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Bundesliga-Spitzenspiel: Petric schießt die Bayern ab

Der HSV hat den Nord-Süd-Gipfel für sich entschieden: Nach einer starken Leistung in der zweiten Halbzeit reichte ein Tor von Mladen Petric zum Sieg. Nach ihrer Pokalblamage unter der Woche verteidigen die Hamburger damit die Tabellenführung.

Der Hamburger SV hat in einem packenden Nord-Süd- Gipfel die Siegesserie des FC Bayern München beendet und seine Spitzenposition in der Fußball-Bundesliga verteidigt. Dank des Treffers von Torjäger Mladen Petric (72. Minute) gewann das Team von Trainer Bruno Labbadia das hochklassige Spitzenspiel mit 1:0 (0:0) und führt die Tabelle nun vor Bayer Leverkusen (beide 17 Punkte) an. Nach zuvor fünf Pflichtspielsiegen in Serie gab es für Bayern, die mit elf Zählern nun Sechster sind, dagegen am Samstagabend den ersten Dämpfer während des Oktoberfestes.

Vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena hatten die Bayern, bei denen Ivica Olic die Nationalangreifer Miroslav Klose und Mario Gomez auf die Bank verdrängte und die Sturmmitte besetzte, im ersten Durchgang mehr vom Spiel. Immer wieder kurbelten Frank Ribéry und Arjen Robben, die sich permanent suchten und oft fanden, über Außen die Bayern-Offensive an. Mehr als die Chancen von Robben (11.) und Olic (29.), der gegen seinen Ex-Club hochmotiviert war, sprang aus den Angriffsbemühungen des Rekordmeisters aber nicht heraus.

Glanzparaden von Butt

Die nach dem Pokal-Aus beim VfL Osnabrück von HSV-Coach Bruno Labbadia umgekrempelten Hanseaten - Eljero Elia spielte zunächst anstelle des in der Pause eingewechselten Marcus Berg im Angriff - standen lange Zeit zu tief und überließen den Bayern das Feld. Dies änderte sich nach der 31. Minute, als die HSV-Fans zweimal den Torschrei auf den Lippen hatten. Doch Butt vereitelte die Doppelchance. Erst lenkte er mit einer Weltklasseparade den Schlenzer von Jerome Boateng über die Latte, dann war der 35-Jährige gegen Joris Mathijsen mit einer Fußabwehr zur Stelle.

Dabei schien es zunächst fraglich, ob Butt vor der neu installierten Dreierkette - Breno gab sein Saison-Debüt neben dem starken Abwehrchef Daniel van Buyten und Holger Badstuber - den Durchblick haben würde. Denn ein lila Veilchen zierte sein rechtes Auge, nachdem er am Vortag mit Gomez im Training zusammengekracht war.

Zé Roberto als Antreiber

Gleich nach Wiederanpfiff war Butt wieder gefordert, als er mit Mühe einen Petric-Freistoß (52.) abwehrte. Es sollte der Auftakt eines Durchgangs werden, der auf dem frisch verlegten Rasen nahtlos an das "sehr gute Niveau" (Bundestrainer Joachim Löw) der ersten Halbzeit anknüpfte. Dies lag vor allem an den Hausherren, die sich nun Vorteile erarbeiteten und immer wieder von Zé Roberto, der trotz einer Wadenverhärtung auflaufen konnte, angetrieben wurden.

Aber auch die Bayern blieben gefährlich und prüften HSV-Keeper Frank Rost durch Olic (57.), der in der 66. Minute von Gomez ersetzt wurde, und Breno (65.). Das Jubeln blieb aber den sich stetig steigernden Hamburgern vorbehalten. Nach feinem Zuspiel von Zé Roberto stand Petric goldrichtig und staubte zum 1:0 ab. Die wütenden Antwortversuche des deutschen Rekordmeisters blieben allesamt glücklos. Mehr als ein Abseitstor des vier Minuten zuvor eingewechselten Klose (84.) sprang aus ihren Bemühungen nicht heraus.

DPA / DPA

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