Werder Bremen Özil rutscht immer tiefer in der Krise


Im Spiel gegen Twente Enschede hat die Formkrise von Bremens Spielmacher Mesut Özil einen neuen Tiefpunkt erreicht. Und am Wochenende steht die wichtige Partie gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen an. Mitspieler und Fans hoffen verzweifelt auf Besserung.

Als Klaus Allofs die Krise des Mesut Özil zu ergründen suchte, schlich der Nationalspieler in seinem Rücken kommentarlos zum Mannschaftsbus. Zu seinem erschreckend schwachen Auftritt bei Werder Bremens 0:1 (0:1) in Enschede mochte Özil sich nicht äußern. Es war fast ein bisschen symptomatisch, denn auch auf dem Platz übernimmt der hochbegabte Mittelfeldstratege derzeit keine Verantwortung. Der in der Hinrunde glänzende Jungstar war im Europa- League-Hinspiel beim niederländischen Erstligisten FC Twente ein Totalausfall - Mitspieler und Fans warten verzweifelt auf Besserung.

"Er ist nicht so in Form", kommentierte Allofs vorsichtig. "Man kann darüber spekulieren, woran es liegt." Und genau das passiert in Bremen seit Wochen. Zum einen geht es um die Frage, ob Özil das Werben internationaler Großclubs verwirrt oder ob er Werders Angebot zur Verlängerung des 2011 auslaufenden Vertrages annimmt. Allofs betonte nochmals: "Es geht nicht darum, ob er nach der Saison geht oder nicht geht. Wir wollen ihn länger binden."

Öffentlicher Wirbel um seine Freundin


Zum anderen geht es um die Frage, wie Özil den öffentliche Wirbel um seine neue Freundin wegsteckt, die im Bremer Umland eine gewisse Bekanntheit besitzt: Sie ist die Schwester von Popsternchen Sarah Connor und war zuvor bereits mit anderen Werder-Spielern liiert.

"Es sind viele Dinge passiert, die Einfluss nehmen können", sagte Allofs. "Es kann mit allem zusammenhängen." Der Clubchef schob allerdings nach: "Es kann aber auch einfach an fehlender Kraft liegen." Özil hatte nach der U21-Europameisterschaft nur eine kurze Pause und eine fulminante Hinrunde mit vielen zusätzlichen Spielen in der Europa League sowie in der Nationalmannschaft.

Messlatte liegt hoch


"Man sieht bei ihm genau hin. Er hat die Messlatte sehr hoch gelegt", sagte Allofs über den jungen Spieler, der bei vielen Beobachtern wegen seines teilweise gezeigten Zauber-Fußballs als neuer deutscher Starspieler gilt. Özil bewies eindrucksvoll, dass er ein ganz außergewöhnliches Balltalent besitzt. Er war oft "in der Lage, den Unterschied auszumachen", wie Trainer Thomas Schaaf es nennt. Nach der Niederlage in Enschede wollte Schaaf die Leistung von Özil, den er in der 67. Minute vom Platz nahm, aber nicht kommentieren: "Ich mache hier keine Einzelkritik."

Es wäre unfair, die Niederlage in Enschede allein mit Özils Krise zu erklären. Auffällig war aber, dass er den Torschützen Theo Janssen (39.) bei dessen Dribbling vor dem Schuss nicht attackierte und nur neben ihm herlief. Erschwerend kommt hinzu, dass der Nationalspieler sich in der Offensive nicht durchsetzen konnte, Zweikämpfe vermied oder verlor und viele Fehlpässe spielte.

"Man muss Geduld haben", sagte Allofs, "er wird da früher oder später rauskommen - ich hoffe früher." Am besten schon am Sonntag gegen Bundesliga-Tabellenführer Bayer Leverkusen. Spätestens aber im Rückspiel am kommenden Donnerstag gegen Twente Enschede, wenn Werder das 0:1 aufholen muss.

Michael Rossmann/DPA DPA

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