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TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": Zwischen Essig-Quallen und Perioden-Schlüppi: So lief das Staffel-Finale bei DHDL

Im großen Staffel-Finale präsentieren Gründer Pilzmischungen, die wie Quallen aussehen, und Schlüpfer für die Periode. Bei einem Gründer wird sogar die immer freundliche Dagmar Wöhrl stinkig. 

Elimba

Elias El Gharbaoui (l.) aus Köln präsentiert den "Löwen" Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel mit "Elimba" ein Kakaogetränk in Form einer Kugel. 

Getty Images

Hach, das winzige Kopfschütteln von Paul Seelhorst wäre fast unbemerkt geblieben. Hätte er dabei nicht so entgeistert gestarrt. Hatte er eben richtig gehört? Ralf Dümmel hat keinen Bock zu investieren? Das kann doch nicht wahr sein!

Aber der Reihe nach: Paul Seelhorst und Leon Benedens wollen den Löwen ein fermentiertes Getränk namens Kombucha schmackhaft machen. Zucker, aufgebrühter Tee - und ein schwabbeliges Ferment, das nach Essig riecht und wie eine Qualle aussieht, ergeben nach sieben Tagen Kombucha. Super gesund ist das dann natürlich. Und laut den Gründern ist Fairment - so der Name ihrer Bude - auch wahnsinnig erfolgreich. Doch Frank Thelen lässt den Grinch raushängen,  nörgelt ihnen die eine Million Euro Umsatz klein und ist raus. Dass sogar Ralf Dümmel - in dieser Staffel auffällig oft am Food-Start-up-Büffet - nicht einsteigen mag, liegt an der zünftigen Bewertung. Knapp 10 Millionen Euro soll die Gründung wert sein. Und trennen wollen die Männer sich auch nur von 10 Prozent. Nee, da ist er "leider, leider, leider" raus. Und auch die aufgesetzte Fröhlichkeit der Gründer ist plötzlich weg.

Also werfen sie das Handtuch? Nein, sicherlich nicht - sie gehen zum Angriff über. Und beten die Vorteile runter, verweisen auf den Monster-Markt für fermentierte Getränke. Mit Erfolg, Judith Williams klopft Frank Thelen breit für ein gemeinsames Angebot: 950.000 Euro für 30 Prozent. Urgs, das ist den Gründern zu kräftig, sie versuchen, die Investoren auf 15 Prozent zu drücken. Williams verzieht das Gesicht, Thelen lacht sich scheckig - das war's dann. Kein Deal, nur ein Kopfschütteln. 

Homeshadows überzeugt - aber nur einen Löwen

Besser läuft es für Gerd Wolfinger und Roland Huber. Wobei "besser" relativ ist, immerhin ist Gerd ein Einbruchsopfer. Vor vier Jahren schlüpften Diebe in seine Wohnung. Und auch wenn der materielle Schaden nicht hoch war - das komische Gefühl blieb. Da muss sich doch ein wirksamer Schutz gegen Langfinger entwickeln lassen, dachten sich die beiden Freunde. Dabei heraus kam Homeshadows, eine Art elektrisches Schattenspiel.Von außen haben Einbrecher durch die projizierten Schatten das Gefühl, ein Mensch sei in der Wohnung . Jetzt wollen sie das Produkt in Serie produzieren lassen und brauchen einen Investor: 100.000 Euro für 20 Prozent. Und reichlich Kapital, das vorgeschossen wird.

Im Pitch sprechen sie von Produktionskosten, die sich bei größerer Stückzahl radikal drosseln lassen. Von Massenmarkt erobern. Von Großhandel. Sie ahnen es: Während alle anderen Investoren nicht investieren wollen (Produkt blöd, Statistiken blöd, Einbrecher nicht blöd) ist Ralf Dümmel natürlich interessiert. Er will für die Summe zwar 33 Prozent - aber das passt für die Gründer. Deal! 

