DFB-Team Klinsmann holt "Metze" zurück


Christoph Metzelders Formkurve im Verein zeigte zuletzt wieder nach oben. Der Bundestrainer hat das realisiert und den BVB-Profi dafür belohnt.

Nach mehr als zweieinhalbjähriger Abstinenz kehrt Christoph Metzelder in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zurück. Bundestrainer Jürgen Klinsmann berief den Dortmunder Verteidiger am Montag in sein 21-köpfiges Aufgebot für die Länderspiele gegen die Türkei am 8. Oktober in Istanbul sowie gegen China am 12. Oktober in Hamburg. Metzelder spielte zuletzt am 12. Februar 2003 beim 1:3 in Spanien für Deutschland, ehe für ihn eine lange Leidenszeit begann. Nach einer hartnäckigen Achillessehnen-Verletzung und zwei Operationen schaffte der 24-jährige Vize-Weltmeister aber jetzt wieder den Anschluss.

"Mit Christoph kommt ein Spieler zurück, dem wir nach einer schweren Verletzung viel Zeit gegeben haben, sich wieder an die Nationalmannschaft heranzuarbeiten. Dies hat er mit viel Geduld und Engagement getan. Wir glauben nach Rücksprache mit Dortmunds Trainer Bert van Marwijk, dass er nun den nächsten Schritt auf der internationalen Plattform machen muss", begründete Klinsmann in einer vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verbreiteten Erklärung die Nominierung von Metzelder, der am Samstag beim 1:1 der Dortmunder beim FSV Mainz 05 sein erstes Bundesliga-Tor erzielte.

Wörns nicht dabei

"Ich freue mich wahnsinnig, dass es geklappt hat. Die Nominierung kommt zum richtigen Zeitpunkt, um nun die nächste Herausforderung zu suchen", sagte Metzelder auf der Homepage seines Vereins. "Die Führungsqualitäten von Christoph sind unbestritten. Er muss jetzt die Gedanken um seine Verletzungen endgültig ablegen", forderte Klinsmann. Zudem gibt der Bundestrainer dem zuletzt ausgemusterten Chelsea-Reservisten Robert Huth eine neue Bewährungschance und vertraut weiter auf die erst 19-jährigen Defensivkräfte Marcell Jansen und Lukas Sinkiewicz.

Dagegen fehlen aus dem Kader, der Anfang September gegen die Slowakei (0:2) und Südafrika (4:2) angetreten war, neben dem verletzten Gerald Asamoah die Defensivspieler Christian Wörns und Andreas Hinkel sowie Torhüter Jens Lehmann, für den absprachegemäß wieder Oliver Kahn aufrückt. Das Trio erhielt ebenso wie Sebastian Kehl und Mike Hanke wenigstens eine Einladung zum Fitnesstest, an dem am 3. und 4. Oktober insgesamt 26 Spieler teilnehmen sollen. Zum vorläufigen WM-Kader zählen laut Klinsmann außerdem nur noch die derzeit nicht einsatzfähigen Asamoah und Philipp Lahm, die immerhin als moralische Stütze beim Zusammentreffen am nächsten Montag in Hamburg erwartet werden.

Neuville reaktiviert

"Nach 14 Monaten intensiver Beobachtung, verbunden mit vielen Testspielen, sind wir der Meinung, dass der Zeitpunkt gekommen ist, uns auf einen engeren Kader zu reduzieren", erklärte Klinsmann. Für die Routiniers Dietmar Hamann (FC Liverpool) und Thomas Brdaric (Hannover 96) sowie Linksverteidiger Christian Schulz (Werder Bremen) und Stürmer Benjamin Lauth (Hamburger SV) ist die WM damit in weite Ferne gerückt. Alle Nichtberücksichtigten müssten für eine WM- Teilnahme schon "über Monate hinweg Topleistungen im Verein bringen", meinte Klinsmann. Grundsätzlich aber gelte: "Der eingeleitete Generationswechsel seit der EURO 2004 ist für uns weitgehendst abgeschlossen."

Überlebt hat die junge Welle der bereits 32-jährige Stürmer Oliver Neuville. Der Mönchengladbacher, der am 26. März beim 1:0-Sieg in Slowenien sein 49. und bislang letztes Länderspiel bestritt, erhielt den Vorzug gegenüber dem elf Jahre jüngeren Hanke. Der wegen seiner Roten Karte beim letzten Confederations Cup-Spiel gegen die Türkei für die ersten zwei WM-Gruppenspiele gesperrte Wolfsburger soll nach dem Fitnesstest zu den EM-Qualifikationsspielen der U21-Mannschaft gegen Wales (7. Oktober in Braunschweig) und Österreich (11. Oktober in St. Veit) abgestellt werden.

Das komplette Aufgebot

Tor:

Oliver Kahn (Bayern München), Timo Hildebrand (VfB Stuttgart)

Abwehr:

Arne Friedrich (Hertha BSC), Robert Huth (FC Chelsea), Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach), Per Mertesacker (Hannover 96), Patrick Owomoyela (Werder Bremen), Lukas Sinkiewicz (1. FC Köln), Christoph Metzelder (Borussia Dortmund)

Mittelfeld:

Michael Ballack, Sebastian Deisler, Bastian Schweinsteiger (alle FC Bayern München), Tim Borowski, Torsten Frings (beide Werder Bremen), Fabian Ernst (Schalke 04), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Bernd Schneider (Bayer 04 Leverkusen)

Angriff:

Kevin Kuranyi (Schalke 04), Miroslav Klose (Werder Bremen), Lukas Podolski (1. FC Köln), Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach)

DPA


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