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Pokal-Sieg gegen Leverkusen: Die übermächtigen Bayern: Einer überragte, auf den man bei sechs Toren nicht so schaut

Viele glaubten, der FC Bayern könne bei zuletzt starken Leverkusenern im Halbfinale des DFB-Pokals wanken. Die Antwort des Meisters war deutlich. Was bei und nach dem 6:2-Triumph auffiel.

Starke Paraden vor den entscheidenden Toren der Bayern: Sven Ulreich

Starke Paraden vor den entscheidenden Toren der Bayern: Sven Ulreich

DPA

Der FC Bayern München ist national weiter eine Klasse für sich. Die Meisterschaft ist schon sicher und im DFB-Pokal warfen die Münchner nach Vizemeister RB Leipzig und Titelverteidiger Borussia Dortmund nun auch den Bundesliga-Dritten Bayer Leverkusen raus - und das durch ein 6:2 im gegnerischen Stadion. Die Bayern waren auch klarer Sieger im TV-Publikum. 8,23 Millionen Fußballfans verfolgten ab 20.45 Uhr im Ersten, wie das Team von Trainer Jupp Heynckes schon nach der ersten Halbzeit 2:1 führte und danach ein Tor nach dem anderen schoss. Der Marktanteil für die Live-Übertragung lag bei 28,2 Prozent. Das waren Werte, an die keine andere Sendung herankam.

Das Finale am 19. Mai in Berlin soll aber nicht das letzte Spiel des im Sommer in die Rente gehenden Trainer Jupp Heynckes (72) werden - die Bayern wollen auch ins Champions-League-Finale eine Woche später. Was bei und nach der Bayern-Dominanz gegen Leverkusen auffiel:

FC Bayern und der Triple-Traum

Nach dem deutlichen Sieg in Leverkusen dachten die Münchner schon an die Halbfinals in der Champions gegen Real Madrid am 25. April und 1. Mai. "Besonders ist es erst, wenn man Titel holt", sagte der dreifache Torschütze Thomas Müller: "Aber der Hunger ist noch größer geworden, die Gier ist da. Gegen Real brauchen wir etwas Glück, aber alles ist möglich." Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte: "Wenn einer Real schlagen kann, dann ist es der FC Bayern."

Ulreich und die Form seines Lebens

Richtig deutlich wurde das Spiel erst, nachdem Bayern-Torhüter Sven Ulreich beim Stande von 2:1 zweimal mit guten Paraden den Ausgleich verhinderte. Kapitän Thomas Müller und Sportdirektor Hasan Salihamidzic empfahlen den Dauer-Vertreter des seit September verletzten Manuel Neuer denn auch für die Nationalmannschaft. "Natürlich ist er das", sagte Salihamidzic auf die Frage, ob Ulreich ein Kandidat für die WM in Russland sei. Müller erklärte. "Ulle ist auf jeden Fall eine exzellente Option. Es ist klar, dass das Thema nach solch einem Spiel von ihm wieder hochköchelt, und das hat er sich auch verdient. Er bringt viele Attribute mit, aber die Entscheidung trifft der Trainer."


Fredi Bobic zur Räson gebracht

Nach der Bekanntgabe des Wechsels von Trainer Niko Kovac zur nächsten Saison nach München hatte Frankfurts Sportdirektor Fredi Bobic den FC Bayern öffentlich attackiert. Und sich gleich einen heftigen Konter von Bayern-Präsident Uli Hoeneß eingefangen. Salihamidzic und Bobic haben sich am Montag ausgesprochen, offiziell sind beide Seiten versöhnt. Freilich berichtete Rummenigge von der Aussöhnung mit Zynismus: "Fredi ist durch die mahnenden Worte von Uli und mir zur Räson gekommen und etwas runtergekühlt."

Leverkusen und der Bayern-Frust

Vor dem Spiel waren die jungen Wilden von Bayer Leverkusen forsch gewesen. Sie hatten ihre Chance gewittert, entsprechend groß war nachher der Frust. "Das ist eine Riesen-Klatsche", sagte Abwehrspieler Jonathan Tah. Trainer Heiko Herrlich erklärte: "Wir haben drei Tore kurz hintereinander bekommen. Das sieht bitterböse aus. Wir haben richtig auf die Fresse gekriegt." Zeitweilig hatte sein Team gut mitgehalten. Dennoch kam Herrlich zu der Analyse: "Bayern ist in dieser Form für uns nicht zu schlagen."

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feh / DPA

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