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26. Oktober 2009, 07:20 Uhr

Taxifahrer kassieren schlechte Noten

Bei Rot über die Ampel, viel zu schnell und kilometerlange Umwege: Der ADAC hat die Qualität von Taxifahrten in deutschen Großstädten untersucht. Was die Tester dabei herausfanden, war teilweise haarsträubend.

Zoom
Taxi, Test, ADAC, Taxitest

Taxi-Test 2009: Der ADAC fuhr in zwölf deutschen Städten Probe© Fabian Matzerath/DDP

Unter den Taxifahrern in Deutschland gibt es viele schwarze Schafe: Beim diesjährigen ADAC-Taxitest seien von 240 Fahrten in 12 deutschen Städten 35 und damit knapp 15 Prozent mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" bewertet worden, teilte der Autoclub am Montag in München mit. Bemängelt wurden weite Umwege, dreckige Taxis, Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sowie Rotlichtverstöße.

Testsieger mit der Gesamtnote "gut" wurde Potsdam mit seinem Taxiangebot, auf den Plätzen zwei bis fünf kamen mit ebenfalls "gut" die Städte Braunschweig, Augsburg, Essen und Chemnitz. Schlusslicht war Karlsruhe mit der Gesamtbewertung "ausreichend". Dort fiel mehr als ein Drittel der Fahrer mit Umwegen auf. Auf ein "ausreichend" kamen auch Halle (Saale), Rostock, Kiel, Bremen, Düsseldorf und Wiesbaden. Da es auch viele sehr gute oder gute Fahrten gab, fiel in der Gesamtbewertung keine einzige Stadt durch. Die Gesamtbewertung "sehr gut" konnte nirgendwo vergeben werden.

Die Tester waren bei ihrer Stichprobe in den 12 Städten in jeweils 20 Taxis unterwegs. Bewertet wurde in den Kategorien "Verhalten des Fahrers", "Routentreue" sowie "Zustand des Fahrzeugs". Ein Fahrer überschritt die erlaubte Geschwindigkeit um 47 Stundenkilometer. Bei der schlechtesten Fahrt im Test ignorierte ein Düsseldorfer Taxler eine bereits seit vier Sekunden rote Ampel und fuhr trotz Navigationssystems einen Umweg von 72 Prozent. Den vollen Preis dafür verlangte er laut ADAC trotzdem. Düsseldorf bekam entsprechend in der Kategorie Fahrer mit 62,4 Prozent der möglichen Punkte die schlechteste Wertung im Test.

Interessanterweise waren die beiden Testverlierer auch die teuersten Städte. In Karlsruhe kostet eine vier Kilometer lange Fahrt mit Gepäck und drei Minuten Wartezeit tagsüber laut ADAC 11,90 Euro, in Wiesbaden 10,60. Am billigsten ist diese Fahrt in Kiel, wo 8,20 Euro fällig werden.

DPA/AP
KOMMENTARE (5 von 5)
 
armerwolli (26.10.2009, 18:06 Uhr)
arme Schweine
Ich hatte mal einen Fahrer der mich vom Düsseldorfer Flughafen etwa vier Km in die Innenstadt bringen sollte. Dies tat er auch. Aber er erzählte mir das er mit dieser Fuhre die Arschkarte gezogen habe, weil er schon seid vier Stunden am Flughafen gewartet habe bis er an das Terminal vorrücken konnte. Jetzt müßte er sich wieder im Warteraum anstellen um ans Terminal vorzurücken. Also das ist auch die andere Seite dieses Jobs.
chatahootchee (26.10.2009, 12:47 Uhr)
NIEMALS
das Ziel einer Taxifahrt vom Zettel ablesen. Das ist fuer einen Taxifahrer der Freibrief zum Umweg.
Und dies ist nicht nur in D der Fall.
Nur im Notfall in den USA ein Taxi nehmen. Wenn ja, dann ist dies ein Beitrag zur Auslaenderfreundlichkeit. Ich habe schon Taxifahrer in NY oder St.Louis zum Ziel leiten muessen. Besser, teurer aber sauberer und sicherer, ist immer eine Limousine.
gesox (26.10.2009, 11:07 Uhr)
Hilfshilfsaushilfsfahrer
Mein schönstes Taxierlebnis hatte ich in München am Ostbahnhof, Der Fahrer war offenbar kein Münchner, sondern aus Asien. Keinerlei (!) Deutschkenntnisse, größte Schwierigkeiten beim Handhaben der Automatik (er versuchte, damit zu schalten), Unkenntnis wichtiger Verkehrsregeln (durchgezogene Linie, Vorrang von Fußgängern am Zebrastreifen), keinerlei Ortskenntnisse, trotz Navigationssystem riesiger Umweg, weil er meine Wegbeschreibung ("da hinten links!") nicht verstand. Die interessanten Geräusche aus dem Motorraum und von einem Radlager wirkten ebenso wenig vertrauenerweckend wie die Müllhalde auf und vor dem Beifahrersitz.

Sehr schön war auch das Erlebnis mit dem Taxifahrer am Frankfurter Flughafen, der sich darüber lautstark beschwerte, daß ich "nur" nach Offenbach wollte, (eine Fahrt von etwas mehr als 20 Kilometern), unterwegs in einer mir noch unbekannten Sprache lautstark und wortreich schimpfte und am Ende noch einen höheren Preis verlangen wollte als auf dem Taxameter angegeben, und das bitte ohne Quittung, denn er habe ja ewig lange auf diese kurze Tour gewartet.

Meine dringende Empfehlung: auf jeden Fall eine Quittung geben lassen, die Taxinummer notieren und noch von unterwegs bei der zuständigen Stelle anrufen. Welche das ist, erfährt man, wenn man einfach im Rathaus anruft. Beschwerden über solche Fahrer wird meines Wissens in den meisten Städten tatsächlich nachgegangen. Ein offenbar ortsunkundiger Fahrer, der Umwege fährt oder für eine wichtige Adresse ein Naviu braucht arbeitet nämlich nicht selten schwarz oder hat keinen Taxischein und "vertritt" einen Freund oder Verwandten, der gleichzeitig ein anderes Taxi fährt.
hevosenkuva (26.10.2009, 09:31 Uhr)
Umwege für Geld?
Sollte vielleicht der ADAC auch mal die Internetseiten einiger Verlage bzw. Magazine unter die Lupe nehmen, die durch allerlei Tricks ("blättern Sie weiter") die Klickrate in die Höhe treiben um mehr Werbung zu schalten bzw. auch Werbung im redaktionellen platzieren, nur wenig abgesetzt. Auch da geht es um Geld. Welche Note dabei wohl herauskäme? :o)
vlcd (26.10.2009, 07:41 Uhr)
Wen überrascht das ...
Es gibt nur eine Kategorie Autofahrer die bei 3 oder mehr -spurigen Straßen ständig von links nach rechts und wieder zurück wechseln.
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