HOME

Eishockey: Die große DEL-Vorschau, Teil I

In der vergangenen Saison präsentierte sich die DEL so ausgeglichen wie nie zuvor. Wir stellen die Kader vor und wagen eine Prognose.

Erst am letzten Spieltag der Saison 2011/12 standen die endgültigen Platzierungen nach der Hauptrunde fest und somit, wie die Playoffplätze verteilt wurden. Weniger turbulent dürfte es auch in der neuen Saison nicht zugehen.

In zwei Teilen geben wir einen Überblick über die 14 DEL-Teams. Um die Spannung hochzuhalten, ist die Reihenfolge der Clubs per Zufallsgenerator bestimmt. Neben einem kurzen Rückblick auf die vergangene Saison gibt es zu jedem Team eine Auflistung der wichtigsten Ab- und Zugänge, einen Überblick über die Vorbereitungsspiele sowie einer abschließenden Aussage über das vermutete Abschneiden des Teams.

EHC München

Rückblick
In der vergangenen Saison schaffte der EHC auf Anhieb den Sprung unter die ersten Zehn, und das als Neuling. Damit gehörte der Club zu den großen positiven Überraschungen der letzten Spielzeit. Prägend für diese so erfolgreich verlaufene Saison war, dass praktisch immer Leistungsträger verletzt waren, dennoch legten die Münchner eine Saison hin, wie so nur von den wenigsten so erwartet werden konnte. Die Bayern haushalten bescheiden und haben erneut einen der niedrigsten Etats.

Abgänge
Der Club hat zwölf Abgänge zu verzeichnen, fünfzehn Spieler sind geblieben. Relativ kurzfristig verabschiedeten sich Ryan Ready und Mike Kompon, die schon für die Saison festeingeplant waren und in der letzten Spielzeit zu den absoluten Leistungsträgern gehörten. Ebenfalls München verlassen haben Jordan Webb, Bryan Schmidt, Kevin Lavallee sowie Dylan Gyori.

Zugänge
Demgegenüber stehen vierzehn Neuzugänge. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran machen Spieler aus der Region im weitesten Sinne aus, wie Neuzugänge aus Füssen, Klostersee und Riessersee zeigen. Alles Spieler, die sich in der DEL erst noch beweisen müssen. Doch der EHC hatte auch einige prominente Neuzugänge zu vermelden. An erster Stelle ist da der beste Goalie der letzten Saison zu nennen, Jochen Reimer, der aus Wolfsburg an die Isar wechselte. Aus Hannover kam Klaus Kathan, vom AEV wechselte Noah Clark in die bayrische Landeshauptstadt. Und mit Jason Ulmer (Wolfsburg) konnte man einen weiteren torgefährlichen Angreifer verpflichten. Die Abwehr wurde mit dem aus Schweden mit Jens Olsson verstärkt. Unter dem Strich könnte man wohl von einer leichten Qualitätsverbesserung sprechen.

Vorbereitung
In der Vorbereitung konnte der EHC den Dolomiten-Cup gewinnen, blieb sieglos beim Ferdo-Spajic-Turnier in Kroatien. Bilanz der Vorbereitung: Fünf Siege, vier Niederlagen. Gegen direkte DEL-Konkurrenz gab es zwei Siege (Nürnberg, Augsburg) und eine Niederlage (Nürnberg).

Prognose
Die Münchner dürfen sich auch diese Saison wieder Hoffnungen auf die Preplayoffs machen, werden jedoch diesmal nicht mehr mit dem Vorteil im Rücken spielen, auf die leichte Schulter genommen zu werden. Platz 8-13

ERC Ingolstadt

Rückblick
Gemessen an den Erwartungen durchlebte der ERC in der letzten Spielzeit eine Zittersaison. Hochgehandelt wurden die Panther vor Saisonbeginn, um dann am Ende, am letzten Spieltag, und das nicht einmal aus eigener Kraft, den direkten Playoffeinzug zu schaffen. Dort kam dann gegen die Eisbären recht sang- und klanglos das Aus im Viertelfinale. Angesichts des Kaders und der finanziellen Ausstattung sollte da, wie des Öfteren in den letzten Jahren, eigentlich mehr drin sein.

