. .
News am 22.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. Februar 2007, 07:50 Uhr

Und der Klima-Verlierer heißt...

Das Autojahr sollte mit vielen, tollen Spielzeugen beginnen. Doch die Freude über noch mehr PS und noch dickere Reifen ist getrübt. Klimaschutz und CO2-Ausstoß bestimmen die Diskussion. Die deutsche Industrie steht vor dem Genfer Autosalon hilflos in der Manege. Von Gernot Kramper

Spaß muss sein. Der alte Cayenne Turbo S bläst den Sprit nur so durch die Leitung© Frauke Hansen

Wie undankbar ist doch die Welt. Da baut man die schönsten Karossen mit den glänzendsten Sternen und kaum soll das Jubelkonzert beginnen, stören Zwischenrufe die Freude an der zügigen Bewegung. Unlängst war es die Partikelfilterdiskussion, nun ist es der C02-Ausstoß. Sonst ist die deutsche Autoindustrie nie um Visionen, Zukunftsbilder und sonstige Kommunikationsluftschlösser verlegen. Aber bei diesen Themen wirkten die Gewaltigen der Branche, als hätte ein Pennäler das Datum für die Matheklausur verpennt.

Spar für den Boss mit!

Da kann das "Durchfallen" bei der Prüfung nicht wundern. Denn eines ist klar, die kommenden EU-Normen werden normale Motoren deutlich teuerer machen. Im Umkehrschluss profitieren zwei Gattungen von Fahrzeugen von strengeren Maßstäben. Zum einen alle Winzlinge und dann die fahrbereiten alternativen Antriebe. Kleinwagen, weil es eine Binsenweisheit ist, dass kleinere und leichtere Fahrzeuge weniger Sprit konsumieren und damit auch einfacher auf einen geringen CO2-Ausstoß gebracht werden können. Die Deutschen liebäugeln nach einer Schmutz-Staffelung nach Fahrzeugklassen. Bei allem Verständnis für die Sorgen der Industrie, wird diese Idee kaum eine Chance haben, sich in einer öffentlichen Diskussion durchzusetzen. Im Klartext bedeutet es doch: Eine allein erziehende Verkäuferin solle gefälligst mit ihrem kleinen Peugeot für einen anderen Verkehrsteilnehmer C02 mit einsparen. Und der andere fährt dann ungerührt weiter im Touareg mit Zwölfzylinder. Auch eine Art von Umverteilung von unten nach oben.

Der Kampf ist verloren

Bei den alternativen Antrieben hat der Hybrid-Antrieb die Nase vorn und damit haben die Japaner die Schlacht schon entschieden, bevor die Deutschen sich auch nur in Position gebracht haben. Über Sinn- und auch Unsinn des Hybridantriebs lässt sich trefflich streiten. Unter Fachleuten, aber in der Öffentlichkeit ist dieser Zug längst abgefahren. Aus Sicht der Kunden spricht einiges für den Hybrid. Erstens: Man kann ihn kaufen und er funktioniert. Großzügige Garantien wälzen etwaige Risiken auf den Hersteller ab. Zweitens: Verzicht unnötig. Mit einem großen Lexus darf man sich einerseits als Umweltschützer fühlen und fährt dabei in einem Luxusmobil der obersten Kategorie durchs Land. So macht Umweltschutz auch denen Spaß, die es vor einem Öko-Goggo nur grauen würde. Drittens: das Image stimmt. Der Krieg um die Köpfe ist bereits entschieden. Hybrid gilt als smart und ökologisch. Das mag im Detail so nicht alles stimmen, trotzdem ist die Botschaft angekommen. Hinzu kommt nun, dass Hybrid zumindest relativ gesehen billiger wird. Die Klimaschutz-Auflagen der EU werden normale Benzin- und Diesel-Autos verteuern und das macht Autos mit Hybrid-Antrieb relativ gesehen billiger.

