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5. September 2009, 10:26 Uhr

Abwrackprämie tut der Umwelt gut

Eine Studie nimmt Kritikern den Wind aus den Segeln: Die Abwrackprämie hat für die Umwelt mehr Gutes bewirkt, als von vielen zunächst angenommen. So liegt der Spritverbrauch der neu angeschafften unter dem der verschrotteten Fahrzeuge, und auch der CO2-Ausstoß ist gesunken.

Abwrackprämie, Studie, Umweltministerium, Spritverbrauch

Die Abwrackprämie hat dazu beigetragen, dass alte Spritfresser verschrottet wurden© Kai Pfaffenbach/Reuters

Die Abwrackprämie bringt einer Studie zufolge mehr für die Umwelt als von Kritikern vermutet. Nach einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) im Auftrag des Bundesumweltministeriums liegen der Spritverbrauch und der CO2-Ausstoß der knapp zwei Millionen geförderten Autos um rund 20 Prozent niedriger als bei den abgewrackten Autos. Bei den klassischen Luftschadstoffen seien es sogar teils bis zu 99 Prozent weniger, teilte das Ministerium am Samstag in Berlin mit. Eine Fortsetzung der Prämie schloss Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allerdings erneut aus: "Die Umweltprämie wird nicht verlängert", sagte sie dem "Münchner Merkur".

Die Prämie sei richtig gewesen, "um die Nachfrage in Deutschland zu stärken, als der Export total zusammenbrach", sagte Merkel. Die Lage habe sich aber gebessert. Im August gab die Prämie dem deutschen Automarkt laut Kraftfahrt-Bundesamt noch einmal einen kräftigen Schub. Der Bund hatte einen Fördertopf von 5 Milliarden Euro bereitgestellt. Autokäufer, die einen mindestens neun Jahre alten Wagen verschrottet und einen neuen gekauft hatten, erhielten eine Summe von 2500 Euro. Experten warnten, nach dem Auslaufen der Prämie drohten der deutschen Autoindustrie ein Absatzeinbruch und Jobverluste.

Im Durchschnitt lag das Alter der verschrotteten Autos der Studie zufolge bei mehr als 14 Jahren. Der Ersatz durch neue Autos führe zu deutlich geringerem Schadstoffausstoß: Die Neufahrzeuge stoßen demnach im Schnitt 99 Prozent weniger Rußpartikel, 87 Prozent weniger Stickoxide und 74 Prozent weniger Kohlenmonoxid aus. Damit komme die gesamte deutsche Autoflotte auf einen Schlag auf fast ein Zehntel weniger Benzol, 5 Prozent weniger Stickoxide und 4 Prozent weniger Partikel, sagte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). "Die Behauptung, die Prämie habe der Umwelt nichts gebracht oder ihre Umweltbilanz sei sogar negativ, ist sachlich falsch und durch unsere Studie glatt widerlegt."

Die Neuwagenkäufer sind nach der Studie vielfach auf kleinere Wagen umgestiegen. Rund 85 Prozent der mit der Prämie gekauften Autos gehörten den kleineren Klassen an. "Diejenigen, die befürchtet haben, dass die Prämie zum Kauf von teuren Straßenkreuzern anreizt, haben das Portemonnaie der Menschen über- und ihr Umweltbewusstsein unterschätzt", sagte Gabriel.

Dagegen erneuerte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) seine Kritik. "Beim Einsatz von fünf Milliarden Euro hätte für die Umwelt mehr herauskommen müssen", urteilte der VCD im Gespräch mit der "Frankfurter Rundschau".