Abgänge
Der ERC hat fünfzehn Abgänge zu verzeichnen, vierzehn Spieler sind geblieben, einen Sonderfall stellt dabei Ben Clymer dar, der bereits fest für die neue Saison eingeplant, sein Karriereende verkünden musste. Nach Hannover verabschiedet haben sich Patrick Buzas, Stephan Daschner und Bryce Lampman. Ebenfalls nicht mehr im Kader stehen Colin Forbes, Christian Chartier, Andre Huebscher, Matt Hssey, Peter Schaefer, Wyatt Smith und Bruno St. Jacques, der zum Ligakonkurrenten Straubing gewechselt ist.

Zugänge
Neu im Kader des ERC sind bisher zehn Spieler. Aus der DEL kommen Prestin Ryan und Kris Sparre (Iserlohn), Derek Hahn (Straubing), Jeff Likens (Nürnberg), Chris Heid (AEV) und Michel Periard. Außerhalb der DEL ist man in Jared Ross, Jeremy Reich, Timmy Petterson und Luciano Aquino fündig geworden. Schlechter sind die Panther damit sicherlich nicht aufgestellt. Gerade offensiv wirken die Reihen des ERC sehr überzeugend.

Vorbereitung
So gut die Vorbereitung für den ERC begann, mit einem Sieg beim Gäuboden-Cup, wo auch Nürnberg, Augsburg und Straubing am Start waren, und die Panther mit Siegen über Nürnberg und Augsburg triumphierten, so durchwachsen verlief der Rest der Vorbereitung. Niederlagen gegen Villach und Klagenfurt, ein Remis gegen Linz. Und zum Abschluss zwei Pleiten gegen Ligakonkurrent Mannheim.

Prognose
Wenn alles normal läuft, müsste der ERC eigentlich erneut die direkte Qualifiktion für die Playoffs schaffen. Die geballte Offensivkraft spricht dafür, dass der ERC diesmal vielleicht sogar etwas weiter oben landet. Platz 4-7

Krefeld Pinguine

Rückblick
Auf eine ausgesprochen gelungene Saison kann der KEV zurückblicken. In der vergangenen Spielzeit hat einfach vieles zusammengepasst, bis ins Halbfinale trug die Euphorie am Ende die Seidenstädter. Gelänge eine Wiederholung des vierten Platzes nach der Hauptrunde, könnte man das ohne zu zögern als Erfolg verbuchen.

Abgänge
Im Vergleich mit der Konkurrenz gibt es bei den Pinguinen verhältnismäßig wenig Abgänge. (Immerhin achtzehn Spieler sind geblieben). Verabschiedet haben sich Paul Albers, Justin Kelly, Michail Kozhevnikov, Philip Rieferrs, Benedikt Schopper und Charlie Stephens. Besonders der Verlust der beiden Letztgenannten dürfte nicht ganz einfach zu verkraften sein.

Neuzugänge
Wenn es wenig Abgänge gibt, muss ein Club auch nicht so viele Neue einbinden. In der vergangenen Saison war dies durchaus eines der Erfolgsrezepte des KEV. Aus Hamburg kam Alexander Dück, von den Adlern zog Francois Methot nach Krefeld um, ein Spieler, der gut zu Krefeld passen sollte. Neu bei den Seidenstädtern sind außerdem Lawrenze Nycholat, der spätverpflichte Ben Ondrus, Kyle Sonnenburg und der mit vielen Erwartungen verknüpfte Jungspund Rok Ticar.

Vorbereitung
Die Vorbereitung beim KEV stand unter keinem guten Stern. Die Misere gipfelte in einer Absage beim Geller-Cup aus Personalmangel, zuviele Spieler fehlten verletzungsbedingt. Mit Herberts Vasiljevs, Boris Blank, Francois Methot und Patrick Hager dürften gleich einige Schlüsselspieler gleich zu Saisonbeginn fehlen. Nach Niederlagen gegen SKA St. Petersburg, Basel, Barys Astana und Köln waren da umso erstaunlicher die Siege zuletzt gegen Iserlohn und Düsseldorf kurz vor Saisonbeginn. Zuvor gab es noch einen Sieg gegen einen weiteren Ligakonkurrenten, Wolfsburg.

