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26. August 2009, 14:53 Uhr
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Freie Fahrt für freie Radler

Vom 1. September an dürfen Fahrradfahrer wählen, ob sie den Radweg oder die Straße nehmen. stern.de-Redakteur Gernot Kramper fordert: Rauf auf den Asphalt, ihr Radler! Sollen die Autos doch bremsen.

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Nur Mut, ihr Biker! Und rauf auf die Straße© Frank Augstein/AP

Radwege sind die Pest – für den, der vorankommen will. Viel zu schmal, mit aufgeplatztem Asphalt behindern sie den Pedalisten. Meistens sind es bauliche Verlegenheitslösungen. Sie führen plötzlich auf eine Parkspur, enden gern einfach mal so und folgen unmöglichen Kurven – nur um dem Autofahrern das Abbiegen zu erleichtern. Für Oma auf dem Weg zum Markt reicht das aus. Wer das Rad als Alternative zum Auto begreift, morgens zur Arbeit will und dabei eine Geschwindwindigkeit von mindestens 25 km/h einplant, muss dagegen auf die Straße.

Das hat endlich auch der Gesetzgeber erkannt. Im September 2009 treten weitreichende Änderungen der Straßenverkehrsordnung in Kraft. Im Kern geht es darum, dass die Politik das Rad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel anerkennt. Praktisch bedeutet es, dass die – auch in der Vergangenheit meist eingebildete – Vorrangstellung des Autos weiter beschnitten wird. Insbesondere wird der Zwang, den verhassten Radweg zu benutzen, extrem eingeschränkt. Während die Kommunen bisher an jedem Wegelein ein Gebotsschild aufstellen konnten, dürfen sie dies jetzt nur noch in begründeten Ausnahmen machen. Nämlich dann, wenn es die Sicherheit für die Radfahrer an dieser Stelle erfordert. Außer an echten Engpässen und Hauptverkehrsstraßen wird das nur selten der Fall sein. Obendrein werden die Kommunen weit stärker als bisher angehalten, den "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen" zu folgen – handtuchbreite Holperpisten sind dann nicht mehr zulässig.

Der Gesetzgeber hat also die Signale auf freie Fahrt für Radler gestellt. Was jetzt fehlt, sind Radfahrer, die die Rechtslage selbstbewusst und konsequent nutzen. Also: Rauf auf die Straße! Das ist gar nicht so schwer, wenn man sich erstmal einen Ruck gibt. Für denjenigen, der einen Führerschein besitzt, ist die Lage einfach: Meistens kann er mit dem Rad so fahren wie mit dem Auto. Und muss – auch das sei bemerkt – die Verkehrsverbote etwa von roten Ampeln und Stoppschildern beachten.

Anders als viele Autofahrer denken, sind Radfahrer keine Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Im Gegenteil, das Gesetz schützt generell die Langsameren und Schwächeren und legt den Stärkeren erhebliche Rücksichtspflichten auf. Einfach gesagt: Die Sicherheit des Radfahrers ist extrem wichtig, der Wunsch des Autofahrers schneller zu fahren, ist nicht so wichtig.

Viele Autofahrer wollen rollende Hemmnisse nicht akzeptieren. Dem Radfahrer hilft da nur ein dickes Fell und ein gesundes Selbstbewusstsein. Wer sich aus falsch verstandener Rücksicht in die Gosse drängen lässt oder in die Lücken zwischen geparkten Autos, ermöglicht es zwar dem einen oder anderen Auto sich vorbeizuquetschen, gefährdet aber sein Leben. Anstatt am Kantstein entlang zu schrammen, sollte man - wie mit dem Auto auch - einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter vom Straßenrand einhalten. Dann merken die Fahrer in ihren Blechkisten endlich, dass ihnen nicht allein die Straße gehört.

Natürlich werden die Autofahrer fluchen, wenn sie sich nicht mehr wie bisher irgendwie am Radfahrer vorbeidrücken können. Sollen sie doch - und brav auf eine Lücke zum Überholen warten.

KOMMENTARE (3 von 3)
 
cony (08.09.2009, 08:47 Uhr)
Dumme Komentare...was sonst...
Das war ja klar gewesen...Leute die den ganzen Tag in ihren Blechdosen hocken und sich über den immer stärker werdenden Verkehr aufregen.

Beliebtes Ziel der Radfahrer...

Ihr Menschen in den Blechdosen sollte mal bedenken, der vor euch fahrende Radfahrer verursacht keine Schäden in der Umwelt, wie es jährlich alle Autofahrer Praktizieren. Und ein Radfahrer überfährt auch keinen Autofahrer in seiner Blechdose. Immer wenn sich ein Autofahrer mit einem Radfahrer anlegt, kann nur der Radfahrer verlieren.
Hier wurden schon das halten an Gesetzte. Hier sollte sich mal der Blechdosenfahrer eine ganz, ganz große SCheibe von abschneiden...ich fahr täglich im Berufsverkehr ca. 30km zur Arbeit. Und es überholt mich kein Autofahrer in ein vorgeschrieben Abstand von min. 1,5m. Meist ist dieser Abstand unter einen halben Meter. Und wenn ein ein Blechdosenfahrer meint ein Radfahrer würde sich falsch verhalten wird der Radfahrer einfach abgedrängt. Ich bin in meinen Blechdosenuniversum der größte und Du kleiner Radfahrer hast da nichts zu suchen...denen kann ich nur sagen...

Wir Radfahrer werden immer stärker und wenn der Sprit pro Liter 10? kostet werden die Blechdosen in der Minderheit sein...

Wenn jeder nicht immer an sich denken würde könnten alle entspannt sich im Verkehr bewegen ohne Probleme...

Jedoch bin ich als Radfahrer froh, das der Mensch in der Blechdose nicht nur den Radfahrer als Feindbild hat, sondern auch die Fußgänger, Busfahrer , Taxifahrer, LKW-Wahrer und die anderen Menschen in den anderen Blechdosen...

MFG
Michael
wahrheit29 (02.09.2009, 21:19 Uhr)
Radterroristen
Unter den Radfahrern gibt es eine spezielle Spezies die sogenannten "Radterroristen"! Sie fahren wie sie wollen, nehmen keine Rücksicht, halten sich nicht an Verkehrsregeln, fahren auf den Strassen nebeneinander und terrorisiern alle anderen Teilnehmer. Im Prinzip sind dies Kriminelle die hart bestraft gehören.
susiwolf (30.08.2009, 09:33 Uhr)
Starker Hagelschlag ...
Diese nie endende Debatte zwischen dem blech-ummantelten Langweiler und dem frei-verfügbaren Sattelcowboy wird spätestens dann beendet sein, wenn ein Gewitter mit starkem Hagelschlag auftritt ... Warum ?
Der Langweiler hat Angst vor Beulen und der Cowboy ist auf der Suche nach seinem Helm. Die Kontrahenten sind abgelenkt. Der Kampf unterbrochen ... und ... die Straße ist frei. Endlich Ruhe.
Friede, Freude, Eierkuchen ...
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