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
pekaef (07.09.2009, 12:18 Uhr)
Das umweltfreundlichste Auto überhaupt ...
... ist der Rolls Royce. Neunzig Prozent der gesamten Produktion seit 1904 sind nämlich noch zugelassen. Da könnte ein Rolls einen Liter pro Kilometer brauchen, die Gesamtbilanz wäre immer noch positiv.
SethusCalvisius (06.09.2009, 12:58 Uhr)
Brutto=Netto?
Außer den von meinen Vorrednern schon angemerkten Umweltbelastungen bei der Herstellung der Neuwagen ist in dieser Rechnung auch nicht berücksichtigt, dass ein großer Teil der Käufer auch ohne Abwrackprämie ein neues Auto gekauft hätte. Dass die Regierung diese Rechnung nicht anstellt, ist irgendwie klar, aber dass ein ehemals "linkes Kampfblatt" die Argumentation der Regierung kritiklos übernimmt, ist doch schon merkwürdig.
Obstmann (05.09.2009, 23:58 Uhr)
LOL
99% Was soll man den dazu noch sagen!
Vielleicht wenn man ne 20 Liter -Dreckschleuder von 1960 abwrackt und sich dann nen Tretroller kauft...druckt lieber weiter lustige Wahlplakate mir dummen Sprüchen!
ElBobbele (05.09.2009, 20:12 Uhr)
CO2-Ausstoß bei PKW-Produktion
Vor einigen Monaten wurde dieses Thema in einem TV-Magazin angesprochen. Ich kann mich zwar nicht mehr richtig an die Details erinnern, aber ungefähr dies kam dabei heraus (wer es besser weiß, darf mich gerne korrigieren):

Bei der Produktion von 1 Tonne PKW werden ca. 10 bis 15 Tonnen CO2 produziert. Bei den heutigen Fahrzeuggewichten sind demnach 20 Tonnen CO2 oder mehr keine Seltenheit. Wenn ein Neuwagen aufgrund seines geringeren Kraftstoffverbrauchs eine positive Umweltbelastung erreichen will (inkl. CO2 während der Produktion), dann müsste er mindestens(!) 15 Jahre fahren. Erst dann hätte sich das neue Auto umwelttechnisch gelohnt.

In dem Beitrag gab es einen 100km-Fahrtest eines neuwertigen Golf 1 (aus dem Museum) und eines Golf V. Beide wurden mit vollem Tank losgeschickt, bis der Tank leer war. Der alte Golf konnte dank seines wesentlich geringeren Gewichtes einen ähnlichen Benzinverbrauch wie der neue Golf erreichen. Ich glaube, es gab eine Differenz von max. 0,5 Liter. Auch wenn der neue Golf den effizienteren Motor haben soll, er ist immerhin wesentlich schwerer.

Das Umweltministerium wird sich hüten, in einer Studie solche Daten zu veröffentlichen, denn der angebliche Erfolg der Abwrackprämie würde sich dann eher als Schuss in den Ofen herausstellen.
moorchen (05.09.2009, 19:30 Uhr)
Es wird höchste Zeit...
...für eine Studie, die den Energieverbrauch und die Umweltbelastungen bei der Herstellung neuer Autos zeigt.
Wieviel tausende Liter Wasser werden verbaucht, wieviel Gifte entstehen, wieviel Tonnen an Abfall entsteht, wieviiel Luft wird verschmutzt, und wieviel Megawatt an Energie wird gebraucht.
Ohne so eine Studie von einem unabhängigen Institut bleibt für mich die Abwrackprämie das Gegenteil von Müllvermeidung.
dtwardy (05.09.2009, 16:17 Uhr)
Schönrechnerei
Man muss eben nur das richtige Institut mit einer Studie oder einer Statistik beauftragen, um die Ergebnisse schöngerechnet zu bekommen, man muss sich nur die Arbeitslosenzahlen mal anschauen.
simie (05.09.2009, 16:14 Uhr)
Wieso Umwelt(!)prämie?
Wie the_pope schon schrieb ergibt sich diese positive Einschätzung der Prämie nur bei einer isolierten Betrachtung der vom Auto im Betrieb verursachten Emmissionen. Wenn man die bei der Produktion von Autos verursachten Emissionen dazurechnet, macht eine zu frühe Verschrottung von Autos wenig Sinn. Es ist umweltfreundlicher selbst Drecksschleudern so lange zu fahren bis sie wirklich Schrott sind.
the_pope (05.09.2009, 15:53 Uhr)
Hoch lebe die Umwelt !!!
Solange sich die neuen Autos aus der Luft materialisierten und die neuen in Luft auflösten mag ich der "Studie" sogar Recht geben. Ansonsten werden die Menschen hier wieder für Dumm gehalten. Und die Presse macht wieder mit.

bob-der-meister (05.09.2009, 13:26 Uhr)
na klar...
man muss eben nur wissen, bei wem man so eine Studie in Auftrag gibt. ;-)
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