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TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": Ein Knobi-Killer und unzerbrechliche Brillen begeistern die Löwen

In der "Höhle der Löwen" räumten diese Woche unzerbrechliche Brillen sowie das ultimative Getränk zum Döner ab. Außerdem probierte ein Kandidat bereits zum zweiten Mal sein Glück: Es wurde ein unterhaltsames Wiedersehen.

Papa Türk

Jan Plewinski (links) und Roman Will bekämpfen fiesen Döner-Atem mit ihrem Getränk Papa Türk

In der Höhle der Löwen konnten sich in dieser Woche drei Start-ups über ein Investment der Löwen freuen: Gloryfy Unbreakable beeindruckte mit unzerbrechlichen Brillen, Glasello punktete mit einem Hygienestift und das Anti-Knobiatem-Getränk Papa Türk fand Ralf Dümmels Segen.

Papa Türk macht die Atemkontrolle

Die besten Erfindungen in der Höhle der Löwen sind immer die, die ein ganz alltägliches Problem lösen. Das Problem der Dönerliebhaber Roman Will und Jan Plewinski aus Bremen lautete: fieser Knobi-Atem nach dem Dönergenuss. Daher haben die beiden mit Papa Türk ein Erfrischungsgetränk erfunden, das den unangenehmen Essensgeruch neutralisiert. Wirkstoff ist der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll.

Um den Effekt zu demonstrieren, haben die beiden Gründer vor der Sendung ordentlich Döner mit Zwiebeln und Knobi gefuttert, aber nur einer hat Papa Türk getrunken. Und es scheint zu funktionieren: Während Romans Atem den Löwen Ralf Dümmel fast aus den Schuhen haut, zuckt er bei Jans Atemkontrolle keinen Zentimeter. Dümmel gibt den beiden 400.000 Euro und erhält im Gegenzug 30 Prozent der Unternehmensanteile.

Lalatz verlässt "Die Höhle der Löwen" ohne Investment

Eva Schrader aus Krefeld ist vierfache Mutter - den Lalatz bezeichnet sie als ihr fünftes Kind. Bei der Erfindung handelt es sich um ein Kinderlätzchen, das so lang ist, dass es gleichzeitig als Unterlage für den Kinderteller auf dem Tisch liegt. So soll verhindert werden, dass die Kinder bei jedem Essen ihre Hose vollkleckern. Bei der Demonstration mit den Kinderpuppen ist die Stimmung unter den Löwen noch groß, doch als es ans Eingemachte geht, nehmen sie die Gründerin auseinander: Die behauptete Patentschrift ist nicht zur Hand und der bislang erzielte Umsatz von 8000 Euro ist den Löwen zu mickrig. Eva Schrader muss ohne Investment nach Hause fahren. 

Glasello - Nutzen unklar, Erfolg garantiert

Die Erfinder von Glasello geben sich schon vor dem Auftritt siegessicher. "Eigentlich kann man zu dem Produkt nicht Nein sagen", sagt José Luis Llorens Garcia. Gemeinsam mit Stevan Sokola hat er einen Desinfektionsstick erfunden, der den Trinkrand von Gläsern und Dosen keimfrei macht.

"Nach 20 Sekunden Einwirkzeit ist das Glas komplett geschmacks- und geruchsneutral", sagt Stevan Sokola. Die Reaktionen der Löwen sind geteilt. "Die Usability ist ne Katastrophe", findet Frank Thelen. Und Jochen Schweizer stellt den Nutzen des Glasello grundsätzlich in Frage. "Für den Massenmarkt finde ich Ihr Produkt überflüssig."

Überflüssig oder nicht - das ist Ralf Dümmel egal: Er glaubt, dass die Menschen das Ding kaufen werden und bietet den Gründern die geforderten 125.000 Euro für 30 Prozent der Anteile. Aber auch Judith Williams hätte gerne einen Glasello in der Handtasche und glaubt, dass es vielen genauso geht. Sie bietet die gleiche Summe und will nur 25,1 Prozent der Anteile. Nach kurzer Beratung entscheiden sich die Gründer, Allesverkäufer Dümmel mit ins Boot zu holen.

