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Champions League: Schalke droht Hammergruppe

Unterschiedliche Vorzeichen für die deutschen Clubs was die Auslosung der Gruppenphase der Champions League betrifft: Während die Bayern und Werder am Donnerstag einigermaßen entspannt nach Moncao blicken, könnte es Schalke knallhart treffen.

In Monaco geht es um Moneten und Mourinho: Mit der Auslosung der Gruppenphase nimmt die Gelddruckmaschine Champions League am Donnerstag (18.00 Uhr/live bei Eurosport und Sky) langsam den Betrieb auf. Allein an Antrittsprämien sind den drei deutschen Teilnehmern Bayern München, Schalke 04 und Werder Bremen schon jetzt 7,1 Millionen Euro sicher. Dass sich dieser Betrag noch stattlich potenzieren kann, bewiesen die Bayern in der vergangenen Saison als Vorjahresfinalist. Knapp 60 Millionen flossen am Ende auf das Konto des deutschen Meisters.

Angesichts dieser Einnahmemöglichkeiten zeigte man sich bei Werder nach der überstandenen Play-off-Runde gegen Sampdoria Genua und dem Einzug in die Königsklasse mehr als erleichtert. "Wenn es gegen Genua nicht gereicht hätte, wären wir in unserer Entwicklung zurückgeworfen worden", sagte Sportdirektor Klaus Allofs und dürfte sich in Anbetracht der anstehenden Zahltage im Millionenspiel die Hände gerieben haben.

Zumal der Coup ohne Nationalspieler Mesut Özil gelang, dessen 18-Millionen-Euro-Transfer zu Real Madrid die Bremer Klubkassen ohnehin schon kräftig aufgebessert hatte. Nun hoffte Allofs auf ein schnelles Wiedersehen. "Schön wären Gegner, bei denen wir noch nicht waren. Aber eigentlich fände ich auch Real gar nicht so schlecht", meinte der Manager, musste beim Blick auf die voraussichtliche UEFA-Setzliste aber feststellen: "Aber das geht ja nicht, weil sie wahrscheinlich wie wir in Topf zwei sind."

Endgültig wird der europäische Verband die Setzliste, die sich aus den Erfolgen der Klubs in den vergangenen Spielzeiten ergibt, erst nach den letzten Play-off-Spielen am Mittwochabend erstellen. Nach derzeitigem Stand käme Bayern mit den meisten Topfavoriten in Topf 1, die Bremer mit Hochkarätern wie Real Madrid in Topf 2. Für die Schalker bliebe ein Platz in Topf 3. Der Startschuss für die Spiele erfolgt am 14./15. September. Das Finale findet am 28. Mai 2011 im Londoner Wembley-Stadion statt - wie in diesem Jahr beim Finale zwischen Bayern München und Inter Mailand wieder an einem Samstag.

"Viele Klubs haben Angst vor uns"

"Im Grunde können die Glücksfeen gar nicht daneben liegen. Wir sind mit drin in der Lostrommel. Das ist die Hauptsache", meinte Allofs. Das eigentlich von dem Bremer angestrebte Duell mit Real könnte den aber zumindest Bayern schon in der Vorrunde ins Haus stehen. Neben Özil holten die Madrilenen in Sami Khedira noch einen zweiten DFB-Kicker. Der unbestrittene Star sitzt bei den Königlichen jedoch auf der Bank: Jose Mourinho wurde vom Vorjahresfinalisten Inter Mailand losgeeist und soll Real endlich den ersten Champions-League-Sieg seit 2002 bescheren.

Die Münchener zeigen sich davon unbeeindruckt. "Ich hoffe auf schöne, machbare Lose. Wenn zwei leichtere Gegner dabei sind, dann gern auch gegen Mourinho", sagte Nationalstürmer Miroslav Klose zu einem möglichen Vorrundenvergleich mit Madrid. Kapitän Mark van Bommel ergänzte: "Gegen Mourinho zu spielen, ist nichts Besonderes. Viele Klubs haben Angst vor uns. Aber wir sind nicht Favorit in der Champions League."

Dennoch dürften die Chancen des deutschen Rekordmeisters zumindest ungleich höher einzuschätzen sein als die der Schalker, die auch aufgrund der noch immer nicht abgeschlossenen Umbauarbeiten im Kader als krasser Außenseiter ins Rennen gehen. Zudem sorgt die Unruhe im Umfeld nicht gerade für große Vorfreude. Während sich bei der Konkurrenz am Donnerstag die Augen aufs Grimaldi Forum in Monaco richten, hat Schalkes starker Mann am Vormittag noch einen anderen Termin. Felix Magath muss nach dem Rauswurf des Fanbeauftragten Rolf Rojek zum Krisengipfel mit den Anhängern.

SID/kbe

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