Prognose
Der Saisonbeginn könnte schwierig werden, doch andererseits könnte der KEV von dem Vorteil zehren, über eine eingespielte Truppe zu verfügen. Der Erfolg der letzten Serie ist wiederholbar, aber nicht zwangsläufig. Platz 6-10

Kölner Haie

Rückblick 
Die Haie haben eine Spielzeit hinter sich, die man eigentlich in zwei Saisons aufteilen müsste. Zum einen die Zeit mit und die Zeit nach Bill Stewart. Denn im Prinzip handelte es sich dabei um zwei völlig verschiedene Mannschaften, wenn auch nicht unbedingt vom Personal her. Nach desaströsem Saisonbeginn begann eine beispiellose Aufholjagd, die schließlich in einem, eingedenk der Vorgeschichte, beachtlichen neunten Tabellenplatz nach der Hauptrunde gipfelte. Das Aus kam im Viertelfinale gegen den späteren Vizemeister Wolfsburg.

Abgänge
Die Abgänge (13) wiegen dem Namen nach schwer. So gehen unter anderem Ivan Ciernik und Christoph Ullmann. Ebenfalls den Verein verlassen haben Mike Card, Chris Lee, Ryan Ramsay, James Sixsmintz, Daniel Sparre und Johan Åkerman. Zwischenzeitlich stand der Ex-Augsburger Jonathan Paiment in den Diensten der Kölner, der Probevertrag wurde jedoch nicht verlängert.

Neuzugänge
Aus Krefeld haben sich die Haie Philip Riefers und Charlie Stephens geholt. Dazu kommen Alex Weiß (Berlin) Jonathan D’Aversa (Augsburg), Kevin Lavallee (München), Rückkehrer Tion Boos und André Lakos. Backup-Goalie wird Youri Ziffzer.

Vorbereitung
In neun Partien gab es fünf Siege. Die letzten Vorbereitungsspiele begannen mit einer Niederlage gegen den KEV, gefolgt von Siegen gegen Iserlohn und zweimal Düsseldorf. Dabei wusste vor allem die Offensive zu überzeugen.

Prognose
Neuer Trainer, neues Glück? Es hat den Anschein, als könne Uwe Krupp die Haie wieder in jene Spur bringen, die nach dem Erfolg benannt wurde. Eine Saison des Schreckens dürfte so wohl in diesem Jahr vermieden werden können. Aber ob es schon für den Sprung nach ganz oben reicht? Platz 5-9

Eisbären Berlin

Rückblick
Eine Berg- und Talfahrt war die Spielzeit der Einbären im letzten Jahr, wenn auch auf hohem Niveau. Die Mannschaft brauchte eine lange Phase der Orientierung, bis sie ins Laufen kam. Das Ende ist ja bekannt. Die Eisbären wurden zum fünften Mal in ihrer DEL-Geschichte zum Titelträger.

Abgänge
Wie man das eigentlich von den Berlinern nicht anders kennt, bleiben die Fluktuationen im Kader überschaubar. Allerdingss haben sich mit Derrick Walser, Steve Walker und Jeff Friesen ein paar große Namen verabschiedet. Außerdem haben Chris Hahn und Alex Weiß den Club verlassen.

Neuzugänge
Neu im Kader bei den Eisbären sind einige Spieler aus dem Nachwuchs, und man darf sicher sein, dass der ein oder andere davon den Sprung in die DEL auch schaffen wird. Doch neben diesen in der Liga namenlosen gibt es auch ein paar aus der DEL bekannte Neuzugänge. Heraus ragen dabei die beiden Ex-Augsburger Darin Olver und Barry Tallackson. Für die Defense hat man Nick Angell verpflichtet, ein Spieler, der zwischenzeitlich in der KHL aktiv war, in Deutschland noch aus seiner Zeit bei den Lions bekannt ist. Dazu kommt nach Julian Talbot aus der AHL. Ganze 21 Akteure aus der Vorsaison sind erhalten geblieben, ein Liga-Top-Wert.

