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Niederlage vor Gericht Claudia Pechstein: "Jeder Flüchtling genießt mehr Rechtsschutz"

Claudia Pechstein in Polizei-Uniform im Gerichtssaal mit Kameras im Hintergrund
Enttäuscht nach der Niederlage: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein verlässt den Gerichtssaal im Karlsruher BGH
© Uli Deck/DPA
Unter Sportlern sagt man: "Scheiß Verlierer". Eisschnellläuferin Claudia Pechstein versteigt sich nach dem Scheitern ihrer Schadensersatzklage zu einem unguten Vergleich: Jeder registrierte Flüchtling genieße in Deutschland mehr Rechtsschutz als Sportler.

Claudia Pechstein hat sich über die Ablehnung ihrer Schadenersatzklage durch den Bundesgerichtshof beklagt. "Ich habe mich hier gefühlt wie vor dem Internationalen Sportgerichtshof", sagte die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in Karlsruhe. "Jeder Flüchtling, der in Deutschland einreist und registriert wird, genießt Rechtsschutz. Aber wir Sportler nicht", beklagte die Berlinerin, nachdem ihr durch den BGH die Möglichkeit verwehrt wurde, vor deutschen Zivilgerichten zu klagen.

"Ich hatte immer einen festen Glauben in die deutsche Justiz. Der hat jetzt aber einen Dämpfer erhalten", sagte Pechstein nach der Urteilsverkündung. Der CAS sei "kein unabhängiges Gericht. Ich werde eine Sportlergewerkschaft gründen", kündigte sie an.

Anwalt von Claudia Pechstein: "Mutloses Gericht"

Als Ohrfeige betrachtet Pechstein die Begründung des Gerichts, sie habe die Schiedsgerichtsvereinbarung freiwillig unterschrieben. Jeder wisse, dass ein Sportler nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen dürfe, wenn er die Athleten-Vereinbarung nicht unterzeichne. Ihr Anwalt Thomas Summerer sprach nach dem Urteil von einem "mutlosen Gericht."


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