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Leichtathletik-EM: Robert Harting ist Europameister

Bereits nach dem vierten Versuch war Robert Harting sich sicher. Und tatsächlich konnte ihn keiner mehr schlagen. EM-Gold hat er nun, jetzt setzt Harting alles daran auch in London ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.

Als der Diskus auf 68,30 Meter gesegelt war, posierte Robert Harting siegessicher als Muskelmann. Der 27-jährige Berliner war sich nach dem vierten Versuch im Medaillenkampf der Leichtathletik-EM in Helsinki sicher, dass keiner seiner Rivalen ihn noch übertreffen würde. Und er behielt recht.

Gerd Kanter aus Estland kam als Zweiter auf 66,53 Meter. EM-Bronze sicherte sich der Ungar Zoltan Kovago mit 66,42 Meter. Markus Münch erreichte Platz neun und nur 61,25 Meter.

"Klasse. Der Titelgewinn wird ihm Rückenwind für die Olympischen Spiele geben", hofft Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. 2010 in Barcelona hatte Harting den Titel um 40 Zentimeter verpasst und war Vizeeuropameister geworden.

Mit wenig Schlaf zum Titel

Nicht wirklich entspannt war Harting in die Qualifikation gegangen. "Ich hatte es mir leichter vorgestellt", haderte er nach einer fast schlaflosen Nacht. Mit 64,88 und 65,49 Meter schaffte übernächtigte Modellathlet dennoch die besten Weiten. Im verregneten Finale kam er im ersten Versuch mit 63,02 Meter nicht annähernd so weit, ließ sich durch den Ausrutscher aber nicht beängstigen und ging mit 65,80 Meter in Führung. Nach einem ungültigen Versuch flog dann der Diskus auf die Siegerweite von 68,30 Meter.

Der Topfavorit auf den Olympiasieg hat nach der EM nun noch viel zu tun, um in London optimal vorbereitet antreten zu können. "Ich befinde mich im Tal und versuche den Berg hochzuklettern", sagte Harting. Was in ihm steckt, wenn er seine 129 Kilogramm Körperkraft hinter den Diskus bringen kann, zeigte er im Mai zweimal: In Halle landete der Diskus bei 70,31 Meter, im tschechischen Turnov flog er sogar auf 70,66 Meter. Es waren die ersten 70-Meter-Würfe seines Sportlerlebens im Wettkampf.

Nach zwei WM-Siegen und dem ersten EM-Titel soll nun die edelste Sportplakette folgen. "Ich will schon komplett sein", hofft Harting nun auf eine goldene Stunde am 3. August in London. Dort werden ihm aber seine größte Rivalen, Virgilijus Alekna aus Litauen und und der Pole Piotr Malachowski, den Fehdehandschuh in den Olympia-Ring werfen.

sportal.de / sportal

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