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Aus im DFB-Pokal: Sechs Bundesligisten blamieren sich

Für sechs erstklassige Klubs ist die erste Runde des DFB-Pokals bereits Endstation: Neben Fürth, Frankfurt und Nürnberg blamierten sich Bremen und Hamburg. Besonders dicke kam es für Hoffenheim.

Der Club der Pokal-Deppen ist im diesjährigen DFB-Pokal besonders groß: Erstmals seit 25 Jahren ist ein Bundesliga-Sextett in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. 1899 Hoffenheim, die SpVgg Greuther Fürth, der Hamburger SV, der 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt haben sich in der ersten Runde verabschiedet. Diese drei Vereine waren zusammen elfmal Gewinner der Trophäe. Den sechsmaligen Cupsieger Werder Bremen erwischte es mit 2:4 nach Verlängerung bei Drittligist Preußen Münster. Besonders misslich war das 0:4 von Hoffenheim beim Berliner AK 07: Nie verlor ein Bundesliga-Club gegen einen Viertligisten höher!

Der bisherige Negativ-Pokalrekord datiert aus der Saison 1967/68. Damals gab es sieben Erstrundenpleiten von Top-Vereinen. Seit der Spielzeit 97/98 können Bundesligisten aber nicht mehr zum Pokal-Auftakt gegeneinander spielen.

Hamburg - zweimal die Führung verschenkt

Aufsteiger Fürth blamierte sich am Samstag 0:2 beim Drittligisten Kickers Offenbach. Am Sonntag wurden der Hamburger SV beim Drittligisten Karlsruher SC (2:4) und der 1. FC Nürnberg beim Regionalligisten TSV Havelse mit 2:3 nach Verlängerung düpiert. Zweitligist Erzgebirge Aue eliminierte Erstliga-Rückkehrer Frankfurt mit 3:0. Am Montag muss Rekordgewinner Bayern München bei Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg ran.

Der HSV wähnte sich in Karlsruhe nach einer 2:1-Führung zur Pause schon auf der Siegerstraße. Marcus Berg und Maximilian Beister waren für die Hanseaten erfolgreich. Doch im zweiten Abschnitt wachte der KSC auf. Nach starken Freistößen drehten Selcuk Alibaz und Martin Stoll das Match für den Zweitliga-Absteiger, ehe Elia Soriano die Sensation vollendete.

Hertha - abgestiegen und rausgekickt

In Havelse machten eine Woche vor dem Bundesliga-Start Christian Biermann (13. Minute), Patrick Posipal (60.) und Marc Vucinovic (97.) mit ihren Toren das Nürnberger Debakel perfekt. Für Aue traf gegen Frankfurt Jakub Sylvestr doppelt. Und in Münster schockte Dimitrij Nazarov Erstligist Bremen mit dem vorentscheidenden 3:2 (96.). Matthew Taylor machte das Werder-Aus perfekt. Eine faustdicke Überraschung gelang auch Wormatia Worms. Der Viertligist warf Bundesliga-Absteiger Hertha BSC (2:1) aus dem Wettbewerb.

Hoffenheims Trainer Markus Babbel war restlos bedient. "Nach so einer Niederlage können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen", sagte Babbel nach dem peinlichen Auftritt seiner Profis in Berlin. Vor allem Neuzugang Tim Wiese erwischte im Tor der Hoffenheimer einen rabenschwarzen Tag. "Das war desolat. Dafür müssen wir uns schämen", meinte er.

Dortmund und Wolfsburg souverän weiter

Borussia Dortmund kam durch Neuzugang Marco Reus, Jakub Blaszczykowski und Ivan Perisic zu einem ungefährdeten 3:0-Erfolg. Noch höher gewannen der VfL Wolfsburg mit Dreifachtorschütze Ivica Olic mit 5:0 beim FC Schöneberg 05 und der VfB Stuttgart ebenfalls mit 5:0 beim SV Falkensee-Finkenkrug.

Bereits am Freitag erreichte der FC Augsburg durch ein 2:0 in Wilhelmshaven als erster Bundesligist die nächste Runde. Zwei Tore durch Sergio da Silva Pinto waren am Sonntag die Grundlage für den 6:1-Sieg von Hannover 96 beim FC Nöttingen. Schalke 04 (5:0 beim 1. FC Saarbrücken) entledigte sich der Aufgabe gleichfalls souverän.

Borussia Mönchengladbach hatte drei Tage vor dem Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew beim 2:0-Sieg gegen Alemannia Aachen mit dem hartnäckigen Gegner und dem Glutofen Tivoli zu kämpfen. Bei fast 40 Grad unterbrach Schiedsrichter Felix Zwayer die Partie in beiden Hälften je einmal, um den Akteuren eine Trinkpause zu gewähren. Die Treffer zum Sieg im Westderby vor mehr als 30.000 Zuschauern schossen Juan Arango und Havard Nordtveit.

Nach dem bitteren Erstrunden-Aus im Vorjahr in Dresden kam Bayer Leverkusen diesmal beim 4:0 als Gast von Carl Zeiss Jena ohne Mühe weiter. Simon Rolfes, Karim Bellarabi, Stefan Kießling und Junior Fernandes trafen für die Bayer-Elf. Der SC Freiburg kam durch einen späten Treffer von Sebastian Freis zum 2:1-Sieg bei Victoria Hamburg. Der FSV Mainz 05 erreichte die zweite Runde im Schongang und gewann am Sonntagabend beim Oberligisten SV Roßbach/Verscheid mit 4:0 (2:0).

Zweitligisten deutlich überlegener

Die meisten Zweitligisten gaben sich in den Duellen mit unterklassigen Gegnern keine Blöße. Zwei Treffer von Thomas Bröker bescherten dem 1. FC Köln den 2:1-Erfolg bei der SpVgg Unterhaching. Durch einen Doppelpack von Zlatko Dedic gewann der VfL Bochum mit 2:0 beim 1. FC Heidenheim. Dem MSV Duisburg genügte ein von Goran Sukalo verwandelter Strafstoß zum 1:0 beim Halleschen FC.

Der FC St. Pauli feierte Mahir Saglik, dem beim 3:0 beim Offenburger FV zwei Treffer gelangen. Guillermo Vallori eröffnete den Torreigen für 1860 München in Bonn beim 6:0-Erfolg gegen Fünftligisten FC Hennef 05. Zweitligist SC Paderborn scheiterte im Ostwestfalen-Duell 1:3 bei Drittligist Arminia Bielefeld. Im Duell zweier Zweitligisten schaltete Aufsteiger VfR Aalen den FC Ingolstadt 3:0 aus.

swd/DPA / DPA

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