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TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": Das gab's noch nie: Warum Carsten Maschmeyer und Georg Kofler einem Gründer nachlaufen

"Die Höhle der Löwen" geht in die sechste Runde. Zum Start der erfolgreichen Start-up-Show serviert Vox Fett zum Streuen, Tattoos auf Zeit und einen neuen Löwen, der das Rudel ordentlich aufmischt. Doch für ein Novum sorgen Georg Kofler und Carsten Maschmeyer.

Die Höhle der Löwen startet in die sechste Staffel.

Willkommen zurück in der Höhle der Löwen: Für eingefleischte Fans der Start-up-Sendung "Die Höhle der Löwen" beginnt Anfang September traditionell wieder die Zeit vor dem heimischen TV. Und weil zu viel Altbekanntes eine Show auch schnell öde machen kann, haben Vox und Sony für Änderungen in kleinen Dosen gesorgt. 

Im vergangenen Jahr spendierte der Sender den Investoren eine neue, kuschelige Sendehöhle. In diesem Jahr erweitern sie das Rudel: Judith Williams muss sich den Sessel nicht mehr mit Georg Kofler teilen. Mit Orthomol-Chef Nils Glagau wird die Investorenrunde erweitert. Und weil kein Zuschauer sehen will, wie sich sieben (!) potentielle Geldgeber um Start-ups kloppen, werden jetzt Stühle gerückt. Fünf Löwen pro Pitch - der Rest hat Pause. 

Paudar, ein Bratfett zum Streuen

Und los geht es mit Johannes Schmidt und Deniz Schöne, die ein Bratfett zum Streuen entwickelt haben. Damit soll Braten fettfreier und ohne Fettspritzer gelingen. 125.00 Euro sollen die Löwen dafür hinblättern und bekommen im Gegenzug 12,5 Prozent am Unternehmen. Aber zunächst schmeißen die beiden Herren die Kochplatten an und brutzeln Steaks, die sie dann den Löwen zum Fraß vorwerfen. Das kommt erwartungsgemäß gut an. Bei den Inhaltsstoffen legt dann Dagmar Wöhrl den Finger in die Fettdose - denn Paudar besteht auch aus Palmöl. Und das hat einen ganz miesen Ruf. Für die Gründer ein bekanntes Thema, sie setzen auf zertifiziert nachhaltiges Palmfett. Die Löwen sind interessiert, nur Carsten Maschmeyer winkt ab. Und wer macht das Rennen? Ralf "Mr. Regal" Dümmel sichert sich den Deal, springt vom Sessel auf, reckt die Faust und zerquetscht beim Jubeln fast die Gründer. 

Als zweiter Gründer rollt Patrick Mayer in die Höhle. Der 40-jährige Schweizer sitzt nach einem schweren Snowboardunfall seit fast 20 Jahren im Rollstuhl. Aber sportlich blieb Mayer und entwickelte die Wheelblades, kleine Skier, die er unter den Rollstuhl montieren kann. Sieben Jahre brauchte er für diese Entwicklung. "Krass starker Typ", urteilt Frank Thelen. Auch Judith Williams wirkt verdattert von so viel Gründer-Power. Doch machen wir es kurz: Keiner der Damen und Herren zückt die Brieftasche. Ganz toller Gründer! Beeindruckender Pitch! Riesen Respekt, echt! Aber die 100.000 Euro, die der Mann für seine Unternehmung bräuchte, mag keiner Herausrücken. Nachdem Mayer aus dem Studio gerollt ist, bemüht sich das Löwenrude um kollektives Nachvollziehen-Können, warum keiner investiert hat. Den Zuschauer lässt das etwas ärgerlich zurück. Hier hätte zumindest ein Löwe ein Zeichen setzen können. Chance vertan. 

Weiter zum nächsten Pitch: Janet Carstensen aus Hamburg hat ein Tattoo zum Aufmalen entwickelt. Ein wenig wie Henna-Farbe - nur in Schwarz. Nach zwei, drei Wochen ist es dann wieder verschwunden. Das gefällt den Löwen, vor allem Judith Williams und Nila Glagau sind interessiert. Am Ende kommt das große Happy End: Die zwei Juroren und die Gründerin schließen sich zu dritt zusammen. Na dann, Glückwunsch!

Die nächsten Gründer haben sich ihre Unternehmung nicht einfach einfallen lassen, sondern die 34-jährige Anna Martin-Niedecken hat sogar in dem Themenfeld promoviert. Gemeinsam mit  Stephan Niedecken und Helko Roth hat sie Sphery kreiert: Ein Fitnessgerät, dass Gaming und Sport vereint. Aber um die verlangten 500.000 Euro (für 10 Prozent) rauszuhauen, ist den Löwen das Terrain noch zu unklar und das Unternehmen noch nicht weit genug. Kein Deal. 

Skills4School sorgt für ein Novum

Der gerade einmal 20-jährige (bei der Aufzeichnung war er sogar erst 19 Jahre alt) Rubin Lind musste sich noch die Unterschrift seiner Eltern einholen, um ein Unternehmen zu gründen. Denn seine Lernplattform Skills4School gründete er im zarten Alter von 17 (Wie er auf diese Idee kam, lesen Sie hier). Sein Lernangebot fürs Smartphone richtet sich an Schüler, um die Noten in Mathe oder Latein zu verbessern. Stolze 700.000 Euro fordert er von den Löwen für 14 Prozent der Firmenanteile. Bevor es ans Geschacher geht, muss Ralf Dümmel reingrätschen: "Hammer, Hammer, Hammer Auftritt!" Tatsächlich legt Lind einen astreinen Pitch hin. Doch Frank Thelen sieht das anders und löchert den Gründer mit Technikfragen. Es folgt ein kleiner Informatik-Nerd-Talk, dem wohl nur eine Handvoll Zuschauer folgen können. Egal, daran hängt sich nicht die spätere Diskussion nicht auf. Sondern an seiner "stratosphärischen" (so Kofler) Bewertung von satten fünf Millionen Euro. Auch Carsten Maschmeyer ist das alles viel zu abgehoben. Nach der obligatorischen Meckerei legt er mit Kofler ein gemeinsames Angebot hin und fordert für die Summe 30 Prozent. Doch der Gründer bewegt sich nur bis 25 Prozent. Und verlässt die Höhle ohne Deal. Tja, dann nicht? 

Denkste! "Das ist doch ein Jammer, den gehen zu lassen", flüstert Kofler zu Maschmeyer. Und auch der räumt ein: "Ich bereue es auch schon." Und daraufhin gehen die beiden Männer nach hinten und holen den jungen Gründer aus den Katakomben der Kulisse. Investoren, die Gründern hinterherlaufen - das gab es so auch noch nicht in der Sendung. Und der Deal läuft: bei 25,1 Prozent einigen sich die Herrschaften. 

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