Ein Onlineprogramm für Intuitives Essen

Abnehmen ohne Diät, das versprechen Mareike Awe und Marc Reinbach den Teilnehmern ihres Onlineprogramms Intueat. "Jeder kennt diese eine Person, die essen kann, was sie will und nicht dick wird", sagt Awe. Mit Intueat soll jeder diese Person sein können. Den Schlüssel glauben die beiden Medizinstudenten mit ihrem Konzept des intuitiven Essens zu liefern.

In 16-wöchigen Audio-Lektionen werden die Teilnehmer zu mehr Achtsamkeit in Bezug auf ihr Essverhalten erzogen. 379 Euro kostet das Programm. Den meisten Löwen sind die angebotenen Ratschläge zu unkonkret. Jochen Schweizer findet den Ansatz gut, will aber mehr mitsprechen. Er möchte mit einem Drittel an der Firma beteiligt werden. Die Gründer bieten maximal 20 Prozent. Der Deal kommt nicht zustande.

Marvin Kruse ist zum zweiten Mal da - diesmal mit Riesenbratwurst

Ein Novum bei "Die Höhle der Löwen" bietet der nächste Teilnehmer. Marvin Kruse ist der erste Teilnehmer in der Höhle der Löwen, der zum zweiten Mal da ist. Im Vorjahr erteilten die Löwen dem lustige Vogel und seinem Onlineshop "Pfotenheld" eine Abfuhr. Nun versucht er sein Glück mit einem neuen Produkt: "Ich habe alles, was ich von den Löwen um die Ohren gepfeffert bekommen hatte, jetzt mit einfließen lassen. Ich habe alles umgesetzt, alles besser gemacht und das will ich jetzt beweisen."

Seine neue Idee: "Brad Brat". Eine Riesenbratwurst, die man in Scheiben schneidet, bevor man sie auf den Grill legt. "Absolut neu", "kreativ", "geil". "Wer jetzt nicht einsteigt, ist selber Schuld", sagt Kruse. Immerhin: Schmecken tut die Bratwurst den Löwen und auch im Handel ist das Produkt schon. 35.000 Euro Umsatz habe er in wenigen Wochen bereits erzielt, sagt Kruse.

Die geringe Gewinn-Marge und wohl auch die durchgeknallte Art des Gründers lassen die Löwen von einem Investment Abstand nehmen. "Aber wenn Sie irgendwo auftreten: Ich kauf zwei Karten", ruft Carsten Maschmeyer dem selbsternannten Entertainer-Gründer zu. Und vielleicht gibt's im nächsten Jahr ja ein Wiedersehen mit Marvin Kruse.

Gloryfy Unbreakable: Der Hammer kommt zum Schluss

Ein deutlich ernstzunehmenderes Business hat Christoph Egger aus Tirol. Der Österreicher verkauft mit "gloryfy unbreakable" Brillen, die unzerbrechlich sind. Um die erstaunliche Widerstandsfähigkeit seiner Brillengläser zu demonstrieren, lässt er die Brillen im Studio mit einem Snowboard und einem Hammer malträtieren. Sogar einer 1,5 Tonnen-Presse halten die Brillen Stand.

Sieben Jahre und seine gesamten Ersparnisse stecken in der Entwicklung, der Spezial-Kunststoff ist patentiert. In Österreich verkauft er die Brillen schon erfolgreich. Um Deutschland und den Rest der Welt zu erobern, sucht er nun die Hilfe der Löwen. Die Löwen sind schwer beeindruckt vom Produkt, aber warum stagniert bei diesem besonderen Produkt der Umsatz? Dazu kommt die hohe Firmenbewertung: Egger will 500.000 Euro für 5 Prozent, das entspräche einer Unternehmensbewertung von zehn Millionen Euro.

Maschmeyer und Thelen halten die unzerbrechlichen Brillen für eine potenzielle Milliardenidee und machen ein gemeinsames Angebot. Nach einigem Hin und Her steht der Deal: Beide Löwen übernehmen je zehn Prozent der Anteile, dafür bringen sie insgesamt 750.000 Euro und ihr gesamtes Vertriebs-Knowhow ein. Von den Unbreakable-Brillen dürfte man noch einiges hören.

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