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Olympia: Zeugnistag für die Bewerber

Das Nationale Olympische Komitee hat Hamburg die besten Chancen auf eine deutsche Kandidatur für die Olympischen Spiele 2012 bescheinigt.

Hamburg bietet nach Einschätzung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) die besten Voraussetzungen für eine deutsche Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012. Laut der Nachrichtenagentur dpa liegt die Hansestadt vor Leipzig, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart. Bei den Bewerbern um die olympischen Segelregatten schneiden Kiel und Rostock am besten ab. Das NOK bestimmt den deutschen Kandidaten am 12. April in München.

Stichtag 12. April

Nach über vierstündiger Sitzung hat die Evaluierungskommission des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) am Mittwochabend in Frankfurt/Main den Bericht über die fünf deutschen Kandidaten für die Olympischen Spiele 2012 verabschiedet. Unter dem Vorsitz von NOK-Vizepräsident Dieter Graf Landsberg-Velen bewertete das elfköpfige Gremium die Bewerbungen von Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Leipzig und Stuttgart sowie die der Segelstandorte Cuxhaven, Kiel, Lübeck, Rostock und Warnemünde nach den auch vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorgegebenen 16 Kriterien. "Zum Inhalt der Sitzung kann ich nichts sagen", betonte der NOK-Projektleiter Sven Vierhuff. Auf der Grundlage dieses Zeugnisses werden 73 NOK-Mitglieder mit ihren 137 Stimmen am 12. April in München entscheiden, welche der Städte in den internationalen Wettbewerb um die Spiele nach Athen (2004) und Peking (2008) gehen.

60 Seiten Bewertung

Am Donnerstagmorgen tagte das NOK-Präsidium und fasste seinen Beschluss über den Bericht. Um 13.00 Uhr ist den fünf Kandidaten die rund 60 Seiten füllende Bewertung übergeben worden.

Zwischen bangen und hoffen

In einer dpa-Umfrage äußern die Städte unterschiedliche Erwartungen zu dem Prüfungsbericht. Frankfurts Geschäftsführer der Bewerbungs GmbH, Jürgen Weiss, geht nicht davon aus, "dass die Kommission sagt, dass eine bestimmte Stadt die beste ist". Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Steinbrück ist sicher, "alle Bewerberstädte werden das Gütesiegel bekommen". "Wir erwarten, dass wir gut abschneiden, besonders bei den wichtigsten Kriterien", sagt Horst Meyer, Geschäftsführer der Hamburger Bewerbungs GmbH. Geschäftsführer Dirk Thärichen von der "Leipzig, Freistaat Sachsen und Partnerstädte GmbH" erhofft sich die fachliche Bestätigung dafür, "dass wir Olympische Spiele hier in Leipzig und der Umgebung durchführen können". Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster "ist der festen Überzeugung, dass unser nachhaltiges und zukunftsorientiertes Konzept ... in vielen Bereichen punkten konnte und gut bewertet wird".

"Gutachten ist keine Vorbewertung"

Differenziert sind auch die Aussagen zu der Bedeutung des Prüfungsberichts. Weiss (Frankfurt) sieht in ihm "eine ganz wichtige Hilfe für jedes einzelne NOK-Mitglied, das sein Stimmrecht ernst nimmt". Steinbrück meint, das Gutachten sei keine Vorentscheidung. Das Wahlverhalten der NOK-Mitglieder in München werde eigenen sportpolitischen Kriterien folgen. Meyer (Hamburg) geht davon aus, "dass dem Bericht eine hohe Bedeutung beigemessen wird". Schließlich habe das NOK "nicht umsonst die Kommission eingesetzt". Thärichen (Leipzig) bezeichnet den Bericht als ein "wichtiges Gutachten auf fachlich, sachlicher Basis und eine wichtige Etappe". Für Raimund Gründler, Geschäftsführer der Stuttgart 2012 GmbH, ist der Evaluierungsbericht "ein wichtiger Gradmesser in der Endphase der Olympia-Bewertung".

DPA

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