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Handball EM: Deutschland ist im Finale

Mit unbändigem Kampf und riesigem Einsatz sind die deutschen Handballer zum dritten Mal hintereinander in ein bedeutendes Endspiel eingezogen.

Mit unbändigem Kampf und riesigem Einsatz sind die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Slowenien zum dritten Mal hintereinander in ein bedeutendes Endspiel eingezogen. Der EM- und WM-Zweite feierte am Samstag im Halbfinale von Ljubljana einen 22:20 (11:11)-Arbeitssieg gegen Dänemark. Vor rund 6500 Zuschauern in der Halle Tivoli waren Torhüter Henning Fritz (Kiel) sowie Jan-Olaf Immel (Wallau-Massenheim/7) und Volker Zerbe (Lemgo/6) die herausragenden deutschen Akteure.

Wegen des brisanten Nachbarschafts-Duells im zweiten Halbfinale zwischen Gastgeber Slowenien und Weltmeister Kroatien herrschte in Ljubljana erhöhte Sicherheitsstufe. Kroatische Anhänger ohne Eintrittskarte wurden schon an der Grenze zurückgewiesen. Ein massives Polizeiaufgebot sollte rund um die Halle befürchtete Ausschreitungen verhindern. Die Zuschauer wurden eingehenden Taschenkontrollen unterzogen und mussten sogar Kugelschreiber abgeben.

Hohe Sicherheitsstandards während der EM

Die Neuauflage des EM-Halbfinals von 2002 zwischen Deutschland und Dänemark war auch ein Aufeinandertreffen alter Bekannter aus der Bundesliga. Während im deutschen Team mit Christian Ramota, Christian Schwarzer, Daniel Stephan, Florian Kehrmann und Volker Zerbe fünf Spieler des TBV Lemgo standen, spielten bei den Dänen vier Akteure der SG Flensburg-Handewitt mit. «Von meinen Spielern denkt keiner an Lemgo gegen Flensburg, sondern an Deutschland gegen Dänemark. Und da wollen sie gewinnen», sagte Heiner Brand.

Vor dem Spiel versuchte der Bundestrainer, die Emotionen zu dämpfen. «Ich sehe die Dänen als ganz normalen Gegner. Wenn es ein besonderes Duell sein sollte, dann bei einigen dänischen Spieler. Das war unser Vorteil bei der EM vor zwei Jahren, dass einige da übermotiviert waren», erklärte der Weltmeister von 1978.

Auch am Samstag brachten die Dänen von Beginn an übertriebene Härte ins Spiel und provozierten immer wieder kleinere Rangeleien. Dadurch ließen sich die deutschen Spieler in den ersten Minuten etwas beeindrucken und lagen 2:4 (9.) zurück. «Das ist okay für ein Halbfinale. Die suchen den Körperkontakt und unsere halten eben dagegen», sagte DHB-Vize-Präsident Horst Bredemeier.

Erst in der 30. Minute in Führung

In dem vom Kampf geprägten und von der Abwehr dominierten Spiel kam die DHB-Auswahl erst in der 30. Minute beim 11:10 zu ihrer ersten Führung. Bis dahin hatten vor allem Volker Zerbe (Lemgo) und der erneut großartig parierende Torhüter Henning Fritz (Kiel) die Akzente gesetzt. Zudem erwies sich Jan-Olaf Immel (Wallau-Massenheim) als treffsicher. «Fritz ist wieder super. Mit seiner Aggressivität muss er auch die Abwehr am Leben halten», kommentierte der frühere Bundestrainer Bredemeier das Geschehen.

Zerbe, der auch schon vor zwei Jahren mit sieben Treffern wesentlichen Anteil am 28:23-Halbfinalerfolg hatte, lief auch in Ljubljana wieder zu großer Form auf. In der Deckung wehrte der Lemgoer zahlreiche Würfe ab, und im Angriff erzielte er mit seinem fünften Tor die 12:11-Führung (32.).

Im zweiten Durchgang musste Brand einen Teil seiner Stammspieler wegen des großen Kräfteverschleißes Pausen gönnen. Doch die Ersatzleute wie Immel, Steffen Weber (Kronau/Östringen) und Heiko Grimm (Großwallstadt) sprangen eindrucksvoll in die Bresche und hielten die Partie bis zum Ende offen.

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