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Gold im Synchronspringen Der langersehnte Erfolg des Tom Daley: Schwuler Wasserspringer wird zur LGBTQ-Symbolfigur

Tom Daley
Tom Daley gewann in London und Rio jeweils Bronze, in Tokio durfte er endlich in Gold beißen
© Clive Rose / Getty Images
Tom Daley hat lange von einer Goldmedaille bei den Olympischen Spielen geträumt, im Synchronspringen ging sein Wunsch endlich in Erfüllung. Doch sein Sieg war nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern machte ihn auch zu einem Symbol.

Tom Daley hat sich gemeinsam mit seinem Sprung-Partner Matty Lee die Goldmedaille im Wasserspringen gesichert. Das britische Duo gewann das Synchronspringen vom Zehn-Meter-Brett. Der Olympiasieg Daleys war jedoch mehr als nur ein sportlicher Erfolg – er machte den 27-Jährigen auch zu einem Symbol. Denn Daley lebt offen homosexuell.

Die Bedeutung seines Siegs war dem Sportler auch sehr bewusst. "Ich bin unglaublich stolz, sagen zu können, dass ich ein schwuler Mann und gleichzeitig Olympiasieger bin", sagte er auf der Pressekonferenz. "Als ich jünger war, dachte ich nicht, dass ich jemals etwas erreichen würde aufgrund dessen, wer ich war. Jetzt ein Olympiasieger zu sein, zeigt, dass man alles erreichen kann."

Tom Daley träumte schon als Kind von Olympia-Gold

Vor gut siebeneinhalb Jahren hatte Daley in einem Youtube-Video mitgeteilt, dass er mit einem Mann zusammen sei. Mittlerweile sind er und sein Ehemann Dustin Lance Black Eltern eines Kindes. Über seine Vaterschaft sagte er nach dem Olympiasieg: "Es war die erstaunlichste, lebensveränderndste Reise für mich und ich kann es nicht abwarten, zurückzukehren und meinen Mann und meinen Sohn zu sehen, sie zu umarmen und diese unglaubliche Erfahrung mit ihnen feiern zu können."

Für Daley geht mit der Goldmedaille ein langgehegter Traum in Erfüllung. Schon 2005, mit nur elf Jahren, hatte er in einem Fernsehbeitrag der BBC gesagt: "Ich möchte an den Olympischen Spielen teilnehmen und Gold gewinnen." Heute ist er davon selbst etwas erschrocken – "besessen" sei er damals gewesen, so Daley: "Wenn mein Sohn in dem Alter so etwas sagen würde, würde ich ihm sagen: 'Wow, beruhige dich, lass dir Zeit.'" Doch sein Ehrgeiz zahlte sich aus: 2012 bei den Heimspielen in London sowie 2016 in Rio de Janeiro gewann Daley jeweils Bronze, nun folgte endlich das ersehnte Gold im Turmspringen.

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Ein Vorbild für die LGBTQ-Community

Seinen Olympiasieg nutzte Daley für eine klare Botschaft in Richtung vieler Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Er selbst habe sich als Kind wie ein "Außenseiter" gefühlt, sagte er: "Ich dachte, aus mir würde nie irgendetwas werden, weil ich nicht das war, was die Gesellschaft erwartete."  Mit seiner Geschichte möchte er ein Signal an andere Menschen aus der LGBTQ-Community senden, da im Sport Homosexualität meist immer noch verpönt ist: "Ich hoffe, dass es Kindern Mut macht, wenn sie LGBTQ-Sportler bei den Olympischen Spielen sehen, damit sie sich nicht mehr so allein und ängstlich fühlen. Wer immer du bist, egal woher du kommst, du kannst Olympiasieger werden – ich habe es geschafft."

Quellen:  BBC / "Guardian"

epp

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