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Für ihr Einbrecher-Abschreck-System "Homeshaddows" benötigen die beiden Gründer Gerd Wolfinger und Roland Huber einen Zuschuss von 100.000 Euro und bieten den Löwen im Gegenzug 20 Prozent ihrer Firmenanteile. Das Gerät kostet derzeit 29,99 Euro bei Amazon. 

Ooshi bietet Alternative zu Tampon und Binde

Dann starten zwei Gründerinnen, die gleich mal mit einem Thema abseits der Öffentlichkeit um die Ecke kommen: Periode. Zwar hat der Bundestag gerade die Steuer auf Periodenprodukte reduziert (Hier finden Sie Infos dazu), aber wirklich gesellschaftstaufglich ist das Thema nicht geworden. Mit Ooshi (gesprochen: Uuuuschi) bieten die Frauen eine Alternative zu Binde und Tampon, nämlich Periodenunterwäsche. Ein Dreischichtsystem im Schritt der Slips verhindert Auslaufen von Flüssigkeit. Die ratlosen Gesichter von Carsten Maschmeyer und Frank Thelen lassen erahnen, dass die Herren eher nicht investieren werden. Aber Judith Williams ist interessiert, allerdings will sie nicht nur zehn, sondern 30 Prozent  für 300.000 Euro. Das ist den Gründerinnen zu viel - also kein Deal. 

Schluss mit langen Warteschlangen im Supermarkt, versprechen die Gründer von Scansation. Ihre Erfindung: Mit einer App scannt der Kunde im stationären Handel selbst seine Ware, an der Kasse zeigt er nur noch einen QR-Code vor und bezahlt. Dadurch würde der Bezahlvorgang schneller gehen, bliebe aber anonym, denn der Einzelhändler könnte die Daten nicht mehr zuordnen. Eine digitale Einkaufsliste komplettiert die Idee. Blöd nur: Bisher will da keiner mitmachen. Nur zwei Einzelhändler konnten die Gründer bisher von der Nutzung überzeugen. Dazu ist die Bewertung mal wieder saftig: 15 Prozent für 500.000 fordern die Erfinder. Und machen sich damit wenig Freunde. Ausgerechnet die ausgleichende Dagmar Wöhrl fährt richtig aus der Haut. Am Ende gibt es keinen Deal - mit keinem Löwen.

Der Schokotrunk aus Südamerika: Elimba

Der letzte Gründer im Staffel-Finale ist Elias El Gharbaoui, der die Löwen von Kakao überzeugen will. Ja, das klingt jetzt nicht unbedingt einfallsreich. Aber der 23-Jährige erzählt eine hübsche Geschichte: Auf seiner Reise durch Südamerika traf er in Peru eine junge Französin, die ihn zu einer Zeremonie mitnahm, bei der ein Kakao-Getränk gereicht wurde, dass die Stimmung aufhellt. Und genau diesen Trunk will er nun in Deutschland unter dem Namen Elimba berühmt machen. Den Löwen schmeckt es, auch wenn der Geschmack herzlich wenig mit dem bekannten Kakao gemeinsam hat. Neben der Kakaobohne stecken darin noch einige Gewürze wie Kardamom oder Muskat. Mit seiner Südamerika-Geschichte rennt er bei Nila Glagau natürlich offene Türen ein. Der Firmen-Chef war selbst lange in der Region unterwegs, studierte Ethnologie und Altamerikanistik. Und Glagau macht ein Angebot: 24,9 Prozent für 50.000 Euro. Der Gründer schlägt ein, der Deal steht.

Und so endet die zunächst letzte Folge von DHDL. Doch Fans brauchen nicht traurig zu sein. Zum einen starten die neuen Dreharbeiten bereits im Januar. Und: Vox hat noch einige Deals im Köcher, denn die aktuelle Staffel ist noch nicht zu Ende. Sechs weitere Folgen liegen schon fertig gedreht in der Schublade des Senders. Schon im Frühjahr kehren die Löwen also wieder zurück.

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