Gute Winterreifen sind Mangelware

27. September 2012, 12:10 Uhr

Die Stiftung Warentest hat Winterreifen getestet: Nur acht von 30 Kandidaten schnitten "gut" ab, kein einziger erreichte ein "sehr gut". Billigreifen fielen durch. Von Gernot Kramper

Auch in diesem Jahr hat kein Reifen im gemeinsamen Winterreifentest von ADAC und Stiftung Warentest die Note "sehr gut" erreicht. Acht von 30 Reifen wurden für "gut" befunden. Bemerkenswert: Die "Guten" sind kaum teurer als die Pneus, die befriedigend oder schlechter abschnitten.

Stiftung Warentest prüfte zwei unterschiedliche, weit verbreitete Größen: Die Modelle mit 165/70 R14 T passen auf viele Kleinwagen, die der Größe 205/55 R16 H auf Modelle der Kompakt- und Mittelklasse.

Bei den Winterreifen für Kleinwagen ist das Ergebnis unbefriedigend. Nur dreimal lautete das Urteil "gut", neun Pneus schnitten befriedigend ab, einmal reichte es lediglich für ein "ausreichend" und zwei Reifen schnitten nur mit "mangelhaft" ab. Die Versager sind der China-Reifen "Effiplus Epluto I" und der ukrainische "Premiorri Via Maggiore". Sie versagten wegen ihrer schlechten Eigenschaften auf nasser Fahrbahn.

Etwas besser sieht das Gesamtbild bei den Reifen der Mittelklasse aus: Fünf von 16 erzielten die Note "gut", zehn ein "befriedigend" und nur ein Reifen, der "Syron Everest 1", fiel mit einem "mangelhaft" durch.

Das schlechte Abschneiden der No-Name-Reifen überrascht nicht, es wiederholt sich jedes Jahr. Neu ist, dass der Reifen aus der Ukraine seine Herkunft mit dem betont italienischen Namen "Premiorri Via Maggiore" verschleiert. Neben den Testkandidaten tummeln sich im Markt unzählige No-Name-Reifen. In Tests schneiden sie generell schlecht ab.

Wichtig: Die besten Reifen sind nicht wesentlich teurer als mittelprächtige Exemplare. Beim Kauf müssen Verbraucher dennoch wachsam sein, weil die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Händlern enorm groß sind. Der Testsieger in der Mittelklasse, den "Continental WinterContact TS 850", kann man für 92 Euro bekommen, aber auch für 183 Euro.

Die Angaben beziehen sich auf den Preis für einen Pneu, ein Satz kostet das Vierfache. Der Kunde muss mit weiteren Kosten für Felgen, Wuchten, Montage und Einlagerung rechnen.

Sparen ohne Abstriche bei der Qualität kann man nicht nur beim Einkauf bei einem günstigen Händler, zusätzlich kann man auf der Seite der Stiftung Warentest die Verschleißwerte der Reifen studieren. Sie variieren beträchtlich.

Die Empfehlung der Warentester: Der "Michelin Alpin A4" überzeugt in beiden Reifengrößen mit der Note "gut" und starker Haltbarkeit.

Wenig Hilfe von der Reifenampel

Ab November hat der Gesetzgeber ein neues Label, eine sogenannte Reifenampel, vorgeschrieben. Beim staatlichen Label für Winterreifen werden die Eigenschaften des Produkts auf Schnee und Eis allerdings nicht berücksichtigt. Als Entscheidungshilfe taugt es also nicht.

Die kompletten Ergebnisse des Tests können Sie gegen eine Gebühr unter www.test.de herunterladen.

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