Vorbereitung
Die Berliner bestritten eine Vorbereitung auf hohem Niveau, mit acht Partien im Rahmen der European Trophy. Am Ende verhinderte ein zu schlechtes Torverhältnis in der Gruppenphase das Weiterkommen bei vier Siegen und vier Niederlagen. Im letzten Vorbereitungsspiel gab es eine Niederlage im Penaltyschießen gegen Vizemeister Wolfsburg.

Prognose
Alle Jahre wieder gehören die Eisbären zu den Top-Favoriten im Rennen um die Meisterschaft, das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Der Titel führt über Berlin. Platz 1-3

Straubing Tigers

Rückblick
Mit einigermaßen hohen Erwartungen waren die Tigers in die letzte Saison gestartet, letztendlich konnten diese jedoch nicht erfüllt werden. Eine Niederlagenserie zum Ende der Hauptrunde verhinderte den erstmaligen Einzug in die Playoffs.

Abgänge
Zwölf Spieler haben den Verein verlassen, am empfindlichsten trifft die Tigers der Verlust von Top-Scorer Derek Hahn sowie dem zweitbesten Lee Goren, auch wenn der die Tigers schon im Verlaufe der letzten Saison verließ. Gegangen sind neben Carl Corazzini, Tobi Draxinger, Justin Mapletoft und Eric Meloche auch Billy Trew und Dimitri Pätzold.

Neuzugänge
Ryan Ramsay, der hier schon 2009/10 aktiv war, ist innerhalb der Liga gewechselt, er kommt, genau wie Daniel Sparre, aus Köln. Zudem wurde Bruno St. Jacques aus Ingolstadt verpflichtet. Viele Hoffnungen werden in Pätzold-Nachfolger Barry Brust sowie auf den ebenfalls aus der AHL nach Straubing gewechselten Jean-Michel Daoust gesetzt.

Prognose
Ein Abgang wie der von Derek Hahn wird nur schwer zu verschmerzen sein. Bei den Tigers ist alles davon abhängig wie die Neuzugänge einschlagen. Das Erreichen der Preplayoffs ist nicht ausgeschlossen, aber die Tigers gehören definitiv zu den Wackelkandidaten. Platz 9-14

Iserlohn Roosters

Rückblick
In vier der letzten Hauptrundenspiele der vergangenen Spielzeit blieben die Roosters sieglos und verpassten so am Ende den Einzug in die Preplayoffs, der selbst am letzten Spieltag noch möglich gewesen wäre. Unter dem Strich blieb es dann doch eine enttäuschende Spielzeit.

Abgänge
Einige namhafte Abgänge haben die Roosters zu verkraften, zu nennen seien hier mit Collin Danielsmeier und Jimmy Roy zwei Spieler, die man in der DEL fest mit den Sauerländern verbindet. Verabschiedet haben sich zudem Mike Bales, Jon Insana, Pat Kavanagh, Cam Paddock, Prestin Ryan und Adrian Veideman. Elf Spieler insgesamt stehen dem Verein aus der letzten Saison nicht mehr zur Verfügung.

Neuzugänge
Die Neuzugänge bei den Roosters haben es wirklich in sich. Für die Defense hat man mit Jassen Cullimore einen ganz dicken Fisch an Land gezogen. Daneben wären Brett Skinner und Derek Peltier zu nennen. Neu auf der Goalie-Position ist Sebastien Caron. Die meisten Erwartungen dürften mit Rückkehrer Mike York verknüpft sein, der schon vor Saisonbeginn so etwas wie Heldenstatus genießen dürfte. Aus der DEL stößt Thomas Holzmann (Hamburg) zu den Sauerländern, die sich ansonsten eher jenseits des großen Teichs umgetan haben. Von dort kommen unter anderem Jeff Cowan und Dave Spina. Aus Bozen ist Colton Fretter zum IEC gewechselt.

Prognose
Die Roosters haben kräftig aufgerüstet, und das dürfte auch Auswirkungen auf den Ausgang der Saison haben. Mit diesem Kader sind sie ein recht sicherer Playoffkandidat. Ein ähnlicher Abschluss wie in der letzten Spielzeit wäre eine derbe Enttäuschung. Platz 5-10

Olaf Edig

sportal.de / sportal

Wissenscommunity