern verlieren müsste. Unser Tipp: Wir glauben an die Statistik: Mit 59 oder mehr Punkten am 26. Spieltag auf dem Konto ist seit 1996 jeder Club Meister geworden. 14 Mal von 16 Mal seit 1996 wurde der Tabellenführer des 26. Spieltages auch Meister. Das schafft auch der BVB!

Michel Massing

sportal.de / sportal

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