Fußball-Bundesliga Hoffenheim zieht an Bayern vorbei


Das Bundesliga-Debüt von Bochums neuen Coach Heiko Herrlich ging daneben: Gegen Frankfurt setzte es eine erneute Niederlage. Hoffenheim gewann gegen Freiburg und zog in der Tabelle an den Bayern vorbei.

Heiko Herrlich hat bei seinem Trainerdebüt in der Fußball-Bundesliga den Absturz des VfL Bochum nicht stoppen können und ist nach dem 1:2 (1:1) bei Eintracht Frankfurt gleich als Krisenmanager gefordert. Durch die siebte Saisonniederlage bleibt der VfL nach dem 11. Spieltag mit mageren acht Punkten Tabellen-Vorletzter, während sich die Hessen (16) auf Platz neun vorschoben. 1899 Hoffenheim schlug den SC Freiburg und sprang in der Tabelle auf den fünften Platz.

Vor der Saison-Minuskulisse von 37 500 Zuschauern in der Commerzbank-Arena in Frankfurt sorgten Caio (14. Minute) und Maik Franz (25./Eigentor) am Sonntagabend für den Pausenstand im Spiel gegen Bochum; danach avancierte Pechvogel Franz mit seinem siegbringenden Kopfballtreffer zum Glückspilz (53.). Ein seltenes "Kunststück" lieferte Bochums Shinji Ono ab: Zwischen Gelb und Gelb-Rot für den Japaner lagen nicht einmal 60 Sekunden.

Beim vor der Pause müden Sonntags-Kick stellte Frankfurt noch die bessere von zwei schwachen und verunsicherten Mannschaften, Bochum hatte bei der vierten Niederlage in Serie kaum mehr als Kampf und Krampf zu bieten - und in 92 Minuten keinen einzigen Torschuss. Die Eintracht spielte zwar engagierter, zündende Ideen wie von Mittelfeld-Antreiber Pirmin Schwegler blieben aber vor der Pause Mangelware. Nikos Liberopoulos hatte Pech, als sein Kopfball nur auf der Latte landete (12.), zwei Minuten später zielte Kollege Caio genauer: Aus knapp 30 Metern versenkte der zuletzt viel geschmähte Brasilianer einen direkten Freistoß im Tor - VfL-Keeper Philipp Heerwagen reagierte zu spät. Mit der Aufstellung von Caio, der neu ins Team rückte, bewies Eintracht-Coach Michael Skibbe ein glückliches Händchen.

Als der Grieche Liberopoulos per Kopf den Pfosten (25.) traf, war das diesmal nicht das Signal zum nächsten Treffer. Beim Gegenstoß der Gäste flankte Joel Epallé vor das Eintracht-Tor, Franz fälschte den Ball mit dem rechten Knie ins eigene Netz ab. Schon bei der 0:4- Klatsche der Hessen im Pokal-Achtelfinale gegen Bayern München hatte der Verteidiger einen schwarzen Tag erwischt und ein Tor verschuldet.

Die Frankfurter agierten nach dem unglücklichen 1:1 keineswegs demoralisiert und machten weiter Druck: Nach einer Flanke von Patrick Ochs vergab "Kunstschütze" Caio die erneute Führung nur knapp (42.). Beim 2:1 avancierte Pechvogel Franz zum Glückspilz: Mit einem Kopfball aus drei Metern machte er seinen Fehler wieder gut. Die Steigerung der Skibbe-Elf nach der Pause zahlte sich aus, Alexander Meier hatte nach einem energischen Solo das 3:1 auf dem Fuß (65.).

Fünf Tage nach seiner Verpflichtung für Marcel Koller schickte Herrlich eine auf drei Positionen veränderte Startelf auf den Rasen: Für Paul Freier, Mimoun Azaouagh und Diego Klimowicz bekamen zunächst Epallé, Dennis Grote und Zlatko Dedic ihre Chance. Doch zwingende Aktionen gelangen dem Abstiegskandidaten, der nach zuvor drei Niederlagen und dem Trainerwechsel höchst verunsichert und planlos wirkte, nicht.

Zuvor hatte sich 1899 Hoffenheim zum großen Gewinner des elften Spieltages aufgeschwungen. Mit dem verdienten 1:0 (1:0) im badischen Derby beim SC Freiburg gelang der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick als einzigem Team aus dem oberen Tabellendrittel ein Sieg. Ein genialer Schuss des Brasilianers Maicosuel (39.) von der Strafraumgrenze sorgte am Sonntag schon vor dem Wechsel für die Entscheidung.

Nach dem ersten Erfolg in der Fremde nach zwei Auswärtspleiten liegen die Hoffenheimer als Tabellenfünfte nur noch drei Punkte hinter Spitzenreiter Bayer Leverkusen. Immerhin steigerten sich die Freiburger vor 24 000 Zuschauern nach einer desolaten Leistung in der ersten Halbzeit und sorgten dafür, dass die 24 000 Zuschauer zumindest im zweiten Abschnitt ein Klasse-Spiel sahen. Doch konnten die Gastgeber die vierte Niederlage hintereinander und das Abrutschen in die Abstiegszone nicht mehr verhindern.

DPA/tis DPA

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