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Bundesliga im stern-check: Gegen die Provokationen der BVB-Fans gegen Hopp kann es nur ein Mittel geben

Im Konflikt zwischen Dietmar Hopp und den BVB-Fans gibt es ein neues Kapitel, auch weil Hopp sich auf die Provokationen einlässt. James Rodriguez zeigt eine brillante Leistung, und auf Schalke brennt nach der vierten Niederlage der Baum.

BVB-Fans zeigen wieder ein Banner, das ein Porträt von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp im Fadenkreuz zeigt

BVB-Fans zeigen wieder ein Banner, das ein Porträt von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp im Fadenkreuz zeigt

So liefen die Spiele

Alle Ergebnisse des 4. Spieltages, die Tabelle und Highlights zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spiels

Ja, die Art und Weise, wie einige BVB-Fans den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp beschimpfen und verunglimpfen, ist schwer zu ertragen. Ihn als "Hurensohn" zu bepöbeln und sein Porträt auf einem riesigen Banner im Fadenkreuz abzubilden, zeigt, dass diese Fans jedes Maß verloren haben und Aufmerksamkeit nur noch über exzessive Provokationen aus der untersten Schublade erreichen.

Man muss die Frage stellen: Wie reagiert man darauf? Die Antwort ist ganz einfach: gar nicht. Hopp hatte zuvor gegen mehr als 30 BVB-Fans einen Strafantrag gestellt, weil diese in der vergangenen Saison im Hoffenheimer Stadion Schmähgesänge gegen den Milliardär angestimmt hatten. Es ist das gute Recht von Hopp, gegen derartige Beleidigungen vorzugehen. Aber der Sache dient es nicht. Das Ergebnis ist, dass die Fans sich provoziert fühlen, eine neue Aktion wie im Sinsheimer Stadion starten und Aufmerksamkeit erhalten, die sie in ihrem Handeln bestärkt. Ignorieren heißt die Devise. Die dumm-dreisten Aktionen gehen dann ins Leere.

Dieses Tor sollen Sie (nochmal) sehen

Es war das technisch anspruchsvollste und in seiner Entstehung schönste Tor des vierten Spieltages: das 1: 2 der Augsburger gegen Werder. Khedira spielte den Ball hoch an den Sechzehner, Caiuby verlängerte per Kopf auf Koo, der den Ball mit der Brust annahm und volley ins Bremer Tor beförderte. Das war ganz große Kunst. Wer solche Tor bekommt, sagt in der Regel: Kannste nicht verhindern. Und am Ende war es brotlose Kunst,  weil Bremen das Spiel (sehr, sehr) glücklich mit 3:2 gewann.

Gewinner des Spieltags

Das ist James Rodriguez. In der Champions League gegen Benfica Lissabon hatte James zum ersten Mal in der Saison von Anfang an gespielt. Gegen Schalke stand er wieder in der Startelf und zeigte beim Sieg eine "brillante" Leistung, wie die "Süddeutsche Zeitung" schwärmte. Er erzielte ein Kopfballtor und holte den Strafstoß heraus, den Kollege Lewandowski zum Endstand von 2:0 verwandelte. Alle super also. Dass er in einwandfreier Slapstick-Manier eine weitere Riesenchance vergab, als er aus wenigen Metern das Tor verfehlte - geschenkt. Spieler wie James machen den Unterschied. Sie sind der Grund dafür, dass die Bayern auch in dieser Saison in einer eigenen Liga spielen.

Verlierer des Spieltags

Das ist Domenico Tedesco. Der junge Trainer, der Schalke in der vergangenen Saison überraschend zur Vizemeisterschaft geführt hat, steht nach vier verlorenen Spielen zu Beginn der Saison vor seiner ersten großen Bewährungsprobe. Denn dass eine angebliche Spitzenmannschaft so schwach in die Saison startet (letzter Tabellenplatz mit null Punkten), ist bedenklich. Zwei Tore hat Schalke erst erzielt. Und es gibt Undiszipliertheiten wie die von Franco di Santo. Der Argentinier lieferte sich nach seiner Auswechslung im Spiel gegen die Bayern einen heftigen Schlagabtausch mit Tedesco. Das sind zwei Symptome einer Krise, die Tedesco stürzen könnten. Noch ist es aber nicht soweit. Die nächsten Gegner heißen Freiburg, Mainz, Lokomotive Moskau und Düsseldorf. Genug Gelegenheit, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.

(Bewegt-)Bild des Tages

Es nicht nicht alltäglich, dass einem Trainer die Tränen kommen, weil sein Torwart einen spielentscheidenden Fehler gemacht hat. Doch genau das ist Manuel Baum passiert. Dem Trainer der Augsburger wurden die Augen feucht, als er nach dem Spiel gegen Bremen auf den üblen Patzer von Florian Giefer angesprochen wurde. Giefer hatte beim Stand von 2:2 einen harmlosen Ball durch die Arme flutschen lassen, Werders Davy Klassen war zur Stelle und schoss den Siegtreffer. "Da steht ein Mensch im Tor, um den es mir unglaublich leidtut", sagte Baum danach in das Mikrofon des TV-Senders Sky. "Aber", setzte er wieder mit tränenerstickter Stimme an, "wir müssen halt nach den Leistungen beurteilen - und das ist halt zweimal schlecht gewesen." Auch im Spiel davor hatte Giefer gepatzt. Tränen hin oder her: Giefer wird wohl ab jetzt auf der Ersatzbank Platz nehmen.

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