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GDL und Bahn: Neunte Streikrunde beginnt - Ersatzfahrpläne angekündigt

Im Güterverkehr startete der Bahnstreik heute um 15 Uhr, ab Mittwoch 2 Uhr sollen die meisten Personenzüge wieder stehen. Wie lange dieser Ausstand dauern wird, ist völlig offen.

Der Ausstand im Tarifkonflikt zwischen GDL und Deutscher Bahn mit offenem Ende beginnt am Dienstag

Der Ausstand im Tarifkonflikt zwischen GDL und Deutscher Bahn mit offenem Ende beginnt am Dienstag

Trotz Vermittlungsversuchen bis zur letzten Minute haben die Lokführer bei der Deutschen Bahn ihre neunte Streikrunde begonnen. Betroffen war am Dienstag zunächst nur der Güterverkehr, wie die GDL aktuell bestätigte. Die Personenzüge sollten laut Ankündigung der Gewerkschaft ab Mittwochfrüh um 02.00 Uhr ebenfalls bestreikt werden. Das Ende des Arbeitskampfes hat die Gewerkschaft bewusst offen gelassen und will es erst 48 Stunden vorher bekanntgeben.

Die am Dienstag in Frankfurt begonnenen Gespräche zu arbeitsrechtlichen Aspekten möglicher Parallel-Tarifabschlüsse mit der größeren Gewerkschaft EVG haben bislang keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Die Bahn hatte den renommierten Arbeitsrechtler Klaus Bepler dazu gebeten. Zum Ausgang war zunächst nichts an die Öffentlichkeit gedrungen.

Wegen des Lokführerstreiks stellt die Deutsche Bahn wieder Ersatzfahrpläne auf. Für den Fernverkehr seien diese Pläne für Mittwoch und Donnerstag bereits fertig und in den Auskunftssystemen abrufbar, sagte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg. "Wir bedauern besonders, dass es ausgerechnet am Pfingstwochenende dazu kommt."

Wie bei den früheren Streiks der Lokführergewerkschaft GDL soll während des unbefristeten Streiks etwa ein Drittel der Fernzüge fahren. Bei den Regionalzügen erwartet die Bahn, dass je nach Region 15 bis 60 Prozent der üblichen Zahl unterwegs sein werden. Im Güterverkehr sollen etwa 70 Prozent der Züge rollen.

"Vertrauen in Gesamtsystem Bahn erschüttert"

Homburg sprach von einem immensen wirtschaftlichen Schaden, der der Bahn und der Wirtschaft insgesamt entstehe. Großkunden hätten sich inzwischen für ihre Transporte "ein zweites Standbein aufgebaut". "Das Vertrauen in das Gesamtsystem Bahn ist erschüttert", fügte der Manager hinzu.

Die Bahn bittet ihre Kunden, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung zu informieren. Die kostenlose Servicenummer 08000 99 66 33 ist dafür bereits freigeschaltet.

Der Streik im Güterverkehr beginnt heute um 15 Uhr und wird bundesweit zu Verspätungen und Einschränkungen für die Kunden im In- und Ausland führen.

Ab Mittwoch beginnt der Streik im Personenverkehr. Bahnkunden, die durch streikbedingte Zugausfälle, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können ihre Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen. Wer seine Reise nicht antritt, kann sein Ticket auch nach dem ersten Gültigkeitstag, das heißt auch nach dem Streik, erstatten lassen.

mka/DPA / DPA