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WM-Test gegen Ungarn: Deutschland kombiniert sich zum Sieg

Klarer Erfolg im vorletzten WM-Test: Die deutsche Nationalmannschaft hat Ungarn in Budapest geschlagen. Erst zwei eingewechselte Stürmer brachten die Entscheidung.

Die deutsche Nationalmannschaft absolvierte den vorletzten WM-Test gegen Ungarn in Budapest erfolgreich. Beim ungefährdeten 3:0 (1:0) gewann Bundestrainer Joachim Löw einige wichtige Erkenntnisse. Zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Südafrika sorgten Lukas Podolski (5. Minute) per Foulelfmeter sowie die eingewechselten Stürmer Mario Gomez (69.) und Cacau (73.) für den klaren Sieg gegen einen willkommenen Sparringspartner. "Wir wollen natürlich was erreichen. Wir sind motiviert", sagte Löw nach dem gelungenen Test mit Blick auf die Weltmeisterschaft.

"Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Es ist gut, dass wir mal ein paar Tore geschossen haben", sagte Torhüter Manuel Neuer nach seinem ersten Spiel als neue Nummer Eins. Der starke Sami Khedira hatte von "der kompletten Mannschaft ein gutes Spiel" gesehen.

Im 48. Länderspiel unter seiner Regie bot Löw eine offensiv ausgerichtete Elf auf und probierte in der Verteidigung einiges aus. Anstelle des frisch gekürten WM-Kapitäns Philipp Lahm, der wie seine Bayern-Kollegen Schweinsteiger, Thomas Müller und Hans- Jörg Butt die Reise nach Budapest nicht angetreten hatte, testete Löw auf der rechten Abwehrseite den Hamburger Jerome Boateng. Links durfte in der vorletzten Testpartie vor der WM der Schalker Heiko Westermann vorspielen. In der Mitte ließ er erstmals den Berliner Arne Friedrich, der an seinem 31. Geburtstag ordentlich agierte, neben dem gesetzten Abwehrchef Per Mertesacker verteidigen.

Optimaler Start in Budapest


Drei Tage vor Bekanntgabe des endgültigen WM-Kaders erwischte die DFB-Elf bei optimalen äußeren Bedingungen einen Auftakt nach Maß. Nachdem Ungarns einziger Angreifer Sandor Torghelle vom FC Augsburg Mertesacker nach einer Ecke umgerissen hatte, verwandelte Podolski den fälligen Strafstoß sicher zum 1:0.

Die frühe Führung spielte dem Löw-Team im ersten Spiel nach dem WM-Aus von Michael Ballack in die Karten. Angetrieben vom starken Regisseur Mesut Özil zog die Mannschaft ihr direktes Flachpass-Spiel auf, das sie in den vergangenen Tagen immer wieder eingeübt hatte. Dabei gefiel auch der Hamburger Piotr Trochowski, der sich auf der rechten Mittelfeldseite als Kandidat für die WM-Startelf anbot, sich aber nach starkem Beginn auch einige Ballverluste leistete.

Überzeugend agierten bei den im WM-System 4-2-3-1 aufgebotenen Deutschen Ballack-Ersatz Sami Khedira und der Leverkusener Toni Kroos auf der Doppel-Sechs. Beide schalteten sich immer wieder in den Spielaufbau ein, waren im Ferenc-Puskás-Stadion gegen harmlose Ungarn defensiv aber auch kaum gefordert.

Kiraly verhinderte deutsche Tore


Die Ungarn hatten es einzig Keeper Gabor Kiraly zu verdanken, dass sie nur mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine gingen. Nach Podolskis frühem Treffer entwickelte sich zwischen der 11. und 17. Minute ein Privatduell zwischen dem spielfreudigen, im Abschluss aber zu leichtfertigen Özil und dem überragenden Keeper. Gleich dreimal tauchte der Bremer, von Trochowski und Khedira jeweils glänzend freigespielt, alleine vor Kiraly auf - dreimal hatte der Ungar das bessere Ende für sich.

Noch mehr als die neu formierte Viererkette und das Mittelfeld stand Manuel Neuer im Fokus. In seinem ersten Spiel als neue Nummer Eins hatte der Schalker seine Feuertaufe zu bestehen - und machte dabei einen sicheren Eindruck. Allerdings hatte er kaum Gelegenheiten sich auszuzeichnen, aber wenn er gebraucht wurde, war der 24-Jährige da. So etwa in der 26. Minute, als Neuer seinem Ruf als mitspielender Torwart gerecht wurde und im Herauslaufen vor Torghelle klärte. Nur in der Nachspielzeit musste er mit einer Parade glänzen.

Einzige Spitze war der Münchner Edelreservist Miroslav Klose, der in seinem 95. Länderspiel seinen Bayern-Kollegen Lahm als Spielführer vertrat. Der 31-Jährige rackerte vorbildlich, zugleich war ihm aber auch die fehlende Spielpraxis anzumerken. Im zweiten Durchgang musste Klose seinem Vereinskameraden Gomez weichen. Und der 24-Jährige brauchte nur wenige Minuten, um nach Vorarbeit des eingewechselten Marko Marin die Führung auf 2:0 zu erhöhen.

Zeit für Experimente


Neben Gomez brachte Löw in der zweiten Halbzeit viele frische Kräfte. Für Khedira, der nach Oberschenkelproblemen vorsichtshalber in der Kabine blieb, rückte HSV-Profi Dennis Aogo neben Kroos. Am auffälligsten agierte der Bremer Marko Marin, der dem deutschen Angriffsspiel viel Schwung verlieh. Zudem kam der Stuttgarter Cacau, der 18 Minuten vor Schluss überlegt zum 3:0 abschloss, für Özil ins Spiel. Wenig später erhielt auch der Hamburger Marcell Jansen nach seiner Fußverletzung die Möglichkeit, im linken Mittelfeld einen halbstündigen Härtetest zu absolvieren. Kurz vor Abpfiff durfte dann auch noch Länderspiel- Neuling Holger Badstuber noch Reinschnuppern. Der Spielaufbau litt unter diesen vielen Wechseln, auch weil die Ungarn besser dagegen hielten. Am Ende war der Sieg aber mehr als verdient, auch weil die Nationalelf immer wieder starke Kombinationen zeigte.

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DPA/tis / DPA

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