Wenn der Strom aus der Dose kommt

Die deutschen Hersteller tun sich mit alternativen Antrieben extrem schwer. Der Außenstehende kann etwa die verbissene Liebe von BMW und Mercedes zum Wasserstoff kaum nachvollziehen. Dieser extrem schwer zu bändigenden Stoff wirft auf jeder Ebene Probleme auf, die man nur mit äußerster Anstrengung beherrschen kann, und kommt dazu in der Natur nicht in verwertbarer Form vor. Bei einer Gesamtbilanz käme es auch darauf an, wo die Energie herkommt, die in die Produktion des ominösen Gases gesteckt werden muss. Zwar werden auch für deutsche Wagen Hybrid-Antriebe entwickelt. Gezwungenermaßen, muss man ergänzen. Um das Feld "umweltgerechte Technik" noch besetzen zu können, werden diese Fahrzeuge um Jahre zu spät kommen. Wutschnaubend und hinter vorgehaltener Hand wird gern betont, dass die Japaner bei den Hybrid-Antrieben bei jedem Wagen finanziell zusetzen. Diese bestreiten die Öko-Subvention natürlich. Aber selbst, wenn es so wäre, blieben sie Gewinner. Zurzeit sind in Europa weniger als ein Prozent der Neuzulassungen mit einem Hydrid-Antrieb ausgestattet, allein daran kann man ablesen, dass hier mit sehr wenigen Fahrzeugen, sehr viel erreicht wurde. Diese Technik-Subvention befeuert eine weltweite Imagekampagne ohne gleichen. Nun erzeugt diese Technik so einen gewaltigen Druck, dass alle Mitbewerber mitziehen können. Dann müssten sie draufzahlen, aber gewinnen dennoch keinen Imagebonus, den erhält immer nur der "First Mover".

