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stern-Umfrage Mehrheit der Deutschen hält nichts von Fabel-Ablösesummen im Fußball

Paul Pogba tippt mit beiden Zeigefingern an seine Stirn - Die Ablösesumme für ihn polarisiert
110 Millionen Euro Ablösesumme - nur damit Paul Pogba von Juventus Turin zu Manchester United wechselt? Die meisten Deutschen halten das für weit übertrieben.
© DPA
Mit dem Wechsel von Paul Pogba zu Manchester United scheint es bei den Ablösesummen im Fußball keine Grenzen mehr zu geben. Die Mehrheit der Deutschen hält davon nichts. Auch mit den Millionengehältern der Bundesliga-Stars haben viele ein Problem.

Für die Rekordsumme von bis zu 110 Millionen Euro kauft Manchester United den französischen Fußball-Nationalspieler Paul Pogba aus seinem Vertrag bei Juventus Turin, Manchester City zahlt für den deutschen Nationalspieler Leroy Sané eine Ablöse von 50 Millionen an Schalke 04. "Der Markt ist verrückt", sagt Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel – und fürchtet, dass sich der Fußball durch solche Transfersummen immer weiter von seinen Fans entfernt.

Nach einer Forsa-Umfrage für den stern teilt eine breite Mehrheit von 69 Prozent der Bundesbürger Tuchels Befürchtung. Nur 25 Prozent der Befragten stimmen Tuchel nicht zu.

Paul Pogba - Millionengehälter sind zu hoch

Uneins sind die Deutschen, wenn es um vorzeitige Wechselwünsche geht – wie im Fall von Julian Draxler, der den VfL Wolfsburg verlassen will, während der Verein auf Vertragserfüllung besteht. 47 Prozent haben Verständnis dafür, 44 Prozent dagegen nicht. Mit zunehmendem Alter sinkt das Verständnis der Befragten für den Wunsch nach einem vorzeitigen Wechsel.

Dass viele Fußballstars – auch in der Bundesliga – Jahresgehälter von mehreren Millionen Euro bekommen, findet nur eine Minderheit von 29 Prozent in Ordnung. Zwei Drittel (67 Prozent) halten diese Gehälter für zu hoch und sind dafür, sie zu begrenzen. Von den Befragten, die sich für eine Begrenzung aussprechen, wollen allerdings 56 Prozent nicht auf die teuer erkaufte Bundesliga-Berichterstattung in ARD und ZDF verzichten – auch wenn sie durch ihre Fernsehgebühren die Spielergehälter mitfinanzieren.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 4. und 5. August 2016 im Auftrag des stern 1006 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.


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