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EM-Auslosung: Deutschland droht "Todesgruppe"

Da muss Rudi schlucken: Vizeweltmeister Deutschland ist bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal nicht gesetzt und könnte in eine Gruppe mit Frankreich und England gelost werden.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal nicht gesetzt und droht nach den mäßigen Leistungen in den Qualifikationsspielen sogar im Lostopf C der Außenseiter zu landen. Dies bestätigte die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag der dpa. In dem nach der Papierform möglichen brisantesten Fall droht der deutschen Elf eine Vorrunden-Gruppe mit Frankreich, England und dem von Otto Rehhagel trainierten Griechenland, das in Topf D sein wird.

Nach Angaben des Kontinental-Verbandes sind für die Setzliste allein die Ergebnisse aus den Qualifikations-Gruppenspielen für die WM 2002 und die EM 2004 maßgeblich.

Gruppenköpfe: Portugal, Schweden, Tschechien, Portugal

Dabei hat Schweden mit einem Koeffizienten von 2,388 Punkten vor Tschechien (2,333) am Besten abgeschnitten. Die beiden Mannschaften werden damit bei der Auslosung am 30. November in Lissabon neben Gastgeber Portugal und Titelverteidiger Frankreich als Gruppenköpfe geführt.

Deutschland nur Siebter

Hinter Italien, England, Spanien (alle 2,313) sowie der Türkei (2,222) belegt Deutschland in dieser Rangliste mit 2,187 Punkten nur den siebten Platz und wäre damit in Topf C. Ein Aufstieg in die zweithöchste Kategorie B wäre nur möglich, wenn Spanien (gegen Norwegen) oder die Türkei (gegen Lettland) in den Relegationsspielen am 15. und 19. November scheitert.

Kritik von Völler

Teamchef Rudi Völler kritisierte den Modus als ungerecht. "Wir wurden vor einem Jahr Vize-Weltmeister und waren beste europäische Mannschaft des Turniers. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Erfolg mehr gewürdigt wird», sagte Völler am Donnerstag der dpa: "Ich hoffe, dass da das letzte Wort nicht gesprochen ist."

Protest wohl sinnlos

Das allerdings dürfte ein frommer Wunsch bleiben, mangels Erfolgsaussichten verzichtet der DFB auf einen offiziellen Protest. Denn die Kriterien waren bereits vor dem Start der EM-Qualifikation festgelegt und den nationalen Verbänden schriftlich mitgeteilt worden. Es gilt deshalb als unwahrscheinlich, dass die UEFA-Exekutive den selbst verfassten Modus noch einmal ändern wird.

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