Von Gernot Kramper
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
harrihunger (12.02.2007, 18:55 Uhr)
...
Die Werbung die Toyota derzeit zum Beispiel im TV laufen lässt, zeigt wie einfach es ist, Menschen mit platten nichts aussagenden Worten zu beeindrucken. Da wird immer davon gesprochen dass man mit dem Prius eine Tonne CO2 pro Jahr spart. Nur gegenüber was und wie ist der Ausgangspunkt der Berechnungen und auf wie viel Kilometer? Keine Aussage dazu. Sehr schwach, aber die Blendung scheint zu funktionieren. Und da zeigt sich auch, dass das Marketing von Toyota hervorragend funktioniert.
Ich kaufe mir ein Auto, welches von der Entwicklung bis hin zum Recycling eine positive Bilanz im Energieverbrauch aufweist. Damit ist auch der Umwelt mehr gedient!
Im Übrigen verstehe ich die Aufregung um ein paar großvolumige Motoren überhaupt nicht. Selbst wenn diese Geräte nicht mehr in Betrieb wären, würde sich der CO2 Ausstoß nicht signifikant senken. Hier wird nur wieder jemand gesucht, dem man den "schwarzen Peter" zuschieben will.
Gruß
dachauerthomas (12.02.2007, 18:37 Uhr)
Hybridhype
Jetzt tobt die Hybridhype durch das Land, von Toyota kräftig angefacht. Wenn man 9,1 Mio. konventionelle Autos, teil Kleinwagen, teils aber auch Stinker und Säufer der übelsten Sorte verkauft, kann man auch unter 100.000, davon bisher max. 7500 in Deutschland Hybridautos unter die Leute bringen. Es kann mir keiner weismachen, dass aufgrund der äußerst aufwendigen Technik nicht ein gewisser Verlust pro verkauftem Prius übrigbleit.
Etwas anderes muss auch negativ sein, nämlich die Gesamtökobilanz dieser Autos. Hochspannungsbatterien, Hochleistungselektromotoren, Hochleistungselektronik (muss über 200A verkraften)haben ihren Preis und Herstellaufwand, und ihr Gewicht.
Ich sage nur jedem das seine, es gibt andere Fahrzeuge auf dem Markt, die vielleicht im Test auf der Prüfrolle beim wirklichkeitsfremden Verbrauchstest etwas schlechter sind, aber im Alltagsbetrieb deutlich weniger verbrauchen (und deshalb auch weniger verbrannten Sprit, also CO2, ausstoßen).
Hermann_Josef (12.02.2007, 14:13 Uhr)
Hyprid Technik verursacht mehr CO2 ...
Die Werbung für Toyota & Lexus finde ich doof & bestätigt, dass sie keine fachliche Kompetenz besitzen! Es ist bekannt, dass die CO2 Bilanz von Toyota & Lexus Modellen nicht positiv ist. Der CO2 Durchschnitt der Lexus Modelle liegt bei 225g in Deutschland. In den USA bei merh als 300g, da grosse V6 & V8 Motoren.
Bei der Produktion von Hybrid Modellen wird sehr viel mehr CO2 erzeugt als allgemein bekannt. Auch der Wirkungsgrad der Antriebseinheit, Motoren, Getriebe & Batterie, ist absolut gesehen ein Armutszeugnis für die Entwickler bei Toyota. Toyota produzierte 2006 mehr als 9 Mio FZG. Davon 90% ohne Hybridantrieb. Hätten Sie das CO2 je PKW & Geländewagen, bei 10.000km Fahrleistung pro Jahr berechnet dann wäre diese "Toyota Hyprid kauf Empfehlung" nie erfolgt. Diese CO2 Unwissenheit ist mehr als Dummheit. Ich empfehle EUCH allen bei der Firma Atmosfair GmbH den "CO2 Ablas" zu zahlen. Den Betrag könnt Ihr ja von Toyota & Lexus einfordern.
Skarrin (12.02.2007, 10:31 Uhr)
Strom aus der Dose in den Tank!
Warum steht da eigentlich als Zwischenüberschrift was von Strom aus der Dose, aber nichts im Artikel dazu?
Während die deutsche Loserindustrie noch gegen die Standard-Hybride hetzt, sind in den USA längst Plug-in-Hybrids das neue Thema. Da gibt es sogar schon Umbausätze für den Prius, damit man ihn für 50-60km rein elektrische Reichweite an der Steckdose nachladen kann!
Solange die deutsche Autoindustrie von Mißmanagern und politischen Landschaftspflegern geführt wird, ist mit einem weiteren Arbeitsplatzabbau zu rechnen, solange bis keiner mehr übrig ist...
Rainhelt (12.02.2007, 09:57 Uhr)
Der Kampf ist verloren
Hallo,
Zum einen, und das habe ich hier auch schon an anderer Stelle erwähnt, ist CO2 keines falls das Hauptproblem, sondern Wasserdampf in der Atmosphere.
Aber selbst wenn man den CO2-Ausstoss als Kriterium nimmt dann sind Ausssagen wie :
"Mit einem großen Lexus darf man sich einerseits als Umweltschützer fühlen und fährt dabei in einem Luxusmobil der obersten Kategorie durchs Land. So macht Umweltschutz auch denen Spaß..." bei Fahrzeugen (Lexus RX 400 h) mit einem Ausstoss von 192g/km wohl kaum geeignet den deutschen Herstellern das fürchten zu lehren. Das sind reine Marketingkämpfe, die mit der Realität reichlich wenig zutun haben.
Viele Grüße
Rainhelt
MEHR ZUM ARTIKEL
Hybridauto Fahren mit gutem Gewissen

Uwe Kreitschmann ist Vielfahrer. Vor zwei Jahren hat sich der Ingenieur das Auto der Zukunft gekauft: den Toyota Prius mit Hybrid-Technik. Seitdem hat sich sein Benzinverbrauch halbiert. "Eine faszinierende Technik", findet Kreitschmann. mehr...

Wolfgang Tiefensee CO2-Plakette für Neuwagen

Was bei Kühlschranke geht, soll laut Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee auch bei Pkw funktionieren: die Einstufung von Neuwagen nach CO2-Austoß. So sollen Käufer die Umweltfreundlichkeit besser vergleichen können. mehr...

LA Autoshow 2006 Das Umweltgefecht

Die Zukunft wird von Sauber-Diesel, Hybrid oder einer Kombination aus beiden bestimmt. Den Massen-Markt wird aber nur der beherrschen, der Umweltfreudnlichkeit mit satter Leistung und schmalen Preisen kombinieren kann. mehr...

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage