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Torfestival in Lissabon Einzug ins Champions-League-Halbfinale: Bayern nimmt Barça auseinander

Sehen Sie im Video: FC Bayern München gewinnt im Champions-League-Viertelfinale mit 8:2 gegen Barcelona.


Der FC Bayern München hat am Freitagabend ein kleines Stück Fußballgeschichte geschrieben. Und den FC Barcelona rund um Lionel Messi mit einem 8:2 Kantersieg in dem Viertelfinal-Spiel der Champions League nach Hause geschickt. Bayerns Trainer Hansi Flick äußerte sich nach der Partie in Lissabon entsprechend zufrieden: "Ich glaube, nach dem 8:2 muss ich jetzt hier auf der PK diese Dinge net groß beantworten. Ich glaube einfach, man kann nach so einem Sieg, nach so einem Spiel einfach das Positive herausheben. Die Mannschaft hatte gerade in der ersten Halbzeit wirklich sehr, sehr viel Druck gemacht, den Gegner wirklich eingezwängt und zu Fehlern gezwungen, hat dann auch im Ballbesitz das Umschaltspiel, das war einfach klasse. Und das sind die Dinge, die wir machen wollten. Die Mannschaft hat es einfach hervorragend auf dem Platz auch umgesetzt." Die Tore für München erzielten Müller, Perisic, Gnabry, Kimmich, Lewandowski und Coutinho. Es war das erste Mal, dass ein Team in der K.o.-Phase der Champions League acht Tore erzielt hat. Der Halbfinalgegner am kommenden Mittwoch könnte Manchester City oder Olympique Lyon werden.
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Der erste Schritt in Richtung Triple ist gemacht – und wie: Der FC Bayern hat das Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Barcelona mit 8:2 gewonnen.

Das war Triple-reif! Angeführt von Rekordspieler Thomas Müller hat der FC Bayern in einem irren Torfestival den ruhmreichen FC Barcelona überrollt und sich beim Finalturnier der Champions League endgültig in die Favoritenrolle katapultiert. Beim sagenhaften 8:2 (4:1) im Viertelfinale gegen die Katalanen mit einem entzauberten Weltfußballer Lionel Messi spielten die Münchner besonders in der ersten halben Stunde so auf, dass Erinnerungen an den 7:1-Triumph der Nationalmannschaft gegen Brasilien bei der WM 2014 aufkamen.

FC Bayern kommt dem Triple näher

Bayern-Coach Hansi Flick war damals Joachim Löws Assistent, jetzt steht der 55-Jährige in Portugal vor seiner Triple-Krönung. Thomas Müller (4. und 31. Minute), Ivan Perisic (22.) und Serge Gnabry (28.) überwanden Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen im Barça-Tor im ersten Spieldrittel fast nach Belieben. Joshua Kimmich (63.), Robert Lewandowski (82.) mit seinem 14. Königsklassen-Tor dieser Saison und Barça-Leihgabe Philippe Coutinho (85. und 89.) legten in der nicht mehr spannenden zweiten Hälfte nach.

Für Barcelona trafen Münchens Abwehrchef David Alaba, der in der 7. Minute ein Eigentor zum 1:1 fabrizierte, und Luis Suárez (57.). In ihrem zwölften Königsklassen-Halbfinale treffen die Bayern am kommenden Mittwoch auf Manchester City mit Ex-Coach Pep Guardiola oder Olympique Lyon. Ein deutsches Finale am 23. August gegen RB Leipzig, das am Dienstag gegen Paris Saint-Germain spielt, ist in Portugal keine Vision mehr.

Die Bayern waren nach einem Kurztrainingslager an der Algarve mit gigantischem Selbstbewusstsein angereist – der Rekordmeister musste aber eine fast dramatische Anfangsphase überstehen. Vom üblichen Taktieren in einem K.o.-Spiel war im fast menschenleeren Estádio da Luz gar nichts zu sehen. Müller erzielte in seinem 113. Einsatz, der ihn zum deutschen Rekordspieler der Königsklasse machte, nach schönem Doppelpass mit Lewandowski die frühe Führung. Dann aber kam zunächst Barcelona.

Über die linke Seite zwang Jordi Alba mit einer Flanke Alaba zu dessen verunglückter Rettungstat ins eigene Tor vor dem einschussbereiten Suárez. Dessen Versuch fünf Minuten später parierte Nationaltorwart Manuel Neuer glänzend (9.), Sekunden später prallte eine Messi-Hereingabe an den Pfosten (10.). Erst danach hatten die Bayern die Partie vollends im Griff und spielten "Bayern-like". Messi wirkte dagegen mit zunehmender Spieldauer immer lustloser.

"Was für eine erste Halbzeit"

Kurz nach dem ersten, aber wirkungslosen Solo des Argentiniers (20.) eroberte Gnabry, der mit seiner Schnelligkeit und Aggressivität immer wieder für Gefahr sorgte, den Ball und leitete auf Perisic weiter. Der Kroate, schon im Achtelfinale gegen den FC Chelsea Torschütze, entschied sich statt für die Hereingabe für einen starken Schuss, den Barcelonas deutscher Nationaltorwart Marc-André ter Stegen nicht entscheidend ablenken konnte.

Der 28-Jährige, der im Privatduell mit Neuer um das DFB-Tor eigentlich hatte Punkte sammeln wollen, erlebte ganz bittere folgende Minuten. Erst Gnabry mit seinem siebten Königsklassen-Tor der laufenden Saison nach einem Lupfer des sehr präsenten Leon Goretzka und dann wieder Rekordmann Müller, der 2013 im Halbfinale auf dem Weg zum Triple dreimal gegen Barcelona getroffen hatte, sorgten für den Pausenstand. "Was für eine erste Halbzeit", twitterte Bayern-Neuzugang Leroy Sané, der in Portugal nicht spielberechtigt ist.

Die Katalanen, bei denen der französische Weltmeister Antoine Griezmann erst zur zweiten Hälfte eingewechselt wurde, hatten immer wieder Probleme mit der Wucht der Münchner, die ihr Tempo zwischenzeitlich drosseln konnten. Messi, oft vom jungen Alphonso Davies wachsam verfolgt, versuchte zwar immer wieder, sich in die eigene Hälfte fallen zu lassen, um den Ball vor das Bayern-Tor zu bringen. Es half nichts.

In der Phase, in der sich das Spiel zu beruhigen schien, traf zwar Suárez. Dann aber startete Davies zum Weltklasse-Dribbling auf der linken Seite bis in den Strafraum und passte perfekt auf Kimmich zum fünften Bayern-Tor. Barcelona zeigte Auflösungserscheinungen. Es wurde eine Demontage.

